KuestenRind Angepasste Beweidungsstrategien mit Rindern zur Salzwiesenbewirtschaftung
Zuwendungsempfangende
Land Mecklenburg-Vorpommern
Maßnahmen
- Handlungsempfehlungen zur naturschutzgerechten Pflegenutzung von Salzwiesen durch landwirtschaftliche Betriebe mit unterschiedlicher Ausrichtung
- Detaillierte Arbeitszeit-Studien und Datenerhebungen auf den Flächen (vegetationskundlich) und in den Betrieben (ökonomisch), wie zum Beispiel Jungrinderaufzucht oder Milch- und Mutterkuhhaltung zur naturschutzgerechten Pflegenutzung der Salzwiesen
- Erfassung der Vegetationsstadien für Gräser und Kräuter zur Bewertung von Futterpflanzen für das Weidetier
- Messung der Kohlenstoffvorräte von Salzwiesen
- Analyse und Verbesserung der naturnahen Wasserdynamik gemeinsam mit den Bewirtschafter*innen zur naturschutzgerechten Nutzung (Beweidung) von Überflutungsflächen und des Lebensraums für Salzwiesen-typische Artenvielfalt
Laufzeit
01.07.2025 bis 30.06.2030
Verortung
Mecklenburg-Vorpommern – Außen- und Binnenküsten der mecklenburgischen Ostsee
Fördervolumen
583.191,35 €
Projektbeteiligte
- Landwirtschaftsbetriebe
- Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern
Copyright: O. Tober
Welchen Beitrag leistet das Projekt zum Klimaschutz, zur Klimaanpassung und zur Förderung der biologischen Vielfalt?
Das Projekt „KuestenRind“ hat zum Ziel, modellhaft die Pflege von Salzwiesen an den Außen- und Binnenküsten von Mecklenburg-Vorpommern durch naturschutzgerechte Nutzung (Beweidung) zu untersuchen. Dabei soll die Wirkung der verschiedenen Ausrichtungen der landwirtschaftlichen Unternehmen wie Milchviehbetriebe oder Futterbaubetriebe auf die Salzwiesen dokumentiert werden. Bei unsachgemäßer beziehungsweise unterbleibender Pflege kann das bis hin zum Absterben der Salzwiesen führen.
Ein zentraler Aspekt ist, wie der Erhalt und Wiederaufbau von Salzwiesen an der mecklenburgischen Ostseeküste in die landwirtschaftlichen Strukturen integriert werden kann, um sowohl die Wirtschaftlichkeit der Betriebe, den Schutz der Natur als auch die Kohlenstoffspeicherung der Salzwiesen langfristig zu sichern. Das Vorhaben „KuestenRind“ berücksichtigt bei der naturverträglichen Pflegenutzung auf Salzgrünland die Gemeinsame Europäische Agrarpolitik (GAP), um nachhaltige und praxistaugliche Formen der Bewirtschaftung zu entwickeln.
Die Maßnahmen des Projekts im Rahmen des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK) leisten auch Beiträge zur Umsetzung und Unterstützung europäischer und internationaler Vorgaben zum Meeresschutz: der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL), der Natura 2000-Richtlinien, der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL), der EU-Biodiversitätsstrategie für 2030 und der EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur (EU-WVO) sowie des HELCOM Baltic Sea Action Plan (BSAP) und des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD).
Wie sind die Ergebnisse des Projektes nachhaltig von Nutzen?
Die im Projekt entwickelten angepassten Beweidungsstrategien mit Rindern tragen langfristig zur Stabilität und Wiederherstellung der ökologisch wertvollen Salzwiesen bei. Durch die gezielte Beweidung wird nicht nur die biologische Vielfalt gefördert, sondern auch die Fähigkeit der Flächen erhöht, Kohlenstoff zu speichern, was zur Minderung von Treibhausgas-Emissionen beiträgt. Gleichzeitig verbessert das Projekt den natürlichen Klimaschutz und hilft, die Küstenlinie zu sichern, indem es die Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Anstieg des Meeresspiegels stärkt.
Die zu erarbeitenden Arbeitszeitstudien und Datenerhebungen ermöglichen es landwirtschaftlichen Betrieben, wirtschaftlich tragfähige und gleichzeitig naturschutz- und klimaschutzgerechte Bewirtschaftungsformen zu finden, die sowohl ökologische als auch ökonomische Vorteile bieten. Es werden Handlungsempfehlungen für unterschiedliche Betriebsstrukturen erarbeitet. Die im Rahmen des Projekts gewonnenen Daten und Erkenntnisse können auch als Grundlage für zukünftige Förderprogramme und politische Entscheidungsprozesse im Bereich des Küsten- und Naturschutzes dienen.
Als Modellprojekt kann „KuestenRind“ dazu beitragen, nachhaltige Strategien für Weidehaltung auf weiteren Küstenstandorten zu etablieren. In Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnerinnen und -partnern wird ein Konzept entwickelt, das langfristig in agrarpolitische Förderprogramme integriert werden kann. Auf diese Weise sichert das Projekt nicht nur die ökologische Funktionalität der Salzwiesen, sondern schafft auch eine wirtschaftliche Perspektive für Landwirte.
Was leisten Salzwiesen für das Ökosystem an der Ostseeküste?
Salzwiesen tragen in Zeiten des ansteigenden Meeresspiegels auf natürliche Weise zum Küstenschutz bei und leisten damit einen Beitrag zur Klimaanpassung. Darüber hinaus sind sie für den natürlichen Klimaschutz wichtig. Denn Küsten- und Meeresökosysteme haben eine zentrale Funktion als natürliche Kohlenstoffsenken (Blue Carbon). Viele Salzwiesen an der Ostseeküste bauen Torfe auf und können dadurch große Mengen an Kohlenstoff binden.
Neben ihrer Bedeutung für Küsten- und Klimaschutz bieten Salzwiesen Nahrung und Lebensraum für eine Vielzahl von seltenen und gefährdeten Tier- und Pflanzenarten. Ihr Erhalt dient somit dem Schutz der biologischen Vielfalt und trägt entscheidend zum langfristigen Erhalt wertvoller Ökosystemleistungen bei.
Als Lebensraum, der den Übergang zwischen Land und Meer kennzeichnet, sind intakte Salzwiesen für den Menschen von großem Nutzen. An der Ostseeküste sind Salzgrünländer hauptsächlich durch extensive Beweidung auf Küstenüberflutungsmooren entstanden, also durch den Einfluss des Menschen.