Bundesumweltminister Carsten Schneider eröffnet die vierte KoMoNa-Förderrunde für nachhaltigen Strukturwandel in Kohleausstiegsregionen
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Beim zweiten großen KoMoNa-Vernetzungstreffen in Berlin stand der Austausch zu nachhaltigem Strukturwandel und Lebensqualität in den Revieren im Mittelpunkt. Bundesumweltminister Carsten Schneider eröffnete zudem die vierte KoMoNa-Förderrunde.
Das Bundesumweltministerium lud am 24. März 2026 zum zweiten großen Vernetzungstreffen des Förderprogramms „Kommunale Modellvorhaben zur Umsetzung der ökologischen Nachhaltigkeitsziele in Strukturwandelregionen (KoMoNa)“ nach Berlin ein. Über 120 Vertreter*innen aus geförderten Projekten, Institutionen und den drei Kohleregionen Lausitzer, Mitteldeutsches und Rheinisches Revier kamen zusammen, um Erfahrungen auszutauschen und neue Impulse für den nachhaltigen Strukturwandel zu geben. Zu Beginn begrüßte Stefan Demuth, Geschäftsführer der Projektträgerin ZUG, die Teilnehmenden gemeinsam mit der Moderatorin Hannah Büttner. Bundesumweltminister Carsten Schneider eröffnete das Vernetzungstreffen und verkündete offiziell den Start der vierten Förderrunde des KoMoNa-Programms. Damit setzt das Bundesumweltministerium ein zentrales Signal für die weitere Unterstützung von Kommunen und regionalen Akteur*innen in den Strukturwandelregionen.
Impulse aus erfolgreichen KoMoNa-Projekten
Drei ausgewählte Modellvorhaben gaben Einblicke in ihre Arbeit und verdeutlichten, wie die KoMoNa-Förderung konkrete Veränderungen vor Ort unterstützt.
Im Projekt „RevierUPGRADE 2.0“ befähigen das Unabhängige Institut für Umweltfragen und die BUNDjugend Brandenburg junge Menschen im Mitteldeutschen und Lausitzer Revier dazu, sich für eine nachhaltige Zukunft einzusetzen. Teilnehmende im Alter von 16 bis 27 Jahren entwickeln eigene Ideen und engagieren sich aktiv in Transformationsprozessen. Das Vorhaben verbindet praxisnahe Umweltbildung mit Jugendbeteiligung und legt einen Schwerpunkt auf das Thema Wassergerechtigkeit.
Der Rhein-Kreis Neuss erarbeitet im Projekt „Gemeinsam für nachhaltigen Strukturwandel – mit dem Donut zum zukunftsfähigen Kreis“ eine integrierte Nachhaltigkeitsstrategie. Gemeinsam mit einer Nachhaltigkeitsmanagerin und lokalen Akteur*innen entwickelt der Kreis auf Basis der globalen Nachhaltigkeitsziele und der Donut-Ökonomie konkrete Leitlinien für die Zukunft. Ziel ist es, ökologische, soziale und ökonomische Aspekte im Rheinischen Revier dauerhaft in Einklang zu bringen.
Im Lausitzer Seenland arbeitet der Zweckverband gemeinsam mit den Kommunen an der nachhaltigen Entwicklung der Region. Im Projekt „Ökologische Wiederbelebung einer durch Braunkohlebergbau veränderten Landschaft“ entsteht ein abgestimmtes Konzept, das Naturschutz, Biodiversität und Erholungsangebote zusammenführt. Erste sichtbare Maßnahmen sind ein Infopunkt zu Nachhaltigkeit und Naturschutz sowie ein Grünes Klassenzimmer für Kinder und Jugendliche.
Austausch über nachhaltigen Strukturwandel und Lebensqualität
Im Mittelpunkt der anschließenden Podiumsdiskussion mit Teilnehmenden aus allen drei Revieren stand die Frage, wie sich die Lebensqualität in den Regionen sichern und stärken lässt. Alina Beigang (Unabhängiges Institut für Umweltfragen), Aileen Wichmann (Rhein-Kreis Neuss), Alena Friedrich (Zweckverband Lausitzer Seenland Brandenburg) und Ruth Hausmann (Zukunftsagentur Rheinisches Revier), Annett Kautz (Ideenwettbewerb „Revierpionier“ der Metropolregion Mitteldeutschland) sowie Torsten Schwieg (Wirtschaftsregion Lausitz) teilten gemeinsam ihre praktischen Erfahrungen, verschiedene Ansätze und persönlichen Beweggründe im Austausch mit allen Teilnehmenden.
Gemeinsam den Strukturwandel gestalten
Am Nachmittag lenkte Johannes Zieseniß (Netzwerk Mission Wertvoll) in seinem Impulsvortrag „Mut zur Zukunft“ den Blick auf „Kompass, Kommunikation und Courage“ für die Gestaltung einer sozial-ökologischen Transformation.
In fünf Themenworkshops vertieften die Teilnehmenden anschließend den inhaltlichen Austausch. Sie diskutierten Erfahrungen sowie Herausforderungen und entwickelten gemeinsam Lösungsansätze für die praktische Umsetzung in ihren Regionen. Im Fokus standen dabei Themenbereiche wie entsiegelter Lebensraum und blühende Nachbarschaften, nachhaltiger Konsum und sozialer Zusammenhalt sowie Biodiversität und starke Netzwerke, Freizeit, Tourismus und Begegnungsorte sowie Wasser und Orte des Lernens. Es wurde dabei deutlich, dass sozial-ökologische Infrastrukturen, Umwelt- und Lebensqualität, ökologische Nachhaltigkeit und gesellschaftlicher Zusammenhalt zunehmend als „weiche“ Standortfaktoren an Bedeutung gewinnen.
Hintergrundinformationen
Mit dem Programm „Kommunale Modellvorhaben zur Umsetzung der ökologischen Nachhaltigkeitsziele in Strukturwandelregionen“ unterstützt das Bundesumweltministerium Kommunen und andere regionale Akteur*innen in den Braunkohleregionen Lausitzer, Mitteldeutsches und Rheinisches Revier bei der Umsetzung von Modellvorhaben zur sozial-ökologischen Nachhaltigkeit. Sie tragen viel dazu bei, die Lebensqualität und die Attraktivität in den Regionen weiterzuentwickeln und den Strukturwandel vor Ort aktiv zu gestalten. Die Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH betreut die Umsetzung des Förderprogramms.