Sachsenforst stellt Wiedervernässung des Moors am Roten Fluss vor
Copyright: Michael Pfalz, STAATSBETRIEB SACHSENFORST
Bei einem Pressetermin im Vogtland stellte der Staatsbetrieb Sachsenforst die durch das Bundesumweltministerium geförderten Maßnahmen zur Wiedervernässung des Moors am Roten Fluss vor.
Gemeinsam mit Projektbeteiligten des Forstbezirks Eibenstock im Vogtland informierte der Staatsbetrieb Sachsenforst am 9. Juni 2026 über die laufende Wiedervernässung des Moors am Roten Fluss. Das Vorhaben wird im Rahmen des Förderprogramms 1.000 Moore des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) mit 90 Prozent der Kosten gefördert. Ziel ist es, den natürlichen Wasserhaushalt des Moores wiederherzustellen und damit einen wichtigen Beitrag zum Natürlichen Klimaschutz zu leisten.
Vor Ort konnten sich Medienvertretende ein Bild von den bereits laufenden Arbeiten machen. Das rund zehn Hektar große Hang-Regenmoor liegt im Quellgebiet des Vogtlandsees und wurde im 19. Jahrhundert durch ein dichtes Netz von Entwässerungsgräben trockengelegt, um die Fläche forstwirtschaftlich nutzen zu können. Heute prägen wieder zunehmend ausgedehnte Moosteppiche, Heidekrautflächen sowie einzelne verbliebene Bäume diese Moorlandschaft.
Fünf Kilometer Entwässerungsgräben werden verschlossen
Seit Anfang Mai werden die Entwässerungsstrukturen schrittweise zurückgebaut. Insgesamt rund fünf Kilometer Gräben werden durch etwa 100 Staubauwerke verschlossen. Bei den Stauwehren handelt es sich überwiegend um Bauwerke aus Naturmaterialien (Torf-, Holz- und Lehmstaue). Lediglich aufgrund besonders tiefer Gräben werden an fünf Stellen Stahlspundwände zur Erosionsminimierung eingesetzt. Ergänzend werden Gräben auf einer Länge von rund 1,1 Kilometern mit einem Sägemehl-Hackschnitzel-Gemisch verfüllt. Dadurch soll das Wasser künftig wieder in der Fläche gehalten werden. Zudem werden günstige Standortbedingungen für eine natürliche Regeneration des Moores geschaffen.
Intakte Moore speichern große Mengen Kohlenstoff, leisten einen wichtigen Beitrag zum Wasserrückhalt in der Landschaft und bieten wertvolle Lebensräume für spezialisierte Tier- und Pflanzenarten. Mit der Wiedervernässung des Moors am Roten Fluss wird daher nicht nur der Klimaschutz gestärkt, sondern auch die Biodiversität in der Region gefördert.
Für die Umsetzung des Projekts werden bis zu 260.000 Euro investiert. Die Arbeiten sollen im Juni 2026 abgeschlossen werden. Anschließend wird ein Monitoring eingerichtet, um langfristig zu verfolgen, wie sich die Wasserstände im Moor und die Wasserqualität am Abfluss des Moores entwickeln.
Über das Förderprogramm 1.000 Moore
Das BMUKN fördert im Rahmen des Förderprogramms 1.000 Moore Maßnahmen zur dauerhaften und weitgehenden Wiedervernässung von hydrologisch degradierten, naturschutzbedeutsamen Mooren mit einer Größe zwischen 5 und 200 Hektar. Im Fokus steht die Wiederherstellung oder Verbesserung des Wasserhaushalts für den Natürlichen Klimaschutz. Zugleich sollen moortypische Lebensräume erhalten und entwickelt werden.
Förderfähig sind Orientierungsberatungen zu Fragen der Wiedervernässbarkeit von Mooren, vorbereitende Maßnahmen (z. B. Planung) sowie die Umsetzung von baulichen Maßnahmen zur Wiedervernässung.
Aktuell können keine Anträge für das Förderprogramm eingereicht werden. Ein weiteres Förderfenster wird zu einem späteren Zeitpunkt geöffnet. Interessierte können sich über die Website der Projektträgerin ZUG für den E-Mail-Verteiler anmelden, um über Zeitpunkt und Bedingungen des Förderfensters informiert zu bleiben.
Kontakt
Wiedervernässung und Renaturierung naturschutzbedeutsamer Moore (Förderrichtlinie 1.000 Moore) +49 30 72618 0798 E-Mail schreiben
Sprechzeiten für die Beratung zur Antragstellung:
Mo, Mi & Fr: 9-12 Uhr
Di & Do: 9-12 Uhr & 13-15 Uhr