„Büffel & Moor“: Impulse für regionale Wertschöpfung auf nassen Mooren
Copyright: BMUKN / Sascha Hilgers
Rund 70 Teilnehmende aus ganz Deutschland diskutierten am 25. März 2026 in Brandenburg über die Zukunft der Wasserbüffelhaltung auf wiedervernässten Mooren.
Bei der Veranstaltung „Büffel & Moor“ standen Herausforderungen wie fehlende Schlacht- und Verarbeitungsstrukturen sowie Potenziale für Klima- und Artenschutz im Fokus. Die Veranstaltung ist Teil des Pilotprojektes „BLuMo“ und wird vom Bundesumweltministerium im Rahmen der Pilotvorhaben zum Moorbodenschutz gefördert wird. Das Projekt „BLuMo“ steht für „Brandenburgs Luchgebiete klimaschonend bewahren – Initiierung einer moorerhaltenden Stauhaltung und Bewirtschaftung“.
Bei der Veranstaltung wurde deutlich, dass die Wasserbüffelhaltung noch vor strukturellen Herausforderungen steht: So fehlen etwa in Brandenburg regionale Schlachtkapazitäten, was wiederum lange Transportwege zur Folge hat. Daher wird bei Wasserbüffeln häufig der sogenannte Weideschuss angewendet, der den Tieren den Stress durch Transport oder Schlachthof erspart. Obwohl diese Methode seit 2021 EU-rechtlich erlaubt ist, wird sie von Genehmigungsbehörden bislang uneinheitlich gehandhabt. Auch in der Verarbeitung bestehen Engpässe: Es gibt zu wenige Betriebe, etwa für Zerlegung und Wurstproduktion. Ursachen sind vor allem Fachkräftemangel im Fleischerhandwerk und hohe regulatorische Anforderungen.
Vernetzung und Wissenstransfer als Schlüssel
Gezielte Austauschformate ermöglichten neue Kontakte und Kooperationen entlang der Wertschöpfungskette – von der Tierhaltung über die Verarbeitung bis zur Vermarktung. Die Veranstaltung leistete damit einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung regionaler Strukturen. Gleichzeitig stärkte die Veranstaltung den Kompetenzaufbau durch praxisnahes Wissen zu Haltung, Schlachtung, Verarbeitung und Vermarktung. Die Wasserbüffelhaltung bietet dabei großes Potenzial: Als Form der nassen Bewirtschaftung ermöglicht sie die landwirtschaftliche Nutzung wiedervernässter Moorflächen und schafft zugleich wirtschaftliche Perspektiven für Betriebe. Gleichzeitig fördert sie artenreiche Feuchtlebensräume und trägt zum Klimaschutz bei, da wiedervernässte Moorböden große Mengen CO₂ speichern.
Den Abschluss bildete die Verkostung von 15 Wasserbüffelprodukten aus ganz Deutschland, darunter Gulasch, Salami und Bratwurst. Wasserbüffelfleisch gilt als fett- und cholesterinarm. Drei Produkte wurden prämiert; die Gewinner erhielten neben Urkunden eine künstlerisch gestaltete „Moorpraline“ von Anja Fiedler, die die Verbindung von Moorschutz und Ernährung symbolisiert.
Die Veranstaltung wurde gemeinsam vom Pilotvorhaben BLuMo des Landesamtes für Umwelt Brandenburg, dem MOORBÜFFEL-Projekt und dem Deutschen Büffel-Verband e. V. organisiert.
Über das BLuMo-Projekt
Das BLuMo-Projekt steht für „Brandenburgs Luchgebiete klimaschonend bewahren – Initiierung einer moorerhaltenden Stauhaltung und Bewirtschaftung“. Es ist eines von vier Pilotvorhaben zum Moorbodenschutz, die vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) bis 2031 gefördert werden. Ziel des Projektes ist, die nasse Bewirtschaftung von Niedermoorflächen zu erproben und eine dauerhafte, nachhaltige Wertschöpfung durch landwirtschaftliche Nutzung zu ermöglichen. Dazu wird in enger Absprache mit den Landnutzer*innen auf 750 Hektar Niedermoorflächen in Brandenburg die nasse Bewirtschaftung erprobt, um eine dauerhafte, nachhaltige Wertschöpfung durch landwirtschaftliche Nutzung zu ermöglichen. Die Demonstrationsflächen liegen im Rhinluch, in den Möllmer Seewiesen und im Randowbruch. Die Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH betreut das Programm im Auftrag des BMUKN als Projektträgerin.
Projektvideo „Wasserbüffel in den Möllmer Seewiesen“