Berlin-Spandau verbessert Wasserhaushalt im Naturdenkmal
Copyright: BA-Spandau, Carsten Asaël
Feierlicher Start der Wiedervernässung der Berliner Moore Immenweide und Glühwürmchengrund durch kontrollierte Wasserzufuhr aus der Havel
Mit einer kontrollierten Regulierung des Wasserstands im Flächennaturdenkmal Immenweide/Glühwürmchengrund hat der Bezirk Spandau einen wichtigen Meilenstein für mehr Natur- und Klimaschutz im Nordwesten Berlins erreicht. Gemeinsam mit Projektbeteiligten eröffneten Bezirksbürgermeister Frank Bewig, Bezirksstadtrat Thorsten Schatz und Oliver Conz, Abteilungsleiter für Naturschutz, Nachhaltige Naturnutzung und Natürlichen Klimaschutz im Bundesumweltministerium, am 15. Juni 2026 die neue Anlage zur Wasserstandsregulierung im Ortsteil Hakenfelde.
Das Projekt wird im Rahmen der Förderrichtlinie „Natürlicher Klimaschutz in ländlichen Kommunen“ aus dem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) gefördert. Ziel ist es, den Wasserhaushalt des Naturdenkmals langfristig zu stabilisieren und so wertvolle Moor- und Feuchtlebensräume zu erhalten – zum Schutz von Natur und Klima.
Trockene Jahre belasteten den Wasserhaushalt
Die Niedermoore Immenweide und Glühwürmchengrund waren durch die Trockenheit 2014 bis 2016 stark von sinkenden Wasserständen betroffen. Der Wasserhaushalt der Moore geriet aus dem Gleichgewicht, moortypische Lebensräume gingen verloren und gespeicherter Kohlenstoff wurde als klimaschädliches CO2 zunehmend freigesetzt. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, wurde eine neue Wasserzufuhr entwickelt.
Kontrollierte Wasserzufuhr stabilisiert das Moor und stärkt den Klimaschutz
Kernstück der Maßnahme ist eine sogenannte Dükerleitung. Sie verbindet die Oberhavel mit dem Moorgebiet und ermöglicht eine kontrollierte Wasserzufuhr ohne Pumpen, ausschließlich über das natürliche Gefälle. Dadurch kann der Wasserstand im Moor dauerhaft stabilisiert werden. Die Vernässung trägt dazu bei, die biologische Vielfalt zu stärken und die Funktion des Moores als natürlicher Kohlenstoffspeicher zu sichern.
Von der Maßnahme profitieren nicht nur Tiere und Pflanzen. Intakte Feuchtgebiete speichern Wasser, wirken an heißen Tagen kühlend auf ihre Umgebung und leisten einen wichtigen Beitrag zum Wasserrückhalt bei Starkregen. Damit stärkt das Projekt zugleich die Anpassung an die Folgen des Klimawandels und verbessert die Lebensqualität vor Ort.
Hintergrundinformationen
Das Bundesumweltministerium unterstützt mit dem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) Maßnahmen, die Klimaschutz mit der Schaffung und Stärkung vielfältiger Ökosysteme verbinden. Moore, Wälder, Auen, Gewässer und naturnahe Grünflächen binden Kohlenstoff aus der Atmosphäre und speichern ihn langfristig. Gleichzeitig helfen sie dabei, die Folgen der Klimakrise abzumildern, indem sie Wasser speichern, Hochwasser zurückhalten und an heißen Tagen für Kühlung sorgen.
Mit der Förderrichtlinie „Natürlicher Klimaschutz in ländlichen Kommunen“ fördert das BMUKN Projekte auf öffentlichen, nicht wirtschaftlich genutzten Flächen, die einen Beitrag zum Klimaschutz, zur biologischen Vielfalt und zur Lebensqualität in Städten und Gemeinden leisten. Die Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH begleitet die Umsetzung der Förderung als Projektträgerin.