„Lebensumfeld im Wandel“ - KoMoNa-Projekte aus dem Rheinischen Revier zeigen, wie nachhaltiger Strukturwandel gelingt
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Bei der Veranstaltung „Lebensumfeld im Wandel – Kommunale Projekte für ein attraktives Rheinisches Revier“ präsentierten KoMoNa-Vorhaben ihre Ansätze für einen nachhaltigen Strukturwandel.
Zur Bewältigung des Strukturwandels und für ein attraktives Lebensumfeld sind im Rheinischen Revier nachhaltige Lösungen notwendig, die Umwelt- und Lebensqualität stärken, indem sie soziale Teilhabe fördern und den Zugang zu hochwertigen Grünräumen verbessern. Wie dies in der Praxis umgesetzt wird, zeigten am 1. Juni in Kloster Knechtsteden ausgewählte KoMoNa-Projekte bei der Veranstaltung „Lebensumfeld im Wandel – Kommunale Projekte für ein attraktives Rheinisches Revier“.
Im Fokus der Veranstaltung der Zukunftsagentur Rheinisches Revier mit Unterstützung des Bundesumweltministeriums (BMUKN) und des Umweltministeriums NRW (MUNV) standen vielfältige Projekte der Bundes- und Landesförderung, die den Strukturwandel im Rheinischen Revier mit konkreten Maßnahmen vor Ort gestalten und die Lebensqualität in der Region stärken. Eröffnet wurde die Veranstaltung mit rund 140 Vertreter*innen aus Kommunen, Verbänden, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft unter anderem von Oliver Krischer, Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen und Bundesumweltminister Carsten Schneider (Videobotschaft). Carsten Schneider betonte dabei: „Eine gesunde Umwelt und hohe Lebensqualität machen eine Region attraktiv – für Familien mit kleinen Kindern bis hin zu Unternehmen, die damit Fachkräfte anziehen können. Saubere Luft, mehr Grün in der Stadt, eine lebendige Natur mit vielfältigen Tieren und Pflanzen, Bildung für Nachhaltigkeit: All das steigert die Lebensqualität und schafft Orte, an denen junge und alte Menschen sich gemeinsam erholen und Kraft tanken können.“
Hier setzt das Bundesumweltministerium mit dem Förderprogramm „Kommunale Modellvorhaben zur Umsetzung der ökologischen Nachhaltigkeitsziele in Strukturwandelregionen (KoMoNa)“ an und unterstützt das Rheinische Revier beim nachhaltigen Strukturwandel, indem es natürliche Infrastrukturen, sozialen Zusammenhalt und wirtschaftliche Standort-Attraktivität miteinander verbindet.
Das Bundesumweltministerium als Fördermittelgeberin und die ZUG als Projektträgerin des KoMoNa-Programms waren bei der Veranstaltung mit einem Stand vertreten und informierten über den aktuell laufenden vierten Förderaufruf. Kommunen, Vereine, Stiftungen, Unternehmen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen und andere Akteur*innen aus dem Lausitzer, Mitteldeutschen und Rheinischen Revier können noch bis zum 8. September 2026 ihre Projektideen einreichen. Die ersten drei Förderrunden waren erfolgreich. Mit KoMoNa unterstützt das Bundesumweltministerium die Menschen im Rheinischen Revier bereits mit einer Fördersumme von rund 37 Millionen Euro für die Umsetzung von 42 Modellvorhaben.
Modellvorhaben geben Einblicke in ihre Arbeit
Drei ausgewählte KoMoNa-Projekte berichteten auf der Bühne unter dem Motto „Vielfalt sichtbar machen“ von ihrer Arbeit und gaben Impulse, wie die Förderung konkrete Veränderungen vor Ort bewirkt:
- Das Projekt „MutZuRNatuRR“ des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) in Nordrhein-Westfalen schafft in Buir ein Zentrum für nachhaltige Entwicklung und Naturschutz im Rheinischen Revier. Als offener Treffpunkt vernetzt es Bürger*innen, Initiativen und Engagierte, stärkt die Umweltbildung und fördert die Beteiligung am Strukturwandel. Geplant sind ein umfassendes Aktions- und Veranstaltungsprogramm zur Wissensvermittlung, eine mobile Ausstellung zur Transformationsregion und zum Biotopverbund sowie sechs ökologische Leuchtturmprojekte zur Förderung von Biodiversität und Biotopverbund.
- Das Projekt „BMGründach“ vom VfL Borussia Mönchengladbach begrünt Dachflächen im BORUSSIA-PARK und verbindet Klimaschutz mit Umweltbildung. Auf rund 1.867 Quadratmetern entstehen Gründächer, die Regenwasser speichern, die Umgebung kühlen und Lebensräume für Pflanzen und Insekten schaffen. Ergänzend werden Bildungsangebote entwickelt, die Kinder, Jugendliche und Fußballfans für Natur- und Umweltschutz begeistern.
- Die Stadt Geilenkirchen gestaltet im Projekt „Naturerlebnisraum Geilenkirchener Wurmtal“ den Wurmauenpark naturnah um und schafft attraktive Erholungsräume für alle Generationen. Neue Grün- und Wasserflächen fördern Biodiversität und Klimaanpassung, zusätzliche Freizeit- und Bildungsangebote stärken nachhaltigen Tourismus und die Umweltbildung. Ergänzt wird das Projekt durch Wanderwege, Erlebnisangebote und Beteiligungsformate.
Austausch und Vernetzung auf der Projektmesse
Neben Projekten der Landesförderung waren weitere KoMoNa-Vorhaben mit Informationsständen auf der Projektmesse vertreten und stellten den Besucher*innen ihre Ansätze für einen gelingenden Strukturwandel im Rheinischen Revier vor. So werden im Vorhaben „MehrWertRevier“ Bürger*innen durch Bildungsangebote, Citizen-Science-Formate, Beratungen und eine Wanderausstellung für nachhaltigen Konsum und Engagement sensibilisiert und vernetzt. Das Projekt „Nachhaltiges Flächenmanagement Mönchengladbach“ entwickelt ein digitales Instrument zur Bewertung und Steuerung von Flächennutzungen und setzt begleitend ökologische Maßnahmen wie Entsiegelungen und Begrünungen um. Im Vorhaben „inReNa 2030 II“ wird eine regionale Nachhaltigkeitsstrategie weiterentwickelt, sieben naturnahe Grünflächen in innerörtlichen Lagen geschaffen und die biologische Entwicklung bereits angelegter Miniwälder mit einem Citizen-Science-Ansatz erforscht.
Die Beteiligung der KoMoNa-Projekte machte deutlich, wie vielfältig die Ansätze für eine sozial-ökologische Transformation Die Veranstaltung bot den Projekten und Interessierten eine Plattform, um Erfahrungen auszutauschen, neue Kontakte zu knüpfen und erfolgreiche Modellansätze sichtbar zu machen. Gemeinsam bewiesen die Vorhaben, wie kommunale Akteur*innen den Strukturwandel aktiv, nachhaltig und lebenswert gestalten.
Hintergrundinformationen
Mit dem Programm „Kommunale Modellvorhaben zur Umsetzung der ökologischen Nachhaltigkeitsziele in Strukturwandelregionen“ unterstützt das Bundesumweltministerium Kommunen und andere regionale Akteur*innen in den Braunkohleregionen Lausitzer, Mitteldeutsches und Rheinisches Revier bei der Umsetzung von Modellvorhaben zur sozial-ökologischen Nachhaltigkeit. Sie tragen dazu bei, die Lebensqualität und die Attraktivität in den Regionen weiterzuentwickeln und den Strukturwandel vor Ort aktiv zu gestalten. Die Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH betreut die Umsetzung des Förderprogramms.