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05.10.2026

AI Conference in Berlin: Wie kann KI nachhaltiger werden und zum Umweltschutz beitragen?

Bundesumweltminister Carsten Schneider und Constanze Haug (ZUG) eröffneten gemeinsam die AI Conference 2026.

Unter dem Motto „Green AI neu denken“ diskutierten rund 180 Fachleute aus Forschung, KI-Entwicklung, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft auf der AI Conference über Lösungen für eine ressourcenschonende KI.

Bundesminister Carsten Schneider plädierte in seinem Grußwort für politische Leitplanken und kluge Innovationen, um den Energieverbrauch von Künstlicher Intelligenz einzudämmen. Die Fachkonferenz fand im Rahmen der KI-Initiativen des Bundesumweltministeriums statt.

Im Zentrum stand die Frage, wie die Umweltwirkungen von KI über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg erfasst und reduziert werden können: von der Herstellung der Chips und Hardware über den Betrieb von Rechenzentren bis zur Wiederverwendung und zum recyclinggerechten Ende der Nutzungsdauer. Ein zentrales Anliegen der Konferenz war es deshalb, verlässliche wissenschaftliche Methoden zu entwickeln, mit denen sich die Umweltwirkungen und der konkrete Nutzen von KI-Anwendungen messen und miteinander vergleichen ließen.

Bundesumweltminister Carsten Schneider unterstrich in seinem Grußwort, dass KI den Alltag grundlegend verändere und der weltweite Ausbau von Rechenzentren und immer leistungsfähigeren KI-Modellen die Umweltpolitik vor neue Herausforderungen stelle. Nachhaltige KI müsse daher über ihren gesamten Lebenszyklus betrachtet werden. Er sprach sich daher für politische Leitplanken aus, die grüne Innovationen fördern und ökologische Ziele mit wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit verbinden. Zugleich müsse geprüft werden, ob für jede Anwendung tatsächlich immer größere KI-Modelle erforderlich seien. KI sei auch eine große Chance für die Kreislaufwirtschaft und somit für den Umwelt- und Klimaschutz. Indem sie beispielsweise die Sammlung von Daten beschleunige, verbessere sie Produktionsabläufe in Unternehmen und spare Ressourcen ein. Der Vorsprung deutscher Unternehmen bei Technologien für die Kreislaufwirtschaft müsse gesichert werden, indem KI dort vermehrt eingesetzt werde.

Dr. Constanze Haug, Geschäftsführerin der Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH „Die vielen Praxisbeispiele aus unseren ZUG-Förderprogrammen zeigen das Potenzial und die Chancen, die Künstliche Intelligenz für den Umwelt- und Klimaschutz bietet. Es geht aber auch um die KI selbst, die nachhaltig gestaltet und eingesetzt werden soll. Von der AI CONFERENCE haben wir heute viele Impulse mitgenommen, zum Beispiel den Leitgedanken „small is beautiful“: maßgeschneiderte, schlanke und ressourceneffiziente KI-Modelle sind oft schneller und kostengünstiger als die großen bekannten Big Tech-Modelle.“

Die Keynote “The impossible engineering of greening AI” von Assoc. Prof. Dr. Seda Gürses, TU Delft und Prof. Dr. Helen V. Pritchard, Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel FHNW, warf einen kritischen Blick auf die Umweltauswirkungen von KI-Infrastrukturen: Der Fokus müsse über die Themen Energieverbrauch und die Emissionen von Rechenzentren hinausgehen. Es müsse darüber gesprochen werden, wer über die Nutzung, den Betrieb und die Ausgestaltung von KI-Infrastrukturen entscheiden kann und nach welchen Regeln, ohne dabei irreversible ökologische, wirtschaftliche und soziale Folgen zu verursachen.

Impulse aus Forschung und Wirtschaft zeigten, welche Stellschrauben für eine nachhaltigere KI angesetzt werden kann. Diskutiert wurden unter anderem der Energie- und Wasserverbrauch von Rechenzentren, effiziente Kühlung und die Nutzung von Abwärme. Auch neuromorphe Chips wurden als Ansatz vorgestellt, da sie durch den reduzierten Datenaustausch zwischen Prozessor und Speicher besonders energieeffizient arbeiten können. Deutlich wurde zudem, dass bei der Bewertung von KI-Anwendungen der konkrete Nutzen den entstehenden Umweltwirkungen gegenübergestellt werden muss.

Gleichzeitig zeigte die Konferenz, welches Potenzial KI für die ökologische Transformation bietet. Projekte aus den KI-Initiativen des Bundesumweltministeriums veranschaulichten dies anhand konkreter Anwendungen: Der KI-Leuchtturm AI-REEFSHIELD entwickelt KI-gestützte, unbemannte Unterwasserfahrzeuge, die Riffstrukturen eigenständig erkunden und dadurch klimaschädliche Schiffsreisen mit menschlichen Taucherteams reduzieren können. Das Projekt DC2HEAT nutzt einen KI-basierten digitalen Zwilling, um die Einspeisung von Rechenzentrums-Abwärme in Wärmenetze effizient zu steuern. Der Circular AI Hub demonstrierte einen KI-Produktchat, der die Kommunikation mit dem Digitalen Produktpass elektronischer Geräte unterstützt und damit Reparatur und Recycling dieser erleichtern soll.

Die AI CONFERENCE wurde im Rahmen der KI-Initiativen des Bundesumweltministeriums ausgerichtet: der Förderinitiative KI-Leuchttürme, dem Circular AI Hub und dem KI Lab am Umweltbundesamt. Die KI-Leuchttürme und der Circular AI Hub werden von der Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH umgesetzt.
 

Circular AI Hub

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