Gemeinsam stärker für die Klimaanpassung: Vernetzungstreffen bringt Projekte aus drei Fördermaßnahmen zusammen
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Mehr als 1.100 geförderte Projekte, zahlreiche Praxisbeispiele und ein gemeinsames Anliegen standen beim Vernetzungstreffen im Vordergrund: Kommunen, soziale Einrichtungen und weitere Akteur*innen besser auf Hitze, Starkregen und Dürre vorzubereiten.
Wie können erfolgreiche Ansätze zur Klimaanpassung verbreitet, weiterentwickelt und dauerhaft verankert werden? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Vernetzungstreffens der Projekte aus den Förderrichtlinien „Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels“ (DAS), „Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen“ (AnpaSo) sowie der Förderung von Maßnahmen des Natürlichen Klimaschutzes und naturbasierten Lösungen im Rahmen des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK) unter der DAS-Förderrichtlinie (ANK-DAS), zu dem das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) zusammen mit der Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH nach Berlin eingeladen hatte.
„Die Folgen der Klimakrise sind in Deutschland und Europa immer deutlicher spürbar – durch Überschwemmungen, Hitzerekorde, Trockenperioden und Starkregen. Umso wichtiger sind konsequenter Klimaschutz und eine vorausschauende Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Als spezialisierte Dienstleisterin der Bundesregierung setzen wir Förderprogramme wie DAS, ANK-DAS und AnpaSo im Auftrag des Bundesumweltministeriums um und leisten einen wichtigen Beitrag zu Klimaschutz und Klimaanpassung. Dabei erleben wir Tag für Tag, wie viel Know-how, Innovationskraft und praktische Erfahrung in den einzelnen Projekten von Kommunen, Unternehmen und gesellschaftlichen Akteur*innen steckt. Vernetzungstreffen wie dieses helfen dabei, Erfahrungen zu bündeln, Synergien zu nutzen und erfolgreiche Ansätze in die Breite zu tragen“, sagt Dr. Constanze Haug, Geschäftsführerin der ZUG.
Förderprogramme stärken Anpassung an die Klimakrise
Die Förderrichtlinien des BMUKN unterstützen Projekte, die Deutschland widerstandsfähiger gegen Hitze, Dürre und Starkregen machen. Seit dem Start der DAS-Förderung im Jahr 2011 wurden bis heute mehr als 600 Projekte unterstützt – vom kommunalen Klimaanpassungsmanagement über Konzepte zur Sturzflutvorsorge bis hin zu Weiterbildungsangeboten und Anpassungsstrategien für Unternehmen. Gesonderte Förderaufrufe unter dem ANK setzten einen Schwerpunkt auf Natürlichen Klimaschutz und naturbasierte Lösungen. Mit der Förderrichtlinie „Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen“ (AnpaSo) wurden seit 2020 bereits über 580 Vorhaben gefördert, durch die soziale Einrichtungen notwendige Klimaanpassungsprozesse im Gesundheits-, Pflege- und Sozialsektor anstoßen und umsetzen – durch die Erarbeitung von Klimaanpassungskonzepten und die Umsetzung von Dach- und Fassadenbegrünungen, Entsiegelung von Flächen, Regenwassermanagement und vielen anderen, im Schwerpunkt naturbasierten Klimaanpassungsmaßnahmen.
Markus Gallander, Abteilungsleiter für Grundsatzfragen im BMUKN unterstrich in seinem Grußwort gegenüber den Gästen der drei Fördermaßnahmen: „Die Auswirkungen des Klimawandels sind längst nicht mehr nur eine Prognose der Klimaforschung. Sie sind spürbare Realität – bei uns in Deutschland ebenso wie weltweit. Ihr Engagement für die Anpassung an die Folgen des Klimawandels ist unverzichtbar. Sie leisten tagtäglich einen Beitrag dazu, unsere Gesellschaft, Städte und Gemeinden, Kitas und Pflegeeinrichtungen, Landschaft und Natur widerstandsfähiger zu machen – gegen Hitze, Starkregen, Dürre oder Hochwasser. Ihre Projekte zeigen, dass Vorsorge möglich ist – wenn man mutig denkt, über Sektorengrenzen hinweg arbeitet und Menschen vor Ort einbezieht."
Vernetzung als Schlüssel zum Erfolg
Der Austausch über Programm- und Projektgrenzen hinweg eröffnete den rund 60 Vertreterinnen und Vertretern der geförderten Projekte neue Perspektiven und zeigte, wie wichtig gegenseitiges Lernen für die Umsetzung von Klimaanpassungsmaßnahmen ist.
Einblicke in innovative Projekte
Im Plenum präsentierten einzelne Vorhaben ihre Erfahrungen aus der Praxis. Charlotte Kaufmann vom AWO-Bezirksverband Ober- und Mittelfranken berichtete von den Erfahrungen bei der Umsetzung der Klimaanpassungskonzepte in einer Kindertageseinrichtung und einem Seniorenzentrum. Nicolas Hübner von der Technischen Universität Berlin stellte das DAS-Projekt „AnExGe“ zur Klimaanpassungsplanung für die Stadt Geestland vor. Dr. Dörthe Becker von der NABU-Naturschutzstation Niederrhein zeigte, wie im Rahmen des Vorhabens „KlimaWeiden“ Konzepte für eine angepasste, zukunftsfähige Bodenbewirtschaftung entwickelt werden, die Klima und Natur gleichermaßen schützen kann.
Die vorgestellten Projekte verdeutlichen die Bandbreite der Fördermaßnahmen – von investiven Maßnahmen zum Schutz vor den Folgen des Klimawandels in sozialen Einrichtungen über wassersensible Stadtentwicklung bis hin zu klimaresilienter Landnutzung. Sie zeigen darüber hinaus, wie sich Klimaanpassung, natürlicher Klimaschutz und Biodiversität wirksam miteinander verbinden lassen.
Gemeinsam Klimaanpassung voranbringen
In einer Poster-Ausstellung stellten sieben Projekte ihre Arbeiten und Ergebnisse vor, unter anderem zur Identifizierung von Barrieren in der Klimakommunikation und zur Umsetzung des Klimaanpassungskonzeptes eines Pflegewohnzentrums in Berlin. Weiteren Raum für vertiefende Gespräche boten moderierte Arbeitsgruppen, in denen sich die Teilnehmenden zu Themen wie „Projektumsetzung – Herausforderungen in der Praxis“, „Erfolgreich nach innen und außen kommunizieren“ oder „Langfristige Sicherung naturbasierter Maßnahmen“ austauschten. Das Treffen machte deutlich: Erfolgreiche Lösungen für die Klimaanpassung sind vielfach vorhanden. Entscheidend ist nun, Wissen zu teilen, Ansätze weiterzuentwickeln und ihre Umsetzung in der Breite zu fördern.
Zum Abschluss konnten die Teilnehmenden bei einer Exkursion zu der „Roof Water Farm“ ein Reallabor-Projekt zur gebäudeintegrierten Nahrungsproduktion kennenlernen– ein erfolgreiches Beispiel für Klimaschutz und Klimaanpassung durch Regenwassermanagement.
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