KI-Leuchttürme für Umwelt, Klima, Natur und Ressourcen

Künstliche Intelligenz (KI) hat das Potenzial, in zahlreichen Einsatzgebieten und mit vielen unterschiedlichen Anwendungen zum Klima- und Umweltschutz beizutragen: Sie kann etwa den Ausbau erneuerbarer Energien voranbringen, die Energieeffizienz von Rechenzentren verbessern oder eine ressourcenschonende Landwirtschaft unterstützen.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) fördert aus diesem Grund mit der Initiative „KI-Leuchttürme für Umwelt, Klima, Natur und Ressourcen“ Projekte, die ihr digitales Know-how und ihre Kreativität nutzen, um ökologische Herausforderungen zu bewältigen. In einer ersten Förderrunde wurden bereits 28 Projekte mit einer Gesamtfördersumme in Höhe von rund 28 Millionen Euro unterstützt.

Zweiter Förderaufruf

Das Bundesumweltministerium hat im Rahmen eines Skizzenverfahrens erneut Projekte mit Leuchtturmcharakter gesucht, die KI-Anwendungen für den Klimaschutz vorantreiben oder KI-Systeme sowie ihre Infrastruktur ressourcenschonend machen. Die Frist für das Skizzenverfahren ist am 30.11.2021 abgelaufen.

Der Förderaufruf des Programms KI-Leuchttürme ist in zwei Förderschwerpunkte unterteilt:

Förderschwerpunkt 1: „KI-Innovationen für den Klimaschutz“

Im Bereich „KI-Innovationen für den Klimaschutz“ unterstützt das BMU allgemein Projekte, die durch KI-Anwendungen den Ausstoß von Treibhausgasemissionen mindern.

Förderschwerpunkt 2: „Ressourceneffiziente KI“

Der Schwerpunkt „Ressourceneffiziente KI“ fördert gezielt Projekte, die speziell KI-Systeme selbst und ihre Infrastruktur energie- und ressourcenschonender machen.


Wer wird gefördert?

Antragsberechtigt sind staatliche und nichtstaatliche Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, gewerbliche und gemeinnützige Unternehmen, kommunale Gebietskörperschaften und Organisationen wie Stiftungen, Verbände, Vereine und Gewerkschaften.
Voraussetzung ist die Rechtsfähigkeit und die rechtliche Selbstständigkeit der Organisation. Gefördert werden dürfen nur Stellen außerhalb der Bundesverwaltung.

Die KI-Leuchtturmförderung zielt auf konkrete KI-Anwendungen mit hohem Praxisbezug. Daher wird die Förderung insbesondere für transdisziplinäre Teams gewährt, das heißt für Verbundvorhaben aus mindestens zwei unterschiedlichen Gruppen von Zuwendungsempfangenden. Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, Vereinen, Verbänden oder Kommunen werden ausdrücklich begrüßt, ebenso wie die Beteiligung von Startups, Social Entrepreneurs sowie kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Diese können sich auch als assoziierte Partner*innen, das heißt ohne finanzielle Förderung, einbringen.

Verbundprojekte sollten eine Anzahl von fünf Verbundpartner*innen in der Regel nicht überschreiten. Abweichungen sind in der Projektskizze zu begründen.

Was wird gefördert?

Unter dem Förderschwerpunkt 1 „KI-Innovationen für den Klimaschutz“ werden Projekte gefördert, die mittels Anwendung von KI eine Vermeidung oder Verminderung von Treibhausgasemissionen verfolgen. Beiträge zur Klimawandelanpassung und/oder dem Umwelt-, Strahlen- und Naturschutz werden positiv berücksichtigt.

Unter dem Förderschwerpunkt 2 „Ressourceneffiziente KI“ werden Projekte gefördert, die den Energie- und Ressourcenbedarf von KI-Anwendungen und zugehöriger Infrastruktur reduzieren – zum einen durch eine Steigerung der Energie- und Ressourceneffizienz von KI-Algorithmen, Hardware und Infrastrukturen; zum anderen durch eine KI-gestützte, auf Ressourcenschonung abzielende Optimierung der IKT-Infrastruktur (KI für Grüne IT). Förderwürdig sind auch Projekte, die höhere Transparenz über die Energie- und Ressourcenverbräuche von KI-Systemen herstellen sowie ein Zielsystem für höhere Effizienz entwickeln. Die geplante Offenlegung der Ressourcenverbräuche, die zur Erreichung der Projektziele nötig sind (insbesondere die Energieverbräuche der KI-Entwicklung), werden bei allen Projekten dieses Schwerpunkts positiv berücksichtigt.

Mögliche Anwendungsbereiche und -beispiele finden Sie in der Förderrichtlinie (s. Abschnitt 2 „Gegenstand der Förderung“).

Was gilt es zu beachten?

Für beide Förderschwerpunkte soll plausibel dargelegt werden, dass eine eindeutig positive Umweltbilanz erwartet werden kann. Die Projekte müssen einen klaren Lösungsbeitrag zur in den Förderschwerpunkten gesuchten ökologischen Herausforderung beinhalten, eine breite Außenwirkung haben, innovativ sein und sich grundsätzlich an Interessen der Allgemeinheit sowie an ethischen Grundsätzen orientieren. Dies schließt auch die Reflexion und Vermeidung von Diskriminierung z. B. durch Bias in Trainingsdaten, geschlechterbezogene Datenlücken (Gender Data Gap) oder bei der Modellierung ein. Das Bundesumweltministerium bekennt sich zum Gender Mainstreaming; Vorhaben sind folglich dahingehend zu prüfen, ob eine Genderrelevanz vorliegt.

Die Anforderungen an die Projekte spiegeln sich in den Fragen wieder, die in der Gliederung zur Projektskizze gestellt werden. Bitte beantworten Sie daher alle Fragen möglichst fundiert.

Wie funktioniert das Bewerbungsverfahren?

Das Bewerbungsverfahren verläuft in zwei Stufen. In der ersten Stufe reichen Förderinteressierte bis zum 30.11.2021 eine aussagefähige Projektskizze über das Onlineformular der ZUG ein (kurze Registrierung erforderlich).
Bitte nutzen Sie zum Verfassen der Projektskizze die verpflichtenden Gliederungen für den Förderschwerpunkt 1 oder 2. Sie finden die Gliederungen als Dokumentvorlagen in dem grünen Infokasten „Dokumente“.

Lesen Sie sich zudem bitte vor Einreichung einer Projektskizze die Förderrichtlinie aufmerksam durch. Sie enthält alle wesentlichen Informationen über die Rahmenbedingungen der Förderung. Sollten weder die Förderrichtlinie noch die FAQ auf dieser Seite Ihre Fragen beantworten, wenden Sie sich gerne an unsere Ansprechpersonen unter der Hotline: 030 700 181 171 (Servicezeiten: Mo. bis Fr. von 10-12 Uhr & 14-16 Uhr).

Am 10.11.2021 von 14 bis 15 Uhr bieten wir eine offene Fragestunde zu den Anforderungen an die Projektskizzen, zu Ihrer Einreichung und zum weiteren Verfahren an. Die Einwahldaten veröffentlichen wir zeitnah an dieser Stelle.

Sofern die Projektskizze alle formalen Kriterien erfüllt und nach einer Bewertung gemäß den Förderkriterien vom Zuwendungsgeber ausgewählt wird, erfolgt in der zweiten Stufe die Aufforderung zur Antragstellung. Die Aufforderung zur Antragsstellung wird begleitet von ergänzenden Informationen, Hilfestellungen und projektspezifischen Hinweisen. Zudem wird eine Infoveranstaltung für die Antragstellenden angeboten.

Wie hoch ist die Zuwendung und Förderquote?

Zuwendungen erfolgen als nicht rückzahlbarer Zuschuss. Sie können für einen Zeitraum von bis zu drei Jahren und einer maximalen Summe von 2 Millionen Euro pro (Verbund-)Projekt gewährt werden, soweit die haushaltsrechtlichen Ermächtigungen vorliegen.

Die Finanzierung erfolgt grundsätzlich als Anteilfinanzierung. Die Antragsteller verpflichten sich zur Berücksichtigung der Grundsätze der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit. Eigenmittel sind in Abhängigkeit ihres finanziellen Leistungsvermögens und als Ausdruck des Eigeninteresses in angemessener Höhe einzubringen.

Die konkrete Förderquote wird immer projektspezifisch bestimmt. Bei Unternehmen sind insbesondere die europarechtlichen Regelungen zu maximalen Beihilfeintensitäten zu beachten (s. Artikel 25 der EU-Verordnung 651/2014, AGVO).

Über die Förderinitiative KI-Leuchttürme

Die Förderinitiative „KI-Leuchttürme für Umwelt, Klima, Natur und Ressourcen“ stellt einen Beitrag zur Umsetzung der KI-Strategie der Bundesregierung mit dem Ziel dar, Deutschland und Europa zu einem führenden Standort für KI-Technologien zu machen und dabei eine verantwortungsvolle und gemeinwohlorientierte Entwicklung und Nutzung von KI voranzubringen. Mit der Förderinitiative werden KI-Anwendungen gefördert, die als konkrete und übertragbare Beispiele den Nutzen von KI-Innovationen für Umwelt-, Klima- und Naturschutz aufzeigen. Als KI-Leuchttürme sollen diese Projekte beispielgebend für eine umwelt- und klimagerechte Digitalisierung sein.

Zuständige Projektträgerin für das Förderprogramm KI-Leuchttürme ist die Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH.

Rückblick auf den ersten Förderaufruf

Im Rahmen der ersten Förderrunde wurden bereits insgesamt rund 300 Ideen eingereicht und 28 Projekte mit einer Gesamtfördersumme in Höhe von rund 28 Millionen Euro bewilligt. Hiervon 13 Projekte in der Förderlinie 1 (fünfmonatige Konzeptausarbeitung) und 15 Projekte in der Förderlinie 2 (bis zu dreijährige Projekte höheren Reifegrads). Von den 13 Projekten der Förderlinie 1 wurden neun für eine Folgeförderung in der Förderlinie 2 ausgewählt.

Erfahren Sie mehr über die Projekte und ihre Ideen für Klima- und Umweltschutz: