Projekte gegen Meeresmüll als Brücke zwischen Praxis und Globalem Plastikabkommen
Copyright: Elielson Aguiar
Beim Vernetzungstreffen des Förderprogramms gegen Meeresmüll stand erstmals im Mittelpunkt, wie Projekte bereits heute zentrale Handlungsansätze des Globalen Plastikabkommens praktisch umsetzen.
Beim vierten Online-Vernetzungstreffen des Förderprogramms gegen Meeresmüll kamen am 24. Juni 2026 Teilnehmende aus verschiedenen Regionen der Welt zusammen, um Erfahrungen aus der Bekämpfung von Plastikverschmutzung auszutauschen. Gleichzeitig startete mit diesem Treffen eine neue Themenreihe, die die praktische Projektarbeit gezielt mit den Inhalten des Globalen Plastikabkommens verbindet.
Den Auftakt des Treffens machte Sebastian Unger, Leiter der Unterabteilung Schutz der Meere im Bundesumweltministerium, mit einem Video-Grußwort. Er betonte, dass internationale Vereinbarungen zwar auf politischer Ebene beschlossen werden, ihre Wirkung aber erst durch die konkrete Umsetzung vor Ort entfalten. Die geförderten Projekte leisten einen wichtigen Beitrag, globale Ziele mit praktischen Maßnahmen zu verbinden.
Praktische Lösungen für globale Ziele
Das Förderprogramm gegen Meeresmüll unterstützt bereits heute Projekte im Globalen Süden, die den gesamten Lebenszyklus von Kunststoffen in den Blick nehmen. Um diese Erfahrungen künftig stärker für die internationalen Verhandlungen nutzbar zu machen, werden die Projektmaßnahmen systematisch zentralen Themenfeldern des Globalen Plastikabkommens zugeordnet. So wird sichtbar, welche in den Verhandlungen zum Globalen Plastikabkommen diskutierten Maßnahmen bereits praktisch umgesetzt werden, welche Ansätze sich bewährt haben und wo weiterer Handlungsbedarf liegt. Gleichzeitig sollen die Erfahrungen der Projekte den internationalen politischen Austausch stärken.
Das erste Treffen der neuen Reihe widmete sich dem Thema Governance & Rahmenbedingungen. Im Mittelpunkt standen Erfahrungen bei der Zusammenarbeit mit lokalen Partnern, dem Aufbau langfristiger Strukturen und der Entwicklung tragfähiger Lösungen gegen Plastikverschmutzung. Dabei zeigte sich erneut, wie wichtig starke lokale Partnerschaften und die frühzeitige Einbindung der beteiligten Akteure sind.
Praxisbeispiele aus Brasilien und Thailand
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Wie dieser Ansatz in der Praxis aussieht, zeigten zwei Projekte des Förderprogramms. Das brasilianische Projekt „PROMARES“ stärkt die Kreislaufwirtschaft, verbessert Abfallwirtschaftspläne und unterstützt politische Rahmenbedingungen wie die erweiterte Herstellerverantwortung. Ergänzend baut das Projekt Datengrundlagen auf, entwickelt digitale Monitoring-Werkzeuge und erprobt neue Lösungen zur Verringerung von Kunststoffeinträgen.
Das Projekt „MA-RE-DESIGN“ in Thailand verbindet ein verbessertes Kunststoffabfallmanagement mit nachhaltigem Verpackungsdesign. Gemeinsam mit Kommunen, Unternehmen und weiteren Partnern entwickelt das Projekt Lösungen, wie Kunststoff gesammelt und recycelt bzw. durch wiederverwendbare oder biologisch abbaubare Verpackungen ersetzt werden kann. Gleichzeitig unterstützt es nationale Strategien zur Vermeidung von Plastikabfällen und fördert den Wissensaustausch in Südostasien.
Der anschließende Austausch machte deutlich, wie wertvoll die Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg ist. Die Teilnehmenden diskutierten gemeinsame Herausforderungen, teilten erfolgreiche Ansätze und entwickelten Ideen, wie sich wirksame Maßnahmen gegen Meeresmüll weiter verbreiten lassen.
Hintergrundinformationen
Allein rund 23 Millionen Tonnen Plastikmüll werden jährlich in die Meere gespült. Um den Schutz der Meere zu verbessern, hat das Bundesumweltministerium 2019 das Förderprogramm gegen Meeresmüll „Marine Debris Framework – Regional hubs around the globe“ (Marine:DeFRAG) ins Leben gerufen. Die Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH betreut die Umsetzung des Förderprogramms.