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Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen

Kinder spielen auf einem Spielplatz

Kind Aktiv e.V. Umsetzung des Klimaanpassungskonzeptes der Kindertageseinrichtung „Die kleinen Strolche“ des Kind Aktiv e.V. in Königswinter

Zuwendungsempfangende

  • Kind Aktiv e.V.

Maßnahmen

  • Errichtung einer bepflanzten Pergola
  • Begrünung der Außenflächen
  • Anlegen eines Sandariums
  • Einrichtung von Nisthilfen
  • Bau einer Regenwassernutzungsanlage mit Zisterne
  • Installation einer Tröpfchenbewässerungsanlage

Laufzeit

abgeschlossen

01.06.2024 bis 30.11.2025

Verortung

Rauschendorf

Fördervolumen

64.407,56 €

Kind Aktiv e.V. ist der Trägerverein der Kindertageseinrichtung „Die kleinen Strolche“ und bietet bis zu 25 Plätze für Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren. Die in Rauschendorf bei Königswinter gelegene Einrichtung legt großen Wert auf ein offenes und friedliches Miteinander. Mit seinem Bildungskonzept "Klima-Forschungs-KiTa" verfolgt der Verein das Ziel, Wissen insbesondere zu den Themen Umwelt, Ernährung und Nachhaltigkeit bereits im frühkindlichen Alter zu vermitteln und erleben zu lassen.

Das Gebäude und das in den 1990er Jahren entworfene Außengelände sind nicht für die Auswirkungen des Klimawandels gewappnet. Hohe Temperaturen im Sommer und häufiger Starkregen haben zur Erosion des Bodens, Trockenheit und stark erhitzten Nutzflächen beigetragen. Die Lage des Kita-Außengeländes entlang eines Abhangs verstärkt die Anfälligkeit für Erosion. Die erschwerte Wasserversorgung führt außerdem dazu, dass Pflanzen vertrocknen, Kahlflächen entstehen und die Artenvielfalt verloren geht. Die Kinder leiden im Sommer häufig an Überhitzung und bekommen leicht einen Sonnenbrand, da es kaum verschattete Flächen gibt. Auch eine pädagogische Begleitung und Erfahrung in der Natur ist unter diesen Bedingungen kaum möglich. Aufgrund dieser Herausforderungen wurde im Jahr 2023 ein Klimaanpassungskonzept erstellt, das die Betroffenheit der Einrichtung begründet und passende Maßnahmen herleitet.

Im Außenbereich der Einrichtung sind mehrere Begrünungsmaßnahmen geplant. Hierzu zählt eine bepflanzte Pergola, welche als „Forschungslaube“ dienen soll. Innerhalb dieser Forschungslaube können die Kinder im kühlen Schatten die Tiere und Pflanzen aus dem Garten beobachten und erforschen. Daneben sind u. a. noch eine Fassadenbegrünung und Baum- sowie Heckenpflanzung angedacht. Zusätzlich soll Spalierobst, also an Gerüsten oder Fassaden gesetzte Nutzpflanzen, sowie eine Hangbefestigung mit robusten und stark wurzelnden Pflanzen am nordwestlichen Rand des Außengeländes gepflanzt werden. Ein Sandarium als Alternative zu herkömmlichen Insektenhotels und Insekten-Nisthilfen soll im Garten und an der Fassade der Einrichtung Platz finden. Dabei handelt es sich um ein Beet mit einem speziellen Sand-Lehm-Gemisch, wodurch z. B. bodenbrütende Wildbienen gut Tunnel bauen können. Für ein verbessertes Regenwassermanagement sollen eine vollautomatische Tröpfchenbewässerungsanlage und eine Regenwassernutzungsanlage mit Zisterne installiert werden.

Die neue Bepflanzung soll durch Verschattung und Schadstoffbindung ein angenehmes Mikroklima im Außenbereich bewirken. Ein verbessertes Mikroklima wird einen Beitrag zum Schutz der Kinder vor Risiken wie Überhitzung leisten. Auch die dichte Fassadenbegrünung schirmt zukünftig im Sommer vor Hitze und im Winter vor Kälte ab, reduziert Lärm und fördert die Biodiversität und den Artenschutz. Nutzpflanzen wie Spalierobst oder Kräuter sollen das Umweltbewusstsein und eine gesunde Ernährung der Kinder fördern. Die Zisterne wird Regenwasser von bis zu 100.000 Litern im Jahr speichern und eine kontinuierliche Bewässerung des Außenbereiches im Sommer gewährleisten. Zusammen mit der Tröpfchenbewässerungsanlage kann damit langfristig Wasser eingespart werden. Der pädagogische Ansatz zum Thema Wasser als Ressource sowie ein verantwortungsvoller Umgang damit sind wichtige Bestandteile des Klimaanpassungskonzeptes der Kita.