Gemeinsam für die Oder Stärkung der grenzüberschreitenden Kooperation zum Schutz der Oder
Zuwendungsempfangende
Fundacja EkoRozwoju (Foundation for Sustainable Development)
Laufzeit
01.05.2025 bis 31.03.2028
Verortung
Tschechische Republik, Deutschland, Polen
Fördervolumen
520.359,08 €
Projektbeteiligte
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V.
Arnika – CEPO
Thema
Gewässerschutz und Wasserresilienz
Copyright: Krzysztof Konieczny
Hintergrund des Projekts
Trotz jahrzehntelanger menschlicher Einflüsse zählt die Oder zu einem der wenigen nahezu naturbelassenen Flusssysteme Mitteleuropas. Sie bildet einen wichtigen ökologischen Korridor mit großer biologischer Vielfalt und hohem kulturellen sowie landschaftlichen Wert.
Die Oder steht vor großen ökologischen Herausforderungen: Verschmutzung, Verlust der biologischen Vielfalt und zunehmende klimabedingte Bedrohungen wie extreme Dürren und Überschwemmungen. Das massive Fischsterben im Jahr 2022 und die schweren Überschwemmungen von 2024 zeigen, wie gefährdet der Fluss ist und wie die sozialen und wirtschaftlichen Folgen die Menschen entlang der Oder treffen. Es braucht daher dringend die enge Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg, um den Fluss wiederherzustellen und nachhaltig zu bewirtschaften.
In der öffentlichen Debatte dominiert oft das Bild der Oder als Transportweg oder Abflusskanal. Diese Sichtweise übersieht die weitläufigen natürlichen Flusslandschaften, die immer noch existieren. Sie bieten wertvolle Lebensräume und wichtige Ökosystemdienstleistungen wie Hochwasserschutz, Kohlenstoffspeicherung und Erhaltung der Biodiversität.
Polen, Deutschland und die Tschechische Republik teilen sich die Verantwortung für die Oder. Jedes Land führt eigene politische und wirtschaftliche Aktivitäten durch. Effektives Flussmanagement im gesamten Einzugsgebiet gelingt nur, wenn alle Länder kooperieren, offen kommunizieren und gemeinsame Maßnahmen verfolgen.
Gleichzeitig bietet die Europäische Union einen verlässlichen Rahmen für die Zusammenarbeit. Die Wasserrahmenrichtlinie und das EU-Gesetz zur Wiederherstellung der Natur schaffen eine gemeinsame Grundlage. Sie unterstützen nationale Anstrengungen, fördern Renaturierung, erhöhen den natürlichen Wasserrückhalt und verringern Risiken zukünftiger Katastrophen.
Projektziele und -maßnahmen
Um die ökologische Gesundheit der Oder wiederherzustellen, braucht es koordinierte Maßnahmen. Dazu gehören die Stärkung des grenzüberschreitenden Dialogs, die Angleichung der Strategien der drei beteiligten Länder, die Sensibilisierung der Öffentlichkeit und die Unterstützung lokaler Renaturierungs- und Rückhaltemaßnahmen.
Das Projekt stärkt dafür die internationale Zusammenarbeit und fördert den Austausch von Erfahrungen. Es bringt nationale Ansätze zusammen, fördert klimafestes Management und setzt auf eine breite öffentliche Unterstützung für die langfristige Wiederherstellung des Flusses.
Die Initiative baut auf dem Netzwerk ”Time for the Oder” auf, das im Rahmen eines früheren Projekts der Europäischen Umweltinitiative (EURENI) ins Leben gerufen wurde. Dieses Netzwerk vereint Behörden, Flussmanager*innen, zivilgesellschaftlichen Organisationen, Expert*innen und Gemeinden. Das neue Projekt verbindet etablierte Akteur*innen mit lokalen Initiativen. Es stärkt die öffentliche Beteiligung und den Austausch über Grenzen hinweg. Eine Plattform, die lokale Projekte mit nationalen und internationalen Prozessen verbindet, fehlt bislang. Diese Lücke schließt das Projekt.
Um dieses Ziel zu erreichen, bringen die Projektpartner Akteur*innen über die Grenzen hinweg in verschiedenen Formaten zusammen: Die Internationale Oder-Konferenz dient als zentraler Treffpunkt für relevante Akteure. Webinare und Kommunikationskampagnen sichern den fortlaufenden Austausch. Studienreisen, Exkursionen und Workshops zur Kapazitätsentwicklung unterstützen lokale, zivilgesellschaftliche Organisationen und Bürgerinitiativen. Eine gemeinsame Strategie der Zivilgesellschaft treibt die „Oder-Vision“ voran und macht erfolgreiche Beispiele zur Renaturierung und nachhaltiger Nutzung sichtbar.
All diese Aktivitäten schaffen Schwung für Zusammenarbeit, praktisches Lernen und gemeinsames Handeln. Das Projekt verbindet Entscheidungstragende mit lokalen Gemeinschaften, setzt Ideen um und stärkt die Beziehungen der Stakeholder aus Polen, Deutschland und Tschechien. Gemeinsam gestalten die Akteur*innen eine gesündere und zukunftsfähige Oder.