InAWi-Projekte stärken länderübergreifenden Moorbodenschutz
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Das Bundesumweltministerium fördert vier Projekte, die den Moorbodenschutz in Deutschland länderübergreifend voranbringen sollen.
Wie kann Moorbodenschutz wirksam über Bundesländergrenzen hinweg gestaltet werden? Vier neue Projekte aus dem Förderprogramm InAWi gehen dieser Frage nach. Sie entwickeln Strategien, die Klimaschutz- und Naturschutzaspekte ebenso berücksichtigen wie wirtschaftliche Perspektiven – insbesondere für die Land- und Forstwirtschaft. Gleichzeitig zeigen sie Wege, wie bestehende Herausforderungen in Moorregionen bewältigt und neue Nutzungsperspektiven erschlossen werden können.
Das Förderprogramm InAWi steht für „Information, Aktivierung, Steuerung und Unterstützung von Maßnahmen zur Wiedervernässung von Moorböden“. Mit dem Förderschwerpunkt 4 des Förderprogramms verfolgt das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) das Ziel, den gesellschaftlichen Diskurs zum Moorbodenschutz zu stärken und auf eine breite, faktenbasierte Grundlage zu stellen. Unterschiedliche Perspektiven aus Praxis, Wissenschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft werden sichtbar gemacht und in die politische Diskussion eingebracht. Gleichzeitig wird der Austausch zwischen den beteiligten Akteur*innen gestärkt und die Transparenz über künftige Rahmenbedingungen für Wiedervernässung erhöht.
Die vier Projekte im Überblick
Paludikultur in Nationalen Naturlandschaften
Die Nationalen Naturlandschaften vertreten die Interessen der deutschen Nationalparks, Naturparke, Biosphärenreservate und Wildnisgebiete. Die Stiftung Nationale Naturlandschaften gGmbH entwickelt im Rahmen des Projekts eine gemeinsame Strategie für den Moorschutz und die Paludikultur in diesen Schutzgebieten. Ziel ist es, Schutzgebietsverwaltungen, Landbewirtschafter*innen und weitere Stakeholder dabei zu unterstützen, nasse Bewirtschaftungsformen langfristig in den Moorregionen zu etablieren.
Hierfür entstehen Austausch- und Informationsformate, um Potenziale der Paludikultur zu identifizieren, Herausforderungen zu diskutieren und Lösungsansätze zu erarbeiten. Zusätzlich entsteht eine digitale Best-Practice-Plattform, die Erfahrungen, Methoden und Materialien bündelt. Mit Social-Media-Inhalten, Illustrationen und anschaulichen Erklärvideos soll die Bedeutung von Moor- und Klimaschutz stärker in die Öffentlichkeit getragen werden.
Gemeinsame Strategie für das Schwäbische Donaumoos
Im schwäbischen Donaumoos entwickeln Akteur*innen aus Bayern und Baden-Württemberg erstmals gemeinsam eine länderübergreifende Strategie für den Moorbodenschutz. Die Arbeitsgemeinschaft Schwäbisches Donaumoos e. V. verfolgt das Ziel, eine dauerhaft moorschonende Bewirtschaftung und die Vorbereitung einer großflächigen Wiedervernässung zu ermöglichen. Dabei werden ökologische, landwirtschaftliche und regionale Interessen verbunden. Grundstückseigentümer*innen, Bewirtschafter*innen, Kommunen, Behörden und weitere Beteiligte werden von Beginn an aktiv in den Diskurs eingebunden.
Ergänzend entsteht eine Kommunikations- und Beteiligungsstrategie, um die Akzeptanz für den Moorbodenschutz zu stärken. Die Ergebnisse sollen als Grundlage für konkrete Maßnahmen dienen und Modellcharakter für andere Moorregionen haben.
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Strategie des Deutschen Bauernverbandes für die Zukunft der Landwirtschaft
Der Deutsche Bauernverband e. V. (DBV) erarbeitet eine Strategie zur Zukunft der Landwirtschaft auf Moorstandorten. Im Fokus stehen Perspektiven für landwirtschaftliche Betriebe im Zusammenhang mit Wiedervernässung und nasser Bewirtschaftung.
Das Projekt beschäftigt sich insbesondere mit landwirtschaftlichen Fragen, Verwertungsmöglichkeiten von Aufwuchs, Wasserstandsmanagement sowie agrarpolitischen und förderrechtlichen Rahmenbedingungen. Dafür sind unter anderem Fachgespräche mit den Landes- und Kreisverbänden des DBV in besonders betroffenen Bundesländern geplant. Weiterhin sind der Austausch mit Wissenschaft und Umweltverbänden sowie regionale Veranstaltungen und Exkursionen in Moorregionen vorgesehen. Ziel ist es, die Position des DBV als Interessenvertretung des landwirtschaftlichen Berufsstandes im Rahmen einer bundesweiten Strategie zum Moorbodenschutz zu entwickeln und abzustimmen sowie die Ergebnisse in Politik und Praxis einzubringen.
Naturschutz bei der Transformation von Moorregionen stärken
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V. (BUND) erarbeitet eine bundesweite Moorschutzstrategie, die einen besonderen Fokus auf natürliche Vielfalt und naturschutzfachliche Aspekte richtet. Sie soll als Grundlage für politische Entscheidungen dienen und die Bedeutung des Naturschutzes neben Klimaschutz und wirtschaftlichen Aspekten hervorheben.
Durch eine Literaturrecherche und Stakeholderdialoge werden Perspektiven aus Politik, Landwirtschaft, Naturschutz und Wissenschaft zu Chancen, Hemmnissen und Zielkonflikten zusammengeführt. Ziel ist es, den Austausch zum Querschnittsthema Moorschutz zu ermöglichen. Im Mittelpunkt stehen der Lebensraum Moor, ökologische Aspekte landwirtschaftlicher Nutzungsformen sowie praktische Aspekte der Finanzierung und Flächenverfügbarkeit. Die Ergebnisse werden in einem systematischen Strategiepapier gebündelt.
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Über das Förderprogramm InAWi
InAWi soll entscheidend dazu beitragen, dass der Transformationsprozess hin zur Wiedervernässung in den einzelnen Moorregionen planvoll, strukturiert und koordiniert gelingt. Akteur*innen und Betroffene vor Ort sollen gestärkt werden, diesen Weg mitzugestalten. Gemeinsam mit ihnen sollen die Potenziale der Wiedervernässung untersucht werden, um konkrete Wiedervernässungsprojekte anzustoßen. Bestehende Hemmnisse sollen abgebaut und die Akzeptanz der notwendigen Transformation erhöht werden. Die Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH betreut das Förderprogramm als Projektträgerin im Auftrag des BMUKN.
Anträge für den Förderschwerpunkt 4 (Länderübergreifende Strategien) können nicht mehr eingereicht werden. Alle weiteren Förderschwerpunkte sind noch geöffnet.
Kontakt
Information, Aktivierung, Steuerung und Unterstützung von Maßnahmen zur Wiedervernässung von Moorböden (Förderrichtlinie InAWi) +49 30 72618 0799 E-Mail schreiben
Sprechzeiten für die Beratung zur Antragstellung:
Mo, Mi & Fr: 9-12 Uhr
Di & Do: 9-12 Uhr & 13-15 Uhr