KoMoNa-Projekte werten Gewässer ökologisch auf und verbessern die Lebensqualität in den Strukturwandelregionen
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Die KoMoNa-Förderung des Bundesumweltministeriums ermöglicht vielfältige Projekte für naturnahe Gewässer, artenreiche Lebensräume und Naherholungsorte in Strukturwandelregionen.
Gewässer prägen Landschaften, bieten Tieren und Pflanzen wichtige Lebensräume und spielen eine zentrale Rolle für den Wasserhaushalt in der Region. Doch viele Bäche, Teiche und Gräben wurden in der Vergangenheit begradigt, ausgebaut oder stark verändert. Drei kommunale Modellvorhaben zeigen, wie sich solche Gewässer ökologisch aufwerten lassen und dabei zugleich neue Möglichkeiten für Umweltbildung und Erholung entstehen.
In Spremberg wird mithilfe der KoMoNa-Förderung der Cantdorfer Wiesenteich im Naturschutzgebiet Talsperre ökologisch aufgewertet. Dafür wird er entschlammt, die fortschreitende Verlandung gestoppt, unterschiedliche Wassertiefenzonen wiederhergestellt und Rückzugs- und Brutquartiere für Wasservögel geschaffen. Ziel ist es, die Wasserqualität zu verbessern und damit die Artenvielfalt zu fördern. Der Wiesenteich soll so wieder zu einem wichtigen Baustein im Ökosystem der Spree werden und gleichzeitig den Stadtbewohner*innen zukünftig als attraktiver Naherholungsort dienen.
Am 5. August 2026 starteten die Arbeiten mit einem symbolischen Spatenstich. Dabei konnten sich die Menschen vor Ort über das Vorhaben informieren und erhielten Einblicke in die nächsten Schritte.
In Niesky im Lausitzer Revier wurde der Seegraben einst zu einem reinen Funktionsgewässer ausgebaut. Mit Unterstützung der KoMoNa-Förderung ist er nun auf rund 775 Metern entsiegelt und verschwenkt. Standortgerechte Bepflanzungen und neue Uferstrukturen geben dem Gewässer mehr Raum für eine natürliche Entwicklung. Die Renaturierung wird durch Umweltbildungsangebote ergänzt. Ein rund 4,5 Kilometer langer Lehrpfad informiert über das Leben im und am Wasser.
Bei der Eröffnung des Lehrpfads am 29. August 2026 konnten sich Bürger*innen selbst ein Bild von der Entwicklung des Gewässers machen. Führungen zeigten sowohl die technischen Hintergründe der Renaturierung als auch die Tier- und Pflanzenwelt am Seegraben. Die Naturschutzstation Östliche Oberlausitz führt am Graben regelmäßig naturkundliche Wanderungen mit Schul- und Kitakindern durch, bei denen sie beim gemeinsamen Keschern Libellen- und Fliegenlarven, aber auch Fische, Wasserskorpione und Kaulquappen entdecken.
Sachsen: „Lebendige Ufer“ und naturnahe Bäche
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Mit dem Projekt „Lebendige Ufer“ hat der BUND Sachsen gemeinsam mit Kommunen im Lausitzer und Mitteldeutschen Revier an fünf Bachabschnitten ingenieurbiologische Bauweisen erprobt, die ökologische Aufwertung mit einer kostengünstigeren Gewässerunterhaltung verbinden. Insgesamt wurden 985 Meter Gewässer aufgewertet und 1.162 Gehölze gepflanzt.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Wissenstransfer: In Schulungen lernten die Kommunen, ingenieurbiologische Maßnahmen selbst zu planen und wendeten das Wissen anschließend bei Bauseminaren praktisch an. Am 17. September 2026 wurden die gewonnenen Erkenntnisse zudem bei einer Fachtagung in Bautzen vorgestellt, bei der Fachleute aus Naturschutz, Verwaltung, Planung und kommunaler Praxis gemeinsam über Lösungen für eine naturnahe Gewässerunterhaltung diskutierten.
Renaturierte Gewässer für Mensch und Natur
Die drei KoMoNa-Projekte zeigen, wie die Renaturierung von Gewässern in Strukturwandelregionen ökologische und soziale Ziele miteinander verbinden kann. Naturnahe Gewässerverläufe, vielfältige Uferstrukturen und neue Lebensräume verbessern die Bedingungen für Tiere und Pflanzen. Gleichzeitig tragen die Maßnahmen dazu bei, Wasserstände effizienter zu regulieren und neue Naherholungsorte für die Menschen in der Region zu schaffen.
Hintergrundinformationen
Mit dem Programm „Kommunale Modellvorhaben zur Umsetzung der ökologischen Nachhaltigkeitsziele in Strukturwandelregionen (KoMoNa)“ unterstützt das Bundesumweltministerium Kommunen und andere regionale Akteur*innen in den Braunkohleregionen Lausitzer, Mitteldeutsches und Rheinisches Revier bei der Umsetzung von Modellvorhaben zur sozial-ökologischen Nachhaltigkeit. Sie tragen dazu bei, die Lebensqualität und die Attraktivität in den Regionen weiterzuentwickeln und den Strukturwandel vor Ort aktiv zu gestalten. Die Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH betreut die Umsetzung des Förderprogramms.