Im Auftrag des Bundesumweltministeriums beginnt die Zukunft-Umwelt-Gesellschaft (ZUG) gGmbH mit dem Aufbau eines Kompetenzzentrums für Klimaschutz in energieintensiven Industrien (KEI) in der Lausitz. In engem Austausch mit Forschungseinrichtungen, Industrieunternehmen und nationalen, europäischen und internationalen Institutionen soll das Kompetenzzentrum technologische und marktorientierte Lösungen für die Dekarbonisierung energieintensiver Prozesse entwickeln, zum Beispiel in der Stahl- und Zementindustrie.

Das Kompetenzzentrum wird als neuer Standort der ZUG in Cottbus angesiedelt. Das KEI soll in Kooperation mit der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg als Thinktank für den Klimaschutz im Industriesektor arbeiten, Forschungsbedarf ermitteln, Forschungen initiieren, die Entwicklung eines Clusters unterstützen und Finanzierungsmöglichkeiten identifizieren. Darüber hinaus wird das KEI unter fachlicher Einbindung des Umweltbundesamtes (UBA) für die Umsetzung des geplanten BMU-Förderprogramms zur Dekarbonisierung in der Industrie verantwortlich sein. Das KEI wird derzeit konzipiert und soll im Laufe des Jahres 2019 den Betrieb aufnehmen.

Klimaschutz in energieintensiven Industrien

Das Pariser Klimaschutzabkommen und der Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung haben ein klares Ziel formuliert: Wirtschaft und Gesellschaft müssen langfristig treibhausgasneutral gestaltet werden. Insbesondere für die energieintensiven Industrien ist das eine komplexe Herausforderung, die mit milliardenschweren Investitionen verbunden ist.

Die Industrie in Deutschland hat in den letzten 30 Jahren erhebliche Anstrengungen zum Klimaschutz unternommen, dennoch steigen seit 2015 die Industrieemissionen wieder leicht an. Diese Emissionen resultieren aus dem hohen Energiebedarf vieler Industriebranchen und aus technisch-physikalischen Prozessen, die zur Verarbeitung bestimmter Materialien notwendig sind. Neben einer Steigerung der Energieeffizienz werden hier vor allem sogenannte Sprunginnovationen benötigt, die Prozessketten- und verfahren zukünftig klimaneutral gestalten.

Das Umsteuern von Industrieprozessen erfordert Zeit und muss gleichzeitig schnell beginnen, da die Lebensdauer industrieller Anlagen viele Jahrzehnte umfasst. Mit dem KEI und dem geplanten Förderprogramm Dekarbonisierung sollen Industrieunternehmen in Deutschland beim Klimaschutz unterstützt und hochqualifizierte Arbeitsplätze langfristig gesichert werden.