PtX Lab Lausitz in Cottbus eröffnet

 

23.08.2021 | Bundesumweltministerin Svenja Schulze und Brandenburgs Wirtschafts- und Energieminister Jörg Steinbach haben heute das „PtX Lab Lausitz – Praxislabor für Kraft- und Grundstoffe aus grünem Wasserstoff“ eröffnet. Corinna Enders, Geschäftsführerin der Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) und der Leiter des neuen PtX Lab Lausitz Harry Lehmann, begrüßten die per Videokonferenz zugeschaltete Ministerin und weitere Gäste. Im Auftrag des Bundesumweltministeriums wird das PtX Lab künftig als neuer Geschäftsbereich der ZUG die fachlichen Grundlagen für eine klimaneutrale Erzeugung und Nutzung von Power-to-X (PtX)-Technologien schaffen. Dies soll in Kooperation und im direkten Austausch mit Wirtschaft und Wissenschaft erfolgen. Um PtX-Technologien in der Praxis zu erproben, ist außerdem der Bau und Betrieb einer Demonstrationsanlage in der Lausitz geplant.

Corinna Enders: „Ich freue mich, dass die ZUG das PtX Lab Lausitz als neuen Geschäftsbereich am Standort Cottbus aufbaut. Das Lab wird zugleich Wissensplattform, Impulsgeber und Ansprechpartner zu den Themen grüner Wasserstoff und PtX-Technologien sein. Damit wollen wir den Markthochlauf umweltverträglicher und nachhaltiger PtX-Produkte ermöglichen und zur Treibhausgasneutralität von Wirtschaft und Gesellschaft beitragen. Nach der Eröffnung des Kompetenzzentrums Klimaschutz in energieintensiven Industrien (KEI) im Jahr 2019 ist dies eine bedeutsame Erweiterung unseres Standorts und unserer Aufgaben in Cottbus. Wir stärken damit die Lausitz als Strukturwandelregion und schaffen gleichzeitig Synergien zwischen beiden Geschäftsbereichen.“

 

PtX-Technologien, die aus erneuerbar erzeugtem Strom grünen Wasserstoff und anschließend Kraft- und Grundstoffe produzieren, sind auf lange Sicht die einzige klimafreundliche Alternative zu fossilen Brennstoffen. Dies gilt im Verkehr besonders für die Luft- und Seefahrt. Anders als im Straßenverkehr sind strombasierte Antriebe, wie etwa bei der Elektromobilität, in diesen Bereichen nicht möglich. Auch in der chemischen Industrie kommen PtX-Technologien als klimafreundliche Alternative infrage: Hier ist die aufwändige Herstellung von Grundstoffen wie Ethylen und Propylen bislang mit hohen CO2-Emissionen verbunden, da diese auf fossilen Quellen wie etwa Erdöl oder Flüssiggas basiert.

Harry Lehmann: „Das PtX Lab Lausitz wird aktuelle Entwicklungen rund um die Themen grüner Wasserstoff und PtX-Technologien beobachten, analysieren und dieses Wissen aufbereiten. Die Mitarbeitenden des Labs werden mit Forschungseinrichtungen und Industrieunternehmen auf nationaler und internationaler Ebene in den Dialog treten. Unser Ziel ist es, Kooperationen anzustoßen und zentrale Akteure aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu beraten und miteinander zu vernetzen.“

Das PtX-Lab Lausitz und die geplante Demonstrationsanlage wird Wissenschaft und Wirtschaft die Möglichkeit geben, neue Dienstleistungssysteme zu erproben, daraus zu lernen, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln und schrittweise einzuführen. Hierzu werden die ökonomischen und rechtlichen Rahmenbedingungen für einen erfolgreichen und schnellen Markthochlauf von PtX bearbeitet. Im Blick ist die gesamte Wertschöpfungskette der relevanten Technologien und Branchen sowie deren Einordnung in die Kreislaufwirtschaft. Aber auch Fragen der gesellschaftlichen und sozialen Folgen eines schnellen Markthochlaufs von PtX-Produkten spielen eine Rolle.

Im Auftrag des Bundesumweltministeriums gründete die Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH im März 2021 das PtX Lab Lausitz – Praxislabor für Kraft- und Grundstoffe aus grünem Wasserstoff in Cottbus. Grundlage hierfür ist das 2020 in Kraft getretene Strukturstärkungsgesetz Kohleregionen (StStG). Für das PtX Lab Lausitz und die geplante Demonstrationsanlage stehen bis zum Jahr 2024 bis zu 180 Millionen Euro zur Verfügung. Derzeit arbeiten sieben Mitarbeitende im PtX Lab am Standort in Cottbus. Bis zum Jahr 2023 sollen insgesamt 60 Mitarbeitende für das PtX Lab Lausitz eingestellt werden.