Förderprogramm gegen Meeresmüll

Die Meere sind die größten Ökosysteme des Planeten und somit Lebensraum und Lebensgrundlage für eine Vielzahl von Arten. Außerdem sind sie eine wichtige Nahrungs- und Einkommensquelle für den Menschen. Allerdings sind diese wichtigen Ökosysteme steigenden Belastungen ausgesetzt. So werden jedes Jahr rund acht Millionen Tonnen Plastikmüll in die Meere gespült. Die Folge: Meerestiere verwechseln den Plastikmüll mit Nahrung oder verfangen sich darin und verenden. Zusätzlich kann das von Tieren aufgenommene Plastik über die Nahrungskette zum Menschen gelangen. Schätzungen gehen davon aus, dass sich im Jahr 2050 mehr Plastikmüll in den Meeren befinden wird als Fische.

Meeresmüll ist ein weltweites Problem, das nur durch internationale Zusammenarbeit gelöst werden kann. Das Nachhaltigkeitsziel (SDG) 14 der Agenda 2030 der Vereinten Nationen (UN) sowie verschiedene internationale Abkommen adressieren die Reduzierung von Meeresmüll als wichtigen Beitrag zum Schutz der Meeresökosysteme. Auch die Bundesregierung hat dieses Thema während ihrer G7- und G20-Präsidentschaften ganz oben auf die politische Agenda gesetzt.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) ergänzt mit seinem Förderprogramm „Marine Debris Framework – Regional hubs around the globe“ (Marine:DeFRAG) das Engagement der Bundesregierung. Oberstes Ziel ist es, die Abfallmenge direkt an der Quelle zu vermeiden, sodass der Plastikmüll gar nicht erst in die Meere gelangt. Hierzu gehören etwa Maßnahmen, die mittelfristig die Mengen an Plastikmüll reduzieren, aber auch solche, die kurzfristig funktionierende Abfall- und Kreislaufmanagementsysteme aufbauen und entwickeln. Neben küstennahen Regionen und Inselstaaten liegt der Fokus auch auf Ländern und Regionen, die Plastikmüll aus dem Landesinneren über Flüsse in das Meer transportieren.

Das Förderprogramm unterstützt unter anderem Projekte zu Politikberatung, Kapazitätsaufbau, Technologiekooperation und Investitionen sowie zur Implementierung von Politiken und Strategien.

Wer kann gefördert werden?

Einen Antrag auf Förderung können Organisationen wie Durchführungsorganisationen des Bundes, Nichtregierungsorganisationen, Wirtschaftsunternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen, deutsche Ableger internationaler und multilateraler Organisationen und Einrichtungen stellen, die einen Sitz in Deutschland haben und über nachgewiesen Expertise in der Projektumsetzung in Entwicklungs- und Schwellenländern sowie im Bereich Produktentwicklung, Lieferkettenmanagement, Kreislaufwirtschaft und/oder Abfallbewirtschaftung verfügen. Einzelpersonen können nicht gefördert werden. Darüber hinaus sind Regierungen nicht berechtigt, eine direkte Finanzierung zu erhalten.

Wie erfolgt die Antragstellung?

Die Antragstellung erfolgt über eine elektronische Antragseinreichung über das elektronische Formularsystem easy-Online. Bewerbungsfrist war der 30. Juni 2020. Nähere Informationen zum Zuwendungszweck, den Zuwendungsvoraussetzungen und dem Verfahren finden Sie in der Förderinformation, den FAQ und der Skizzenvorlage, die nebenstehend heruntergeladen werden können. Potentielle Antragssteller können sich bei Fragen zum Förderprogramm und zur Antragsstellung auch gerne persönlich über die in der Kontaktbox angegebenen Kontaktdaten an den Projektträger wenden.