KlimaWildnis-Fläche bei Stolberg im Harz Erwerb einer neuen KlimaWildnis-Fläche durch die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe im Südharz
Zuwendungsempfangende
NABU-Stiftung Nationales Naturerbe
Maßnahmen
Flächenankauf von insgesamt 989,75 Hektar Privatwaldfläche
Laufzeit
01.12.2025 bis 30.06.2027
Verortung
Landkreis Mansfeld-Südharz, Sachsen-Anhalt
Fördervolumen
31.773.842,31 €
Copyright: NABU-Stiftung Nationales Naturerbe/Klemens Karkow_1
Welchen Beitrag für mehr Wildnis in Deutschland leistet das Projekt?
Flächen, auf denen sich die Natur dauerhaft nach eigenen Regeln entwickeln kann, sind unverzichtbar für den Erhalt der biologischen Vielfalt und wertvoll für den Natürlichen Klimaschutz. Auf KlimaWildnis-Flächen kann sich die Natur eigenständig an sich ändernde Umweltbedingungen anpassen.
Auf der KlimaWildnis-Fläche Stolberg findet keine forstwirtschaftliche Nutzung mehr statt, natürliche Prozesse können sich auf der Fläche dauerhaft und frei von größeren menschlichen Einflüssen entwickeln. Die Fläche trägt somit substanziell zur Erreichung des Fünf-Prozent-Ziels einer natürlichen Waldentwicklung (5%-NWE-Ziel) der Nationalen Biodiversitätsstrategie (NBS) bei. Ziel der NABU-Stiftung ist es, durch passende Erweiterungen perspektivisch auch die Mindestgröße eines großräumigen Wildnisgebiets von 1.000 Hektar zu überschreiten. Die KlimaWildnis-Fläche Stolberg kann so in Zukunft auch einen wichtigen Beitrag zum Zwei-Prozent-Ziel für Wildnisgebiete der NBS leisten.
Kartenansicht der Fläche
Was zeichnet die Fläche aus?
Copyright: NABU-Stiftung Nationales Naturerbe/Klemens Karkow_1
Die im Zuge des Projektes erworbenen Flächen befinden sich südwestlich der Stadt Stolberg im Landkreis Mansfeld-Südharz und sind nahezu unzerschnitten.
Etwa 91 Prozent des Waldes setzen sich aus Baumarten der jeweils natürlichen Waldgesellschaft zusammen. Die zum Zeitpunkt des Erwerbs dominierenden Laubbaumarten sind Buche (76,5 Prozent), Esche und Berg-Ahorn (8,3 Prozent) sowie Eiche (2,6 Prozent) und andere Weichlaubhölzer wie Birke (3,5 Prozent). Die einzige relevante Nadelbaumart ist die Fichte, die jedoch nur noch auf einem sehr kleinen Flächenanteil (2,9 Prozent) vorkommt.
Bedingt durch die Lage im Mittelgebirge herrscht eine hohe Standortdiversität: Berghänge in unterschiedlicher Exposition, trockene Kuppen, kühl-feuchte Täler, in denen kleine Bächlein fließen. Diese standörtliche Vielfalt bedingt auch die hohe Mannigfaltigkeit der Waldstrukturen.
Für die Wildnisentwicklung liegt somit eine besonders interessante Ausgangslage vor. Ebenso bestehen vielfältige Potenziale für natürliche Anpassungsprozesse des Waldes an veränderte klimatische Bedingungen.
Diese Prozesse lassen sich für Besucher über diverse Wanderwege erleben. Die KlimaWildnis-Fläche Stolberg kann somit für einen sanften Naturtourismus in der Region genutzt werden.