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Europäische Umweltschutzinitiative (EURENI)

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Zwei Jugendliche vor einem Bergpanorama halten eine Europa-Flagge

Arzneimittelreste in Krankenhausabwässern wirksam eindämmen

Zuwendungsempfangende

Health Care Without Harm Europe (HCWH)

Laufzeit

laufend

01.04.2025 bis 31.03.2027

Verortung

Spanien, Malta, Deutschland, EU-Ebene

Fördervolumen

380.968,11 €

Projektbeteiligte

University of Malta

Hospital Universitari Mollet

Thema

Gewässerschutz und Wasserresilienz

Hintergrund des Projekts

Arzneimittelrückstände aus Gesundheitseinrichtungen stellen ein ernstes, aber oft unterschätztes Risiko für die Umwelt dar. Krankenhäuser leiten häufig hohe Konzentrationen an aktiven pharmazeutischen Inhaltsstoffen, wie Antibiotika, in das kommunale Abwasser ein. Normale Kläranlagen können diese Stoffe nicht vollständig entfernen. Nur wenige Krankenhäuser verfügen über eigene Filteranlagen. Dadurch gelangen Arzneimittelrückstände in Flüsse und Seen, und gefährden diese Ökosysteme.

Die Rückstände schaden nicht nur den Ökosystemen. Sie tragen auch zur Entwicklung und Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen (AMR) bei, die zu einer wachsenden Bedrohung für die öffentliche Gesundheit werden. Europäische Expert*innen warnen, dass die Umweltverschmutzung durch Antibiotika die Entstehung und Vermehrung resistenter Bakterien fördert.

Viele Fachkräfte im Gesundheitswesen sind sich nicht vollständig bewusst, wie Arzneimittel die Umwelt beeinflussen oder wie Krankenhausabwässer zur Entstehung von AMR beitragen. Umfragen in EU-Ländern zeigen Wissenslücken im Hinblick auf den „One Health“-Ansatz. Dieser Ansatz betrachtet die Gesundheit von Menschen, Tieren und Umwelt als miteinander verbundene Teile eines gemeinsamen Systems.

Auf politischer Ebene wächst das Bewusstsein für die Verschmutzung der Umwelt durch Arzneimittel. Konkrete gesetzliche Maßnahmen sind jedoch noch begrenzt. Die EU nahm 2024 Arzneimittel in die Überwachungsliste der Wasserrahmenrichtlinie auf. Verbindliche Qualitätsstandards werden jedoch frühestens für 2039 erwartet, möglicherweise sogar erst 2051. In den meisten Ländern werden Arzneimittelrückstände im Abwasser bislang nur freiwillig überwacht.

Diese Entwicklungen zeigen, wie wichtig Aufklärungs- und Bewusstseinskampagnen zur Umweltwirkung von AMR sind – insbesondere für Fachkräfte im Gesundheitswesen sowie Stakeholder in der öffentlichen Gesundheits- und Umweltpolitik.

Projektziele und -maßnahmen

Das Projekt geht die wachsenden Herausforderung der Antibiotikaresistenzen (AMR) an, indem es eine weitgehend übersehene Quelle in den Fokus rückt: Arzneimittelrückstände aus Gesundheitseinrichtungen, insbesondere Krankenhäusern. Diese Rückstände schädigen aquatische Ökosysteme und können zur Ausbreitung von antibiotikaresistenten Bakterien beitragen.

Um Wissenslücken und fehlendes Bewusstsein zu adressieren, entwickelt das Projekt ein neues Online-Schulungsmodul zur pharmazeutischen Umweltverschmutzung. Das Modul wird in die bestehende AMR EDUCare E-Learning-Plattform integriert und ergänzt die aktuellen Lerninhalte rund um einen verantwortungsvollen Umgang mit Arzneimitteln. Es richtet sich an Krankenhausmitarbeitende, vor allem an Personen, die Medikamente verschreiben oder pharmazeutische Abfälle handhaben. Die Teilnehmenden lernen, wie sie die pharmazeutischen Verschmutzungen verringern und die Prinzipien von „One Health“ in ihren Arbeitsalltag integrieren. 

Das Projekt richtet sich auch an Studierende der Medizin, Public Health und Pflege. Videos, Poster und Webinare erklären, wie Arzneimittelrückstände Wasserökosysteme und die menschliche Gesundheit beeinträchtigen. Die Materialien fördern einen verantwortungsvollen Umgang mit Antibiotika und geben Fachkräften Hinweise, wie sie mit Patient*innen über die richtige Entsorgung von Medikamenten sprechen. 

Darüber hinaus stärkt das Projekt den Austausch zwischen Akteur*innen und Entscheidungstragenden. Während der Weltwasserwochen in Brüssel und Malta organisiert es Fachveranstaltungen, um Erkenntnisse aus Schulungen und Feldbeobachtungen zu teilen. Diese Treffen zeigen Herausforderungen auf und bieten Handlungsoptionen auf europäischer Ebene. Die Arbeit steht im Einklang mit der EU-Wassergesetzgebung, einschließlich der EU-Wasserrahmenrichtlinie und der Richtlinie über die Behandlung von kommunalem Abwasser.

Durch die Verbindung von Bildung, Kommunikation und politischem Austausch unterstützt das Projekt praktische Lösungen zur Verringerung der Umweltverschmutzung durch Arzneimittel. Es ermutigt Krankenhäuser und Entscheidungstragende, umweltbewusste Praktiken zu übernehmen und den Gewässerschutz in den umfassenden Einsatz gegen Antibiotikaresistenzen zu integrieren.