KoMoNa unterstützt nachhaltiges Flächenmanagement im Rheinischen Revier
Copyright: Stadt Mönchengladbach
Mithilfe der KoMoNa-Förderung des Bundesumweltministeriums entwickelt Mönchengladbach ein digitales Tool für nachhaltiges Flächenmanagement. So entsteht eine wichtige Grundlage für eine zukunftsfähige Stadtplanung.
Öffentliche Flächen werden wie vielerorts auch in Mönchengladbach immer knapper. Wohnungen, Parks und Grünflächen, Verkehrs- und Klimaansprüche konkurrieren miteinander um die wenigen Freiräume. Gefragt sind kluge Lösungen, mit denen Flächen sinnvoll und möglichst vielfältig genutzt werden. Mit dem KoMoNa-Modellvorhaben „Entwicklung eines nachhaltigen, digitalbasierten Flächenmanagements und pilothafte Durchführung ökologischer Maßnahmen“ stellt sich die Stadt dieser Entwicklung und hat eine innovative Antwort gefunden, die zum Nachahmen einlädt.
Gefördert wird das Vorhaben im Rahmen des KoMoNa-Förderprogramms „Kommunale Modellvorhaben zur Umsetzung der ökologischen Nachhaltigkeitsziele in Strukturwandelregionen“ durch das Bundesumweltministerium. Die Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH betreut die Umsetzung des Förderprogramms.
Ein Werkzeug für bessere Entscheidungen
Um konkurrierende Flächennutzungen in einer wachsenden Großstadt besser abwägen zu können, wurde im Projekt ein digitales Flächenmanagement-Werkzeug entwickelt, das die Stadt erstmals als interne Web-Anwendung nutzt. Grundlage ist ein Geoinformationssystem, in dem über 60 unterschiedliche Fachindikatoren ressortübergreifend zusammengeführt werden. Dazu zählen unter anderem Aspekte wie Starkregen, Hitzeinseln oder die Erreichbarkeit von Infrastruktur. Alle relevanten Informationen liegen gebündelt in einem einheitlichen System vor. So sehen die beteiligten Fachabteilungen auf einen Blick, welche Potenziale und Konflikte eine Fläche mitbringt. Das erleichtert Abstimmungen und schafft eine gemeinsame Grundlage für Entscheidungen.
Flächen bewerten mit wenigen Klicks
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Flächenzuschnitte können individuell ausgewählt und vorbewertet werden. Das Werkzeug zeigt schnell, ob sich eine Fläche beispielsweise grundsätzlich für neuen Wohnraum eignet und wie viele Ökosystemleistungen der Freiräume davon betroffen wären. Die Ergebnisse fasst es in einem Steckbrief zusammen, der die Einschätzung transparent und nachvollziehbar macht.
Langfristig soll das System weiterwachsen: Bislang werden Flächen im Hinblick auf ihre Eignung für Wohnraum bewertet, künftig können auch andere Nutzungen wie Gewerbe, Energie, Verkehr oder soziale Infrastruktur betrachtet werden. Damit entwickelt sich das Werkzeug zu einem wichtigen Hilfsmittel für eine zukunftsfähige Stadtplanung.
Digitale Basis für nachhaltige Stadtentwicklung
Das Projekt zeigt, wie digitale Lösungen helfen können, komplexe Fragen verständlich und praktikabel zu beantworten. Statt einzelner Datensilos entsteht ein gemeinsames Arbeitsinstrument, das Planung, Umwelt und Infrastruktur verbindet. Ein begleitender Leitfaden unterstützt die Fachabteilungen bei der Anwendung im Alltag.
Pilotflächen als sichtbare Ergänzung
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Neben der digitalen Entwicklung wurden im Projekt auch mehrere Flächen in Mönchengladbach ökologisch aufgewertet. Dazu zählt unter anderem ein ehemaliger Parkplatz am Spielkaulenweg, der heute als naturnah gestaltete Grünfläche dient. Weitere Maßnahmen an der Sperberstraße und im Brandtsgarten zeigen beispielhaft, wie Entsiegelung, neue Pflanzungen und mehr Biodiversität im urbanen Raum aussehen können.
Diese Pilotflächen machen sichtbar, worum es im Projekt insgesamt geht: Flächen bewusst nutzen, Qualität schaffen und die Stadt Schritt für Schritt widerstandsfähiger und lebenswerter machen.