Beratung zum EU-LIFE-Programm durch die ZUG

Das EU-Förderprogramm LIFE (L'Instrument Financier pour l'Environnement) finanziert seit 1992 in den EU-Mitgliedstaaten wichtige Modellvorhaben in den Kernbereichen Umwelt-, Klima- und Naturschutz.

Ziel ist es, umweltfreundliche, innovative Produkte, Verfahren und Dienstleistungen sowie Best Practice in Europa zu etablieren und die entsprechende Politik und Verwaltungspraxis weiterzuentwickeln.

Das Förderprogramm unterstützt konkrete Vorhaben aus vielen Bereichen wie Arten- und Biotopschutz, biologische Vielfalt, Boden, Wälder, Klimaschutz, Klimaanpassung, Energieeffizienz, erneuerbare Energien, Energiewende, Luftqualität, Kreislaufwirtschaft, Ressourceneffizienz, Chemikalien, Lärm, Wasser und Abfall.

LIFE füllt im Umweltbereich eine Nische zwischen der Forschungsförderung der EU und ihren großen Unterstützungsprogrammen aus. Es bildet eine Brücke zwischen der Forschung und der Umsetzung im großen Maßstab. Es leistet damit einen Beitrag, um Lösungsansätze für Problemstellungen aus dem Umwelt- und Klimabereich zu erproben.

Beteiligen können sich öffentliche und private Institutionen aus den EU-Mitgliedstaaten. Diese können ihre Projektanträge in der Regel einmal jährlich bei der Europäischen Kommission einreichen. 

Seit dem 01. April 2021 wird das LIFE-Programm von der Europäischen Kommission (Generaldirektionen Umwelt und Klimapolitik) nicht mehr zusammen mit der Exekutivagentur für kleine und mittlere Unternehmen (EASME), sondern in Kooperation mit der European Climate, Infrastructure and Environment Executive Agency (CINEA) verwaltet. Mit diesem Wechsel der zuständigen EU-Exekutivagentur gehen allerdings keine umfassenden personellen Veränderungen bei den LIFE-Zuständigkeiten einher.

LIFE Programmperiode 2021-2027

Mit der Zustimmung des EU-Parlaments am 29. April 2021 wurde die neue LIFE-Verordnung für die Jahre 2021-2027 rückwirkend zum 01. Januar 2021 angenommen. Die inhaltlichen Schwerpunkte der Programmperiode 2021-2027 bauen auf den frühen LIFE-Prioritäten auf. Inhaltliche Veränderungen gibt es vor allem in Details.  Allerdings wurde das LIFE-Programm um das Teilprogramm „Energiewende / Clean Energy Transition“ ergänzt, welches bis Ende 2020 zum EU-Forschungs- und Innovationsprogramm „Horizon 2020“ gehörte.

Das LIFE-Programm 2021-2027 gliedert sich in die folgenden vier Teilprogramme:

Weitere, vor allem strukturelle und technische Veränderungen (für 2021-2027) gegenüber der letzten Programmperiode (2014-2020) sind:

  • Im Jahr 2021: Einstufiges Antragsverfahren für alle ‚Standard Action Projects (SAP)‘, also für die traditionellen LIFE-Projekte in den drei oben zunächst genannten Teilprogrammen sowie für die Coordination and Support Actions (CSA) im Teilprogramm „Energiewende“. Das heißt: keine Abgabe von Skizzen, sondern von vollständigen Anträgen (überwiegend zu Ende November 2021). Eine Rückkehr zum zweistufigen Antragsverfahren ab dem Jahr 2022 ist noch ungewiss. Für die auf größere Strategien oder Pläne bezogenen Strategic Projects (SP, ehemalige Integrierte Projekte) bleibt es bei einem zweistufigen Antragsverfahren.
  • Antragstellung über das ‚Funding & tender opportunities portal‘ der EU-Kommission. Am 27. Mai 2021 hat die EU-Kommission eine Einführung in dieses Antragsportal angeboten, die weiterhin online zur Verfügung steht. Ferner wurden speziell zum LIFE-Programm sehr anschauliche Erläuterungen aufgezeichnet, wie ein Antrag eingereicht werden muss.
  • Mit dem neuen LIFE-Teilprogramm „Energiewende“ (Clean Energy Transition subprogramme) sollen ähnliche Themenbereiche gefördert werden, wie sie bislang mit den ‚Coordination and Support Actions‘ im Energieeffizienz-Bereich des „Horizon 2020“-Programms gefördert wurden. Nähere Informationen finden Sie bei der Nationalen Kontaktstelle Energie für EU Programme.
  • Für das Teilprogramm „Energiewende“ gelten zum Teil andere Regularien, als für Projekte der bereits bisher im LIFE-Programm abgedeckten Themen Naturschutz, Biodiversität, Kreislaufwirtschaft, Lebensqualität, Klimaschutz und Klimaanpassung. Details entnehmen Sie bitte den Ausschreibungsunterlagen
  • Gegenüber der letzten Programmperiode gibt es erhebliche Veränderungen bei den Bewertungskriterien. Die Bewertungskriterien für Anträge werden im Mehrjährigen Arbeitsprogramm im Kapitel 4.2 (beziehungsweise 4.4 für NGO-Zuschüsse) dargestellt.

Mit der Ausschreibung des Jahres 2020 wurden einige Veränderungen/Vereinfachungen in die Regularien aufgenommen. Diese behalten voraussichtlich auch in der neuen Programmperiode ihre Gültigkeit. 

Das Gros der LIFE-Ausschreibungen des Jahres 2021 wurde am 13. Juli 2021 veröffentlicht. Auf der Website der EU-Agentur CINEA finden Sie Erläuterungen und Hilfestellungen zu den Ausschreibungen.

Auch auf unserer Seite speziell zu den Ausschreibungen 2021 haben wir viele Informationen für Sie zusammengestellt.

LIFE-Beratungsstelle der ZUG

Seit Januar 2019 ist im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit eine neue zentrale Beratungsstelle für das EU-Förderprogramm LIFE bei der Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH am Standort Bonn angesiedelt.

Auf dieser Seite finden Sie Informationen zur Beratungsstelle, zu den Strukturen und Schwerpunkten des EU-LIFE-Programms sowie zur Antragsstellung.

Englischsprachige Informationen finden Sie auf der LIFE-Seite der EU.