Förderprogramm gegen Meeresmüll

Die Meere sind die größten Ökosysteme des Planeten und somit Lebensraum und Lebensgrundlage für eine Vielzahl von Arten. Außerdem sind sie eine wichtige Nahrungs- und Einkommensquelle für den Menschen. Allerdings sind diese wichtigen Ökosysteme steigenden Belastungen ausgesetzt. So werden jedes Jahr rund 13 Millionen Tonnen Plastikmüll in die Meere gespült. Die Folge: Meerestiere verwechseln den Plastikmüll mit Nahrung oder verfangen sich darin und verenden. Zusätzlich kann das von Tieren aufgenommene Plastik über die Nahrungskette zum Menschen gelangen. Schätzungen gehen davon aus, dass sich der jährliche Plastikeintrag in die Meere bis 2040 mehr als verdoppeln wird.

Meeresmüll ist ein weltweites Problem, das nur durch internationale Zusammenarbeit gelöst werden kann. Das Nachhaltigkeitsziel (SDG) 14 der Agenda 2030 der Vereinten Nationen (UN) sowie verschiedene internationale Abkommen adressieren die Reduzierung von Meeresmüll als wichtigen Beitrag zum Schutz der Meeresökosysteme. Auch die Bundesregierung hat dieses Thema während ihrer G7- und G20-Präsidentschaften ganz oben auf die politische Agenda gesetzt.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) ergänzt mit seinem Förderprogramm „Marine Debris Framework – Regional hubs around the globe“ (Marine:DeFRAG) das Engagement der Bundesregierung. Oberstes Ziel ist es, die Plastikabfälle direkt an der Quelle zu vermeiden, sodass dieser gar nicht erst in die Meere gelangt. Für eine langfriste und nachhaltige Vermeidung von Meeresmüll sind vor allem Ansätze wichtig, die die Entstehung von Plastikmüll von vorneherein reduzieren. Begleitend gehören dazu auch Maßnahmen, die kurzfristig funktionierende Abfall- und Kreislaufmanagementsysteme aufbauen und entwickeln.

Die Maßnahmen sollen in Entwicklungs- und Schwellenländern durchgeführt werden. Neben Regionen aus denen Plastikmüll aus dem Landesinneren über Flüsse in das Meer transportiert wird, liegt der Fokus auch auf Ländern und Regionen in Küstennähe sowie auf Inselstaaten. Um eine effektive, weltweite Reduzierung von Meeresmüll zu erreichen, werden Projekte auch in Regionen gefördert, in denen bisher vergleichsweise wenig Aktivitäten zur Vermeidung von Meeresmüll durchgeführt wurden.

Das Förderprogramm unterstützt dabei unter anderem Projekte zu Technologiekooperation und Investitionen, zur Implementierung von Politiken und Strategien sowie unterstützend zu Politikberatung und Kapazitätsaufbau.

Wer kann gefördert werden?

Einen Antrag auf Förderung können Durchführungsorganisationen des Bundes, Nichtregierungsorganisationen, Wirtschaftsunternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen, deutsche Ableger internationaler und multilateraler Organisationen und Einrichtungen stellen, die einen Sitz in Deutschland haben und über nachgewiesene Expertise in der Projektumsetzung in Entwicklungs- und Schwellenländern sowie im Bereich Produktentwicklung, Lieferkettenmanagement, Kreislaufwirtschaft und/oder Abfallbewirtschaftung verfügen. Einzelpersonen können nicht gefördert werden. Darüber hinaus sind Regierungen nicht berechtigt, eine direkte Finanzierung zu erhalten.

Wie erfolgt die Antragstellung?

Die Antragstellung erfolgt über über das elektronische Formularsystem easy-Online. Die Projektskizzen können bis spätestens 8. September 2021 eingereicht werden. Nähere Informationen zum Zuwendungszweck, den Zuwendungsvoraussetzungen und dem Verfahren finden Sie in den Dokumenten, die nebenstehend heruntergeladen werden können. Potentielle Antragssteller können sich bei Fragen zum Förderprogramm und zur Antragsstellung auch gerne persönlich über die in der Kontaktbox angegebene E-Mail-Adresse an die Projektträgerin Zukunft-Umwelt-Gesellschaft (ZUG) gGmbH wenden.