Erste Projekte aus dem Förderprogramm InAWi gestartet
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Die ersten InAWi-Projekte bereiten den Weg für nachhaltigen Moorbodenschutz und zukünftige Wiedervernässungen.
Das Bundesumweltministerium unterstützt mit dem Förderprogramm InAWi (Information, Aktivierung, Steuerung und Unterstützung von Maßnahmen zur Wiedervernässung von Moorböden) bundesweit Projekte, die die langfristige Wiedervernässung von Moorböden vorbereiten. Die ersten fünf Projekte in Sachsen, Brandenburg und Niedersachsen zielen darauf ab, regionale Managementstrukturen aufzubauen, Akteur*innen zu informieren und zu qualifizieren sowie Beteiligungsprozesse anzustoßen.
Wissen teilen und Akteur*innen stärken in Brandenburg
In einem Projekt des Deutschen Verbands für Landschaftspflege (DVL) steht die Qualifizierung von Akteur*innen und der Ausbau von Netzwerken für den Moorbodenschutz in Brandenburg im Mittelpunkt. Das Projektteam möchte das Wissen landwirtschaftlicher Betriebe gezielt in den Verwaltungsalltag einbringen und so die Umsetzung der Moorwiedervernässung stärken. Neben kostenfreien regionalen Schulungen von Verwaltungsmitarbeitenden ist ebenso der Aufbau eines aktiven Netzwerks geplant, in dem Praxis und Verwaltung eng zusammenarbeiten. Für das bereits bestehende MoorKompetenz-Netzwerk soll die überregionale Vernetzung anhand der Gebiete der Wasser- und Bodenverbände in Brandenburg weiter ausgebaut werden. Zudem sind spezifische Beratungsangebote in regionalen Arbeitsgruppen geplant.
Mit dem Projekt „Moorheld*innen“ stellt das Märkische Moorzentrum e. V. Pionier*innen der Moorwiedervernässung in Brandenburg in den Mittelpunkt. Über drei Jahre begleitet das Projekt fünf Moorstandorte (Rhinluch, Möllmer Seewiesen, Randowbruch, die Waldmoore bei Eberswalde und das Häsener Luch) sowie die dort engagierten Akteur*innen und Partner wie dem NABU e. V. Ein Instagram-Kanal und eine filmische Langzeitdokumentation zeigen die Menschen vor Ort und machen ihre Motivation, ihre Herausforderungen und die Erfolge beim Transformationsprozess rund um die Wiedervernässung sichtbar. Drei Jahresfilme sowie eine abschließende Langzeitdokumentation werden vor Ort in den Moorregionen präsentiert. Ziel ist es, gemeinsam mit den Pionier*innen andere zu ermutigen – insbesondere junge Menschen – und die Bedeutung von Mooren für Klima- und Biodiversitätsschutz stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.
Moorbodenschutzmanagement in Sachsen und Niedersachsen
In Sachsen und Niedersachsen werden neue Strukturen für ein dauerhaftes Moorbodenschutzmanagement geschaffen. In drei Projekten übernehmen künftig Moorbodenschutzmanager*innen vor Ort eine zentrale Rolle. Sie fungieren als erste Ansprechpartner*innen für Fragen zur Moorwiedervernässung, informieren und beraten zu Fördermöglichkeiten des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz und begleiten interessierte Akteur*innen bei der Antragstellung.
Im Projekt „Moorbodenschutzmanagement in den Moorregionen Sachsens“ baut das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie ein Team auf, das mit Moorbodenschutzmanager*innen an den Standorten Zwickau, Wurzen und Kamenz in den Regionen präsent ist. Durch das Moorbodenschutzmanagement werden sachsenweit Moorschutzprojekte angestoßen und begleitet sowie Akteur*innen bei der Antragstellung und -umsetzung unterstützt. Informationsangebote, Workshops und Exkursionen tragen dazu bei, Wissen zu vermitteln und die Akzeptanz für Moorschutzmaßnahmen zu erhöhen.
Im UNESCO-Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft priorisiert das Biosphärenreservat als Teil des Staatsbetriebs Sachsenforst zunächst die Moorgebiete der Region. Zudem werden die Eigentümer*innen, Bewirtschafter*innen und weitere relevante Akteur*innen identifiziert. Begleitend finden Informationsveranstaltungen, Workshops und Bildungsangebote statt. Gemeinsam wird ein Moorbodenschutzkonzept entwickelt, das als Grundlage für künftige Wiedervernässungsmaßnahmen dient.
In Niedersachsen erfasst der Landkreis Ammerland die Moorflächen im Kreisgebiet ganzheitlich und priorisiert Maßnahmen zur Wiedervernässung. Durch die strukturierte Zusammenarbeit mit Eigentümer*innen, Landnutzer*innen, Verwaltung und Verbänden sollen Hemmnisse abgebaut und die Akzeptanz für den notwendigen Transformationsprozess erhöht werden. Ein Moorbodenschutzkonzept bildet die Grundlage, um konkrete Wiedervernässungsprojekte anzustoßen und die größtmögliche positive Klimawirkung der Ammerländer Moore zu erzielen.
Über das Förderprogramm InAWi
InAWi soll entscheidend dazu beitragen, dass der Transformationsprozess hin zur Wiedervernässung in den einzelnen Moorregionen planvoll, strukturiert und koordiniert gelingt. Akteur*innen und Betroffene vor Ort sollen gestärkt werden, diesen Weg mitzugestalten. Gemeinsam mit ihnen sollen die Potenziale der Wiedervernässung untersucht werden, um konkrete Wiedervernässungsprojekte anzustoßen. Bestehende Hemmnisse sollen abgebaut und die Akzeptanz der notwendigen Transformation erhöht werden. Die Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH betreut die Umsetzung des Förderprogramms.
Kontakt
Information, Aktivierung, Steuerung und Unterstützung von Maßnahmen zur Wiedervernässung von Moorböden (Förderrichtlinie InAWi) +49 30 72618 0799 E-Mail schreiben
Sprechzeiten für die Beratung zur Antragstellung:
Mo, Mi & Fr: 9-12 Uhr
Di & Do: 9-12 Uhr & 13-15 Uhr