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Förderprogramm gegen Meeresmüll

Plastikflaschen und Plastikmüll schwimmen im Meer

Margins 2 Markets – Von Küstenabfällen zu neuen Marktchancen Von marginalisierten Regionen zu funktionierenden Märkten: Eine digitale, inklusive Strategie gegen Küstenabfälle

Zuwendungsempfangende

CleanHub GmbH

Maßnahmen

  • Regionale Sammel-, Vorverarbeitungs- und Recyclinginfrastruktur aufbauen, um Kunststoffabfälle aus Küstenregionen effizient zu erfassen, aufzubereiten und an nationale sowie internationale Recyclingmärkte anzubinden
  • Sichere und faire Einkommensmöglichkeiten für formelle und informelle Abfallsammler*innen schaffen – durch Schulungen, Arbeitsschutzmaßnahmen, transparente Vergütungssysteme und finanzielle Inklusion
  • Digitale Rückverfolgbarkeit, Compliance-Standards und Echtzeitdaten nutzen, um Materialströme transparent zu steuern, Investitionen zu mobilisieren und ein übertragbares Modell für andere Küstenregionen zu entwickeln

Laufzeit

laufend

01.07.2026 bis 30.06.2030

Verortung

Indonesien, Indien, Tansania

Fördervolumen

4.478.642,45 €

Projektbeteiligte

Recity Network Pvt. Ltd. (Recity)
Recovered Indonesia (RECO)
The Recycler Tanzania Ltd.
 

Reduzierung von Meeresmüll: Was sind die konkreten Herausforderungen in Indonesien, Indien und Tansania?

Die Raja-Ampat-Inseln in Indonesien, Sansibar in Tansania und die Küstenregion des indischen Bundesstaats Tamil Nadu zählen zu den ökologisch wertvollsten Meeresregionen der Welt. Raja Ampat liegt im Zentrum des Korallendreiecks und beherbergt rund 75 Prozent aller bekannten Korallenarten. Die Küstengewässer Sansibars gehören zu den artenreichsten Riffsystemen Ostafrikas und bieten Lebensraum für Meeresschildkröten und gefährdete Delfinarten. Die 1.076 Kilometer lange Küste Tamil Nadus sichert den Lebensunterhalt von mehr als einer Million Fischer*innen und umfasst bedeutende Korallen-, Mangroven- und Gezeitenökosysteme rund um das Biosphärenreservat Golf von Mannar.

Gleichzeitig stehen alle drei Regionen vor ähnlichen Herausforderungen: Viele Küsten- und Inselgebiete sind abgelegen, verfügen über eine unzureichende Abfallinfrastruktur und sind kaum an Recyclingmärkte angebunden. Kunststoffabfälle haben daher häufig keinen wirtschaftlichen Wert, während Sammlung, Transport und Verwertung hohe Kosten verursachen. Bevölkerungswachstum, zunehmender Tourismus und steigender Kunststoffverbrauch verschärfen die Situation zusätzlich.

In Tamil Nadu fallen jährlich rund 430.000 Tonnen Kunststoffabfälle an, von denen erhebliche Mengen über Flüsse oder unsachgemäße Entsorgung ins Meer gelangen. Auf Sansibar werden etwa 60 Prozent der Abfälle nicht ordnungsgemäß entsorgt. Außerhalb der Städte fehlen geeignete Entsorgungs- und Verwertungsstrukturen, sodass Abfälle häufig verbrannt oder illegal abgelagert werden. In Sorong, dem wichtigsten Zugangspunkt zu Raja Ampat, ist die bestehende Abfallinfrastruktur für die wachsende Bevölkerung unzureichend. Auf den Inseln von Raja Ampat erschweren zudem hohe Transportkosten und die geringe Anbindung an Recyclingmärkte eine nachhaltige Abfallbewirtschaftung. Die Folge sind steigende Einträge von Kunststoffabfällen in sensible Küsten- und Meeresökosysteme, die Biodiversität, Fischerei, Tourismus und die Lebensgrundlagen der lokalen Bevölkerung gefährden.
 

Welchen Beitrag leistet das Projekt zur Reduzierung von Meeresmüll?

Margins2Markets baut in Raja Ampat/Sorong (Indonesien), Tamil Nadu (Indien) und Sansibar (Tansania) zentrale Bausteine für ein funktionierendes Abfallmanagement auf. Das Projekt schafft Sammel-, Vorverarbeitungs- und Recyclingstrukturen und verbindet diese mit digitalen Kontroll- und Rückverfolgungssystemen. Das Projekt setzt damit an einer zentralen Herausforderung an: Bisher haben diese Materialien oft kaum wirtschaftlichen Wert, weil die Abfallmengen räumlich verstreut anfallen, Verunreinigungen den Wert senken und Transportwege lang sind. Dadurch bleiben Sammlung und informelle Märkte begrenzt, sodass Kunststoffe verbrannt, abgeladen oder in Meeresökosysteme eingetragen werden.

In Tamil Nadu entsteht in Ramanathapuram eine regionale Material Recovery Facility, in der Fischernetze und Meeresplastik gereinigt, sortiert und gepresst werden; zugleich wird die Sammlung in 14 Küstendistrikten gefördert. In Sansibar baut das Projekt Vorverarbeitungsinfrastruktur auf, um Materialdichte zu erhöhen und Transportkosten zu senken. Darunter sind zwei Standorte bei Kendwa und Paje, zwei wichtigen Tourismusstränden, sowie eine zentrale Material Recovery Facility zwischen Sansibar-Stadt und der Deponie. In Raja Ampat/Sorong verbindet M2M lokale Sammel- und Vorverarbeitungsstellen auf den Inseln mit einem zentralen Standort in Sorong. So werden Kunststoffe sortiert, gebündelt und besser für den Weitertransport zu Recyclingmärkten vorbereitet.

Darauf aufbauend weitet Margins2Markets die Sammlung von Kunststoffen durch Anreize, Sammelstellen, Sensibilisierung und die Zusammenarbeit mit Haushalten, Fischereigemeinden, Tourismusbetrieben und informellen Abfallsammler*innen aus. Schulungen, Arbeitsschutz, transparente Preise und ein digitales Rückverfolgungssystem schaffen sichere Einkommensmöglichkeiten und machen Materialströme nachvollziehbar.

Auf diese Weise sollen rund 40.000 Tonnen Kunststoffabfälle vor dem Eintrag in Küsten- und Meeresökosysteme bewahrt werden. Gleichzeitig entwickelt das Projekt ein übertragbares Modell für den Aufbau wirtschaftlich tragfähiger Kreislaufwirtschaftssysteme in anderen Küstenregionen.