Erstes bundesweites Vernetzungstreffen der Förderinitiative „KI-Leuchttürme“ eröffnet

09.06.2021 | Staatssekretär Jochen Flasbarth hat heute das erste virtuelle Vernetzungstreffen der Förderinitiative "KI-Leuchttürme für Umwelt, Klima, Natur und Ressourcen" eröffnet. Im Mittelpunkt der Konferenz vom 9. bis 10. Juni stehen Chancen und Risiken der Künstlichen Intelligenz (KI) für Klima- und Umweltschutzvorhaben. Mit der Initiative fördert das Bundesumweltministerium gezielt 28 Leuchtturmprojekte, die mit ihren KI-Innovationen ökologische Herausforderungen bewältigen. Sie sollen den nachhaltigen Konsum fördern, den Ausbau erneuerbarer Energien voranbringen oder den Umstieg auf nachhaltige Verkehrsmittel erleichtern.

Die Bandbreite der geförderten Projekte deckt dabei unterschiedliche Themen ab. Beispielsweise untersucht die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik IPM, wie urbane Räume künftig vor den Folgen des Klimawandels besser geschützt werden können. Im Projekt "I4C – Intelligence for Cities" wird am Beispiel der Stadt Freiburg ein präzises 3D-Stadtmodell mit Wettervorhersagen und Klimasimulationen kombiniert. Anhand des Modells lassen sich Gebäude, Bäume und Stadtteile erkennen, die gegenüber Hochwasser, Hitzewellen und Stürmen besonders anfällig sind. In dem hochauflösenden 3D-Modell werden kritische Stellen visualisiert und Risiken identifiziert. Ziel ist es, Kommunen und Planungsbüros Werkzeuge an die Hand zu geben, mit denen sie den Klimawandel besser bewältigen können.

Beim Projekt "KInsekt – KI-basiertes Insektenmonitoring mit Citizen Science" wird die Datenbasis über Insekten verbessert, um dem starken Rückgang dieser Artengruppe effektiver begegnen zu können. Der Trägerverein, das Umweltbildungszentrum Listhof e. V. und die Beuth Hochschule für Technik Berlin, planen, das Monitoring zu digitalisieren und mittels KI auch für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dazu werden zunächst Insektenfallen entworfen und erprobt, die mit verschiedenen Sensoren ausgestattet sind. Aufbauend auf diesen Multisensordaten wird ein KI-Verfahren entwickelt, mit dem die Tiere erkannt und klassifiziert werden können.

Die Förderinitiative "KI-Leuchttürme für Umwelt, Natur, Klima und Ressourcen" reiht sich ein in einen Maßnahmenkatalog des Bundesumweltministeriums mit dem Ziel, die Chancen von KI für Klima und Umwelt besser zu nutzen und die Technologie gleichzeitig nachhaltig zu gestalten. Dabei orientiert sich das BMU in den nächsten Jahren an einem Fünf-Punkte-Programm, das Künstliche Intelligenz gezielt für den Umwelt- und Klimaschutz einsetzt. Dieses Programm wird voraussichtlich Ende Juni von Bundesumweltministerin Schulze vorgestellt.

Hintergrundinformationen


Die Förderinitiative "KI-Leuchttürme für Umwelt, Klima, Natur und Ressourcen" ist ein Beitrag zur Umsetzung der KI-Strategie der Bundesregierung mit dem Ziel, Deutschland und Europa zu einem führenden Standort für KI-Technologien zu machen und dabei eine verantwortungsvolle und gemeinwohlorientierte Entwicklung und Nutzung von KI voranzubringen. Mit der Förderinitiative werden KI-Anwendungen gefördert, die als konkrete und übertragbare Beispiele den Nutzen von KI-Innovationen für Umwelt-, Klima- und Naturschutz aufzeigen. Im Rahmen der ersten Förderrunde wurden insgesamt rund 300 Ideen eingereicht und 28 Projekte mit einer Gesamtfördersumme in Höhe von rund 28 Millionen Euro bewilligt. Zuständige Projektträgerin für die Förderinitiative KI-Leuchttürme ist die Zukunft-Umwelt-Gesellschaft (ZUG) gGmbH.

Das Bundesumweltministerium wird im Spätsommer dieses Jahres erneut eine Förderrunde starten. Bei diesem Förderaufruf wird es zwei Schwerpunkte geben: Unter "KI-Innovationen für den Klimaschutz" fördert das BMU Projekte, die mittels KI-Anwendungen den Ausstoß von Treibhausgasemissionen mindern. Der zweite Schwerpunkt "Ressourceneffiziente KI" wird die Förderung von Projekten verfolgen, die die Energie- und Ressourcenverbräuche von KI-Systemen und ihrer digitalen Infrastruktur reduzieren.