Beratung zum EU-LIFE-Programm durch die ZUG

Das EU-Förderprogramm LIFE (L'Instrument Financier pour l'Environnement) finanziert seit 1992 in den EU-Mitgliedstaaten wichtige Modellvorhaben in den Kernbereichen Umwelt-, Klima- und Naturschutz.

Ziel ist es, umweltfreundliche, innovative Produkte, Verfahren und Dienstleistungen sowie Best Practice in Europa zu etablieren und die entsprechende Politik und Verwaltungspraxis weiterzuentwickeln.

Das Förderprogramm unterstützt konkrete Vorhaben aus vielen Bereichen wie Arten- und Biotopschutz, biologische Vielfalt, Boden, Wälder, Klimaschutz, Klimaanpassung, Energieeffizienz, erneuerbare Energien, Energiewende, Luftqualität, Kreislaufwirtschaft, Ressourceneffizienz, Chemikalien, Lärm, Wasser und Abfall.

LIFE füllt im Umweltbereich eine Nische zwischen der Forschungsförderung der EU und ihren großen Unterstützungsprogrammen aus. Es bildet eine Brücke zwischen der Forschung und der Umsetzung im großen Maßstab. Es leistet damit einen Beitrag, um Lösungsansätze für Problemstellungen aus dem Umwelt- und Klimabereich zu erproben.

Beteiligen können sich öffentliche und private Institutionen aus den EU-Mitgliedstaaten. Diese können ihre Projektanträge in der Regel einmal jährlich bei der Europäischen Kommission einreichen. Die bislang letzte Antragsrunde (Call 2020) begann für die meisten Projektarten im April 2020. Ausschreibungsunterlagen und weitere Informationen zum Call 2020 stehen weiterhin auf der LIFE-Website der Europäischen Kommission zur Verfügung. Details finden Sie außerdem unter Antragstellung. Das Einreichen von klassischen LIFE-Projektanträgen ist voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2021 wieder möglich. Bitte beachten Sie, dass sich alle Detailinformationen dieser Internetseite auf die bisherige Programmperiode 2014-2020 beziehen, da die Details zu den Fördermöglichkeiten ab dem Jahr 2021 erst mit der Veröffentlichung eines Mehrjährigen Arbeitsprogramms 21-24 und mit der diesjährigen Ausschreibung voraussichtlich Mitte Juli bekanntgegeben werden.

Ausblick

Die bisherige LIFE-Programmperiode 2014-2020 endete im Dezember 2020. Aufgrund der erst im Dezember 2020 abgeschlossenen Verhandlungen zum Gesamtbudget der EU hat sich die Verabschiedung der neuen LIFE-Verordnung für die Jahre 2021-2027 verzögert. Mit der Zustimmung des EU-Parlaments am 29. April 2021 ist die neue LIFE-Verordnung nun angenommen. Inhaltlich zeichnen sich bisher keine erheblichen Änderungen ab. Allerdings wurde das LIFE-Programm um das Teilprogramm ‚Clean energy transition‘ ergänzt, welches bislang zum EU-Forschungs- und Innovationsprogramm „Horizon 2020“ gehörte.

Das LIFE-Programm 2021-2027 gliedert sich in die folgenden vier Teilprogramme:

  • „Naturschutz und Biodiversität“
  • „Kreislaufwirtschaft und Lebensqualität“
  • „Klimaschutz und Klimaanpassung“
  • „Energiewende“

Weitere bereits bekannte Veränderungen (für 2021-2027) gegenüber der letzten Programmperiode (2014-2020):

  • Im Jahr 2021: Einstufiges Antragsverfahren für alle Teilprogramme, also keine Abgabe von Skizzen, sondern von vollständigen Anträgen (voraussichtlich im 4. Quartal 2021). Eine Rückkehr zum zweistufigen Antragsverfahren ab dem Jahr 2022 ist noch ungewiss.
  • Antragstellung über das ‚Funding & tender opportunities portal‘ der EU-Kommission. Am 27. Mai 2021 bietet die EU-Kommission eine Einführung in dieses Antragsportal an. 
  • Mit dem neuen LIFE-Teilprogramm „Energiewende“ (Clean Energy Transition subprogramme) sollen ähnliche Themenbereiche gefördert werden, wie sie bislang mit den ‚Coordination and Support Actions‘ im Energieeffizienz-Bereich des „Horizon 2020“-Programms gefördert wurden. Nähere Informationen finden Sie bei der Nationalen Kontaktstelle Energie für EU Programme.
  • Voraussichtlich gelten für das Teilprogramm „Energiewende“ andere Regularien, als für Projekte der bereits bisher im LIFE-Programm abgedeckten Themen Naturschutz, Biodiversität, Kreislaufwirtschaft, Lebensqualität, Klimaschutz und Klimaanpassung.
  • Seit dem 01. April 2021 wird das LIFE-Programm von der Europäische Kommission (Generaldirektionen Umwelt und Klimapolitik) nicht mehr zusammen mit der Exekutivagentur für kleine und mittlere Unternehmen (EASME), sondern in Kooperation mit der European Climate, Infrastructure and Environment Executive Agency (CINEA) verwaltet. Mit diesem Wechsel der zuständigen EU-Exekutivagentur gehen allerdings keine umfassenden personellen Veränderungen bei den LIFE-Zuständigkeiten einher.
  • Voraussichtlich wird es Veränderungen bei den Bewertungskriterien geben.

Die EU-Kommission strebt eine baldige Ausschreibung 2021 im Juli mit einer Abgabefrist für Anträge im Herbst 2021 an.

Mit der Ausschreibung des Jahres 2020 wurden einige Veränderungen/Vereinfachungen in die Regularien aufgenommen. Diese behalten voraussichtlich auch in der neuen Programmperiode ihre Gültigkeit.

LIFE-Beratungsstelle der ZUG

Seit Januar 2019 ist im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit eine neue zentrale Beratungsstelle für das EU-Förderprogramm LIFE bei der Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH am Standort Bonn angesiedelt.

Auf dieser Seite finden Sie Informationen zur Beratungsstelle, zu den Strukturen und Schwerpunkten des EU-LIFE-Programms sowie zur Antragsstellung.

Englischsprachige Informationen finden Sie auf der LIFE-Seite der EU.