Zweite Erweiterung des Wildnisgebiets „Westlicher Vogelsberg“ Ankauf weiterer Nutzungsrechte im Laubacher Wald
Zuwendungsempfangende
NABU-Stiftung Nationales Naturerbe
Maßnahmen
Ankauf der Nutzungsrechte für insgesamt 78,81 Hektar Wald
Laufzeit
05.12.2025 bis 31.12.2026
Verortung
Landkreis Gießen, Hessen
Fördervolumen
2.124.826,04 €
Copyright: NABU-Stiftung Nationales Naturerbe/Klemens Karkow
Welchen Beitrag für mehr Wildnis in Deutschland leistet das Projekt?
2025 konnte das bestehende Wildnisgebiet „Westlicher Vogelsberg“ in Hessen erneut erweitert werden: Für 78,81 Hektar angrenzende Waldfläche erwarb die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe die Nutzungsrechte, so dass das Wald-Wildnisgebiet im Westhessischen Bergland nunmehr ca. 1.270 Hektar umfasst. Hier findet keine forstliche Nutzung mehr statt – hier darf Wildnis im Sinne der Nationalen Biodiversitätsstrategie entstehen.
Das Wildnisgebiet setzt sich nun aus ca. 800 Hektar des hessischen Staatswaldes sowie drei Flächen zusammen, in denen die NABU-Stiftung bereits 2020 (ca. 225 Hektar), 2023 (ca. 170 Hektar) und 2025 die Nutzungsrechte für ca. 79 Hektar mit Mitteln des Wildnisfonds erworben und umgehend Wildnisentwicklung zugelassen hat.
Kartenansicht des Projekts
Was zeichnet die Fläche aus?
Der Wald in der neuen Erweiterung des Wildnisgebiets besteht zu einem Anteil von etwa 54 Prozent aus Buchenwald, 15 Prozent sind mit Fichtenbeständen und 8 Prozent mit Europäischer Lärche bestockt. Die übrigen Flächen sind Laubmischwald aus Esche, Berg- und Spitzahorn sowie Hainbuche. Gut 42 Prozent der Buchenbestände sind älter als 140 Jahre mit bis zu 200 Jahren. Insbesondere der hohe Anteil älterer Waldbestände bietet gute Voraussetzungen für eine schnell einsetzende natürliche Walddynamik. Das Projektgebiet zeichnet sich durch eine hohe Nährstoffverfügbarkeit aus, die die älteren Buchen entsprechend mächtig und hoch (bis zu > 40 m) wachsen lässt.
Die Fläche ist Teil des Europäischen Vogelschutzgebietes „Vogelsberg“ sowie des Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Gebietes „Laubacher Wald“. Ein wesentlicher Schutzgrund der Fläche besteht in den nährstoffreichen Buchenwäldern auf Basaltverwitterungsböden. Die Artenvielfalt im Vorhabengebiet und den umliegenden Schutzgebietsflächen ist überdurchschnittlich hoch und durch zahlreiche europäisch geschützte Tier- und Pflanzenarten sowie Arten in besonderer Verantwortung Deutschlands wie die Bechsteinfledermaus gekennzeichnet.