Im Auftrag des Bundesumweltministeriums beginnt die Zukunft-Umwelt-Gesellschaft (ZUG) gGmbH mit dem Aufbau eines Kompetenzzentrums für Klimaschutz in energieintensiven Industrien (KEI) in der Lausitz. In engem Austausch mit Forschungseinrichtungen, Industrieunternehmen und nationalen, europäischen und internationalen Institutionen soll das Kompetenzzentrum technologische und marktorientierte Lösungen für die Dekarbonisierung energieintensiver Industrien entwickeln, zum Beispiel in der Stahl- und Zementbranche.

Das Kompetenzzentrum wird als neuer Standort der ZUG in Cottbus angesiedelt. Das KEI soll in Kooperation mit der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg als Thinktank für den Klimaschutz im Industriesektor arbeiten, Forschungsbedarf ermitteln, Forschungen initiieren, die Entwicklung eines Clusters unterstützen und Finanzierungsmöglichkeiten identifizieren. Die Auftaktsitzung für das Kompetenzzentrum fand am 7. März 2019 in Cottbus statt. Das KEI wird im Laufe des Jahres 2019 den Betrieb aufnehmen.

Förderprogramm zur Dekarbonisierung in der Industrie

Das KEI wird unter fachlicher Einbindung des Umweltbundesamtes (UBA) für die Umsetzung des geplanten BMU-Förderprogramms zur Dekarbonisierung in der Industrie verantwortlich sein. Das Förderprogramm wird Projekte von der Forschung und Entwicklung bis zur breiten Markteinführung innovativer Klimaschutztechnologien unterstützen. Die entsprechende Förderrichtlinie soll 2020 in Kraft treten.

Erste Kooperationsmöglichkeiten diskutiert: Auftaktsitzung des KEI am 3. März 2019 mit (V.l.n.r.): Holger Kelch (Oberbürgermeister Cottbus), Prof. Christiane Hipp (Präsidentin BTU), Prof. Jörg Steinbach (Wirtschaftsminister Brandenburg), Dr. Bettina Rechenberg (Fachbereichsleitung UBA), Corinna Enders (Geschäftsführerin ZUG), Jochen Flasbarth (Staatssekretär BMU).

Klimaschutz in energieintensiven Industrien

Das Pariser Klimaschutzabkommen und der Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung haben ein klares Ziel formuliert: Wirtschaft und Gesellschaft müssen langfristig treibhausgasneutral gestaltet werden. Insbesondere für die energieintensiven Industrien ist das eine komplexe Herausforderung, die mit milliardenschweren Investitionen verbunden ist.

Die Industrie in Deutschland hat in den letzten 30 Jahren erhebliche Anstrengungen zum Klimaschutz unternommen, dennoch steigen seit 2015 die Industrieemissionen wieder leicht an. Diese Emissionen resultieren aus dem hohen Energiebedarf vieler Industriebranchen und aus technisch-physikalischen Prozessen (Prozessemissionen), die zur Verarbeitung bestimmter Materialien notwendig sind. Neben einer Steigerung der Energieeffizienz werden hier vor allem sogenannte Sprunginnovationen benötigt, die Prozessketten- und verfahren zukünftig klimaneutral gestalten.

Das Umsteuern von Industrieprozessen erfordert Zeit und muss gleichzeitig schnell beginnen, da die Lebensdauer industrieller Anlagen viele Jahrzehnte umfasst. Mit dem KEI und dem geplanten Förderprogramm Dekarbonisierung sollen Industrieunternehmen in Deutschland beim Klimaschutz unterstützt und hochqualifizierte Arbeitsplätze langfristig gesichert werden.