Förderung von Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels

Aktueller Hinweis

Das Förderfenster für den Förderschwerpunkt A „Einstieg in das kommunale Anpassungsmanagement“ ist seit 1. Dezember 2021 geöffnet. Anträge können bis zum 31. Januar 2022 eingereicht werden. Die erforderlichen Unterlagen zur Antragstellung finden Sie unter „Dokumente“. Die Links für die Antragstellung über das System easy-Online finden Sie im grünen Kasten ("Förderschwerpunkt A").

Die Öffnung des Förderfensters für den Förderschwerpunkt B „Innovative Modellprojekte für die Klimawandelanpassung“ folgt im Jahr 2022. Bei Interesse können Sie sich hier registrieren, um rechtzeitig über den Beginn des Förderfensters und die Förderkonditionen informiert zu werden.

Die Novellierung der Förderrichtlinie „Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels“ wurde im Sommer 2021 abgeschlossen. Die novellierte Förderrichtlinie bringt einige Neuerungen mit sich, um insbesondere Kommunen als zentrale Betroffene von Klimafolgen sowie Hauptakteure der Anpassung an den Klimawandel noch besser und zielgerichteter zu unterstützen. Das Ziel ist ausdrücklich, Kommunen und kommunale Einrichtungen darin zu unterstützen, die anstehenden Klimaanpassungs- und Umbauprozesse möglichst frühzeitig, integriert und nachhaltig anzugehen. Hierzu soll ein ganzheitliches Angebot von der Planung bis hin zur Umsetzung und Innovation erfolgen.

Mit dem neu ausgerichteten Förderprogramm werden gezielt Anreize für eine strategische Steuerung der Anpassung an den Klimawandel durch kommunale Anpassungskonzepte gesetzt, die von kommunalen Anpassungsmanager*innen erarbeitet werden und die im Rahmen einer integrierten Betrachtung unterschiedliche Handlungsfelder und Klimawirkungen behandeln. Hierdurch wird ermöglicht, zugleich Synergien zu nutzen und positive Nebeneffekte zu den UN-Nachhaltigkeitszielen zu entfalten (zum Beispiel: Biodiversität, Klimaschutz, Lärmschutz, Barrierefreiheit, Gesundheit, nachhaltige Mobilität etc.). Weiterhin werden innovative und nachhaltige Ideen mit Strahlkraft für die Anpassung an den Klimawandel in Deutschland gesucht.

Für erste Fragen zum Thema Klimaanpassung, zur neuen Förderrichtlinie und zu weiteren Fördermöglichkeiten steht das Zentrum KlimaAnpassung zur Verfügung:
Beratungshotline: 030 - 39001 201 (Montag bis Freitag, 10:00 bis 15:00 Uhr)
E-Mail: beratung(at)zentrum-klimaanpassung.de
www.zentrum-klimaanpassung.de/beratung

Für weitere Fragen - insbesondere zur konkreten Antragstellung - steht die ZUG zur Verfügung. Sie erreichen uns telefonisch von Montag bis Freitag zwischen 10.00 und 15.00 Uhr unter folgender Nummer: 030 - 700 181-733. Mit Fragen zur Antragstellung können Sie sich auch per E-Mail an uns wenden. Bei dringenden Anfragen zu laufenden Anträgen schreiben Sie uns bitte ebenfalls eine E-Mail mit einer möglichst genauen Schilderung des Hintergrunds Ihrer Fragen.

Über das Förderprogramm

Mit dem Programm „Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels“ fördert das Bundesumweltministerium Projekte, die Antworten auf die Folgen der Erderwärmung wie Hitzeperioden, Hochwasser oder Starkregenereignisse liefern und die Anpassung an den Klimawandel unterstützen sowie Synergien mit den UN-Nachhaltigkeitszielen entfalten. Gefördert werden vor allem lokale und kommunale Akteure, aber auch Vereine und mittelständische Betriebe sowie Bildungseinrichtungen in den folgenden Förderschwerpunkten:

A. Einstieg in das kommunale Anpassungsmanagement

  • A.1 Erstellung eines Nachhaltigen Anpassungskonzepts (Erstvorhaben)   
  • A.2 Umsetzungsvorhaben (Anschlussvorhaben)
  • A.3 Ausgewählte Maßnahme zur Anpassung an den Klimawandel

B. Innovative Modellprojekte für die Klimawandelanpassung (Wettbewerb)

  • B I. Erstellung eines Konzeptes
  • B II. Umsetzung eines Konzeptes

Voraussetzungen für die Antragsberechtigung

Einen Antrag auf Förderung können Kommunen, Unternehmen mit mehrheitlicher kommunaler Beteiligung oder unter der Beteiligung von Praxispartnern, Bildungsträger wie zum Beispiel Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen unter der Beteiligung von Praxispartnern, Verbände, Vereine, Stiftungen und vergleichbare Einrichtungen mit Sitz oder Niederlassung und Schwerpunktaktivitäten in Deutschland stellen. Bitte beachten Sie bei der Antragstellung die Antragsberechtigung für die jeweiligen Förderschwerpunkte sowie das Europäische Beihilferecht, welches insbesondere für Unternehmen von Bedeutung ist.

 

Nicht berücksichtigt werden Anträge, die über die BMU-Förderrichtlinie „Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen“ (AnpaSo) förderfähig wären.

Förderschwerpunkte

Förderschwerpunkt A. Einstieg in das kommunale Anpassungsmanagement

Antragsberechtigt: Kommunen (Städte, Gemeinden und Landkreise) und Zusammenschlüsse, an denen ausschließlich Kommunen beteiligt sind

Der Förderschwerpunkt A adressiert die Ausrichtung auf ein nachhaltiges und ganzheitliches Anpassungsmanagement in Kommunen. Hiermit sollen kommunale Akteure und Entscheidungsträgerinnen und -träger in der Erarbeitung von Anpassungskonzepten durch Klimaanpassungsmanager*innen (Personalstelle) unterstützt werden, die in besonderem Maße Synergien zu den Zielen der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie berücksichtigen (Gesundheit, Biodiversität, Klimaschutz etc.). Zudem wird mit der neu eingeführten Möglichkeit, eine investive Maßnahme aus einem erarbeiteten Konzept umzusetzen, der konkrete Mehrwert einer nachhaltigen Klimaanpassung vor Ort sichtbar gemacht und ein Beitrag zur wirksamen Umsetzung des Konzepts geleistet. Kommunen mit wenig Erfahrung in diesem Bereich können hiermit auf ein niederschwelliges Förderangebot für ein Anpassungsmanagement zurückgreifen.

Förderschwerpunkt A.1 Erstellung eines Nachhaltigen Anpassungskonzepts (Erstvorhaben)

Maximale Zuwendung: 225.000 Euro
Projektlaufzeit
: maximal 24 Monate

Was wird gefördert?

Gefördert wird die Erstellung eines integrierten und nachhaltigen kommunalen Anpassungskonzepts durch Anpassungsmanager*innen (befristete Personalstelle). Das Anpassungskonzept betrachtet integriert die verschiedenen Betroffenheiten und Handlungserfordernisse im Bereich Klimaanpassung in der Kommune und berücksichtigt zugleich Synergien, Schnittstellen und positive Nebeneffekte gegenüber den Zielen der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie.

Förderschwerpunkt A.2 Umsetzungsvorhaben (Anschlussvorhaben)

Maximale Zuwendung: 275.000 Euro
Projektlaufzeit: maximal 36 Monate

Was wird gefördert?

Gefördert wird die Begleitung der Umsetzung des unter A.1 erstellten oder eines vergleichbaren nachhaltigen Anpassungskonzepts (z.B. ehemaliges NKI-Teilkonzept „Anpassung an den Klimawandel“) durch Klimaanpassungsmanager*innen auf der Grundlage einer befristeten Personalstelle. Ziel der Förderung ist es sicherzustellen, dass das Anpassungskonzept mit seinen prioritären Maßnahmen vor Ort umgesetzt wird. Während der Begleitung der Umsetzung ist die Beantragung von weiteren Fördermitteln für investive Maßnahmen (siehe A.3 oder B II) möglich.

Förderschwerpunkt A.3 Ausgewählte Maßnahme zur Anpassung an den Klimawandel

Maximale Zuwendung: 200.000 Euro
Projektlaufzeit: maximal 36 Monate

Was wird gefördert?

Gefördert wird die Umsetzung einer ausgewählten Klimaanpassungsmaßnahme (investive Maßnahme) im Rahmen eines nachhaltigen Klimaanpassungskonzepts. Förderfähig sind auch Maßnahmen auf der Grundlage eines von A.1 unabhängig erarbeiteten kommunalen Anpassungskonzepts. Dieses muss die Kriterien eines nachhaltigen Anpassungskonzepts unter A.1. erfüllen. Ziel der Förderung ist es, die Kommune bei der Umsetzung des Anpassungskonzepts zu unterstützen und die Wirksamkeit von Anpassungsmaßnahmen im Sinne einer Vorbildfunktion sichtbar in der Kommune zu verankern.

Voraussetzungen für die Beantragung der ausgewählten Maßnahme sind

  • die ausgewählte Maßnahme ist Teil eines nachhaltigen Anpassungskonzepts
  • der Beschluss des obersten Entscheidungsgremiums der Antragstellenden zur Umsetzung des unter A.1 oder anderweitig erstellten nachhaltigen Anpassungskonzepts (Beantragung des Anschlussvorhabens gemäß A.2) sowie zum Aufbau eines Controllingsystems
  • der Beschluss des obersten Entscheidungsgremiums der Antragstellenden über die Realisierung der ausgewählten Maßnahme.

Förderschwerpunkt B: Innovative Modellprojekte für die Klimawandelanpassung

Antragsberechtigt: Anders als für den ersten Förderschwerpunkt richtet sich dieser Förderschwerpunkt nicht ausschließlich an Kommunen, sondern auch an Vereine, Verbände, Hochschulen sowie Unternehmen mit kommunaler Beteiligung oder im Verbund mit Praxispartnern. Vorhaben können auch von mehreren Partnern im Verbund durchgeführt werden.

Der Förderschwerpunkt B richtet sich insbesondere an fortgeschrittene Akteure, die bereits über Erfahrungen und Kenntnisse in der Anpassung an die Folgen des Klimawandels verfügen. Ihnen wird die Möglichkeit eröffnet, innovative Anpassungskonzepte mit besonderen Synergien zur Nachhaltigkeit zu entwickeln und durch eine investive Maßnahme zu erproben. Gefördert werden besonders innovative und vorausschauende Ansätze und Strategien sowie deren pilothafte Umsetzung zur Bewältigung und Risikominimierung von Folgen des Klimawandels. Die Vorhaben mit Modellcharakter sollen innovative Formen der Kooperation im städtischen und ländlichen Raum erproben und beispielgebende Impulse für die Anpassung an den Klimawandel geben. Es sollen nachhaltige Wege gefunden werden, Klimawandel und Extremwetteraspekte in klimasensible Handlungsbereiche und lokales beziehungsweise regionales politisches Handeln zu integrieren und die Robustheit und die Zukunftsfähigkeit von existierenden Systemen zu erhöhen.

Modul B I: Erstellung eines Konzeptes

Maximale Zuwendung: 300.000 Euro
Projektlaufzeit: in der Regel nicht mehr als drei Jahre

Was wird gefördert?

Gefördert wird die Entwicklung innovativer Anpassungskonzepte mit besonderen Synergien zur Nachhaltigkeit. Die Vorhaben sollen Impulse geben, wie Anpassung an die Folgen des Klimawandels auf neuartige Weise – auch im Sinne der Nachhaltigkeitsziele – gestaltet werden kann. Hierbei sollen sie neue Erkenntnisse im Rahmen eines oder mehrerer Handlungsfelder liefern, innovative Lösungsvorschläge für die Verminderung von Betroffenheiten durch den Klimawandel erarbeiten und / oder neue Herangehensweisen für die Steigerung der Resilienz gegenüber Klimawandelfolgen aufzeigen.

Die Konzepte sollen die Wirksamkeit sowie die konkrete Ausgestaltung und Durchführung von Maßnahmen beschreiben und ggf. belegen. Damit soll ein repräsentativer Aufschluss über die zu untersuchenden und zu berücksichtigenden Fragestellungen mit Blick auf die zu erwartenden Klimaauswirkungen gegeben werden.

Modul B II: Umsetzung eines Konzeptes

Maximale Zuwendung: 500.000 Euro
Projektlaufzeit: in der Regel nicht mehr als vier Jahre

Was wird gefördert?

Gefördert werden innovative Klimaanpassungsmaßnahmen mit Vorbildcharakter als Investitionsvorhaben (investive Maßnahme) auf Basis geeigneter Konzepte respektive aussagekräftiger (einem Konzept gleichwertigen) Planungsgrundlagen.

Voraussetzungen für die Beantragung der Förderung im Modul B II zur Umsetzung von innovativen, investiven Klimaanpassungsmaßnahmen sind:

  • das Aufzeigen der Synergien an der Schnittstelle zu mindestens zwei Nachhaltigkeitszielen
  • das Vorliegen eines Konzepts der Antragstellenden bzw. einer Kooperationspartnerin oder -partners gemäß Modul B I oder vergleichbaren aktuellen Grundlagen
  • das Aufzeigen der Resilienzsteigerung durch die Klimaanpassungsmaßnahme gegenüber verschiedenen Klimawirkungen anhand von Wirkungsketten im Rahmen eines Konzeptes
  • der Beschluss des obersten Entscheidungsgremiums der Antragsteller*in über die Realisierung der innovativen Maßnahme.

Art der Förderung

Für die Durchführung der Vorhaben können Zuwendungen im Wege der Projektförderung als nicht rückzahlbare Zuschüsse gewährt werden. Gefördert werden können projektbezogene Ausgaben bzw. Kosten, die im Rahmen einer wirtschaftlichen und sparsamen Haushaltsführung zur Erreichung des Projektziels erforderlich sind, sofern eine Realisierung ohne diese Förderung nicht möglich ist.

Eine angemessene Eigenbeteiligung durch Eigenmittel und ggf. die Mobilisierung zusätzlicher Finanzmittel (zum Beispiel Mittel Dritter) sind grundsätzlich Voraussetzung für eine Bewilligung. Die Förderung ist keine Dauerförderung. Ein Rechtsanspruch auf Förderung besteht nicht.

Die Auszahlung der Zuwendung bei Vorhaben unterhalb einer Zuwendungssumme von 25.000 Euro erfolgt erst nach Abschluss des Vorhabens sowie Eingang und Prüfung des Verwendungsnachweises. Für alle anderen Vorhaben gilt, dass eine Abschlusszahlung in Höhe von höchstens fünf Prozent der Zuwendung erst nach formgerechter und vollständiger Vorlage und Prüfung des Verwendungsnachweises geleistet wird.

Auswahlverfahren

Das Förderfenster für den Förderschwerpunkt A „Einstieg in das kommunale Anpassungsmanagement“ ist vom 1. Dezember 2021 bis zum 31. Januar 2022 geöffnet. Die Öffnung des Förderfensters für den Förderschwerpunkt B „Innovative Modellprojekte für die Klimawandelanpassung“ folgt im Jahr 2022. Wir werden an dieser Stelle rechtzeitig zur Öffnung des Förderfensters weitere Unterlagen zur Antragstellung (Merkblätter, Formulare) bereitstellen.

Das Antragsverfahren für Förderschwerpunkt A ist einstufig und für Förderschwerpunkt B zweistufig.

So erfolgt eine Bewilligung im Rahmen des Förderschwerpunkts A, wenn der Antrag positiv bewertet wird und die Haushaltsmittel für die Förderung des Projekts zur Verfügung stehen.

Im Rahmen des Förderschwerpunkts B reichen die Interessenten in der ersten Stufe eine Projektskizze ein. Sofern diese als aussichtsreich bewertet wird, erfolgt in der zweiten Stufe die Aufforderung zur Vorlage eines formellen Förderantrags. Im Sinne eines Wettbewerbs werden nach Verfügbarkeit der Haushaltsmittel die fünf bis zehn herausragenden Projektskizzen aus der Gesamtheit der Skizzen im Förderschwerpunkt B ausgewählt, die im besonderen Maße die Kriterien der Modellhaftigkeit, Übertragbarkeit und Innovation erfüllen.