Mit der „Strategie Künstliche Intelligenz" verfolgt die Bundesregierung das Ziel, Deutschland und Europa zu einem führenden Standort für KI-Technologien zu machen. Gleichzeitig soll ein positives Innovationsklima entstehen, das die Digitalisierung für Mensch und Umwelt nutzt und Risiken beschränkt.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) fördert deshalb die Entwicklung und die Erprobung des Einsatzes von KI-basierten Innovationen, um aktuelle ökologische Herausforderungen zu bewältigen. Als KI-Leuchttürme sollen diese Projekte beispielgebend für eine umwelt-, klima- und naturgerechte Digitalisierung sein. Dazu gehören Projekte, die

  • zur Erreichung der Klimaschutzziele beitragen,
  • Biodiversität bewahren,
  • eine naturverträgliche Landwirtschaft, nachhaltige Produktion, nachhaltigen Konsum oder nachhaltige Mobilität befördern,
  • Kreislaufwirtschaft unterstützen,
  • Zugang, Transparenz und Nutzbarmachung von Umweltdaten verbessern,
  • Energie- und Ressourcenbedarf reduzieren,
  • Schutzstandards für unsere Gesundheit setzen,
  • umweltorientiertes Programmieren von KI-Algorithmen voranbringen oder
  • die Wissensvermittlung sowie den gesellschaftlichen Diskurs über komplexe datengetriebene Systeme stärken. 

Zuständige Projektträgerin für das Förderprogramm KI-Leuchttürme ist die Zukunft-Umwelt-Gesellschaft (ZUG) gGmbH.

Über das Förderprogramm

Das Förderprogramm KI-Leuchttürme richtet sich an Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Die Beteiligung von Start-ups, KMU und Social Entrepreneuren ist ausdrücklich gewünscht. Die einzelnen Akteure können sich auch als assoziierte Partner einbringen.

Zwei unabhängige Förderlinien adressieren KI-Projekte verschiedener Entwicklungsstadien:

Förderlinie 1: Call for Participation "KI für den Umweltschutz"

Gesucht werden kreative und innovative Ideen für ökologische Herausforderungen. Das Verfahren ermöglicht Bewerberinnen und Bewerber mit oder ohne Fördererfahrung ihre Kompetenzen und Ideen einzubringen. Auf Basis einer kurzen Skizze erhalten die besten Konzeptideen die Möglichkeit, fünf Monate an der detaillierten Ausarbeitung der Idee zu arbeiten. Die aussichtsreichsten Vorhaben erhalten die Möglichkeit, ihr Konzept im Anschluss umzusetzen.

Der Call richtet sich vor allem an interdisziplinäre Teams. Wir wollen die Gemeinschaft, die sich mit den Chancen digitaler Technologien für die Umwelt beschäftigt, verbreitern, und ermutigen dazu, auch ungewöhnliche Ansätze zu verfolgen.

Die Frist für die Einreichung der Ideensteckbriefe für Förderlinie 1 ist am 15. September 2019 abgelaufen. Ausgewählte Vorhaben werden nach Bewertung durch das BMU informiert und zur Antragstellung aufgefordert.

Förderlinie 2: Anwendungsorientierung und Fundierung

Mit dem KI-Fonds will das BMU die Entwicklung, den Einsatz und die Vermittlung KI-basierter Anwendungen für Umwelt, Klima, Natur und Ressourcen fördern. Er richtet sich an Projekte mit einem höheren Reifegrad und ausgewiesener Breitenwirkung ("Leuchtturmcharakter"). Hierzu gehören Projekte unterschiedlicher Art:

  • Durchführbarkeitsstudien,
  • Angewandte Forschung und Experimentelle Entwicklung,
  • Maßnahmen der Skalierung und Praxisanwendung innovativer KI-Verfahren,
  • Capacity Building (beispielsweise Beratungs-, Vernetzungs-, Demonstrations- und Wissensvermittlungsangebote).

Die Laufzeit der Projekte beträgt vorbehaltlich verfügbarer Haushaltsmittel maximal drei Jahre.

Die Frist für die Einreichung der Anträge für Förderlinie 2 ist am 30. September 2019 abgelaufen.