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Europäische Umweltschutzinitiative (EURENI)

Zwei Jugendliche vor einem Bergpanorama halten eine Europa-Flagge

Critical Raw Materials Act Gemeinschaften in Bergbau-Regionen stärken und faire sozioökologische Standards sichern

Zuwendungsempfangende

PowerShift e.V.

Laufzeit

laufend

01.03.2025 bis 31.12.2026

Verortung

Portugal, Schweden

Fördervolumen

220.270,72 €

Thema

Nachhaltiges Wirtschaften (inkl. Nachhaltige Finanzierung)

 

Hintergrund des Projekts

Der Critical Raw Materials Act der EU soll den Abbau und die Verarbeitung kritischer Rohstoffe in Europa ausweiten. Das Gesetz will die Abhängigkeit von Drittländern reduzieren und die europäischen Lieferketten stärken. Dafür fördert es sogenannte Strategische Projekte. Diese Projekte erhalten schnellere Genehmigungen und finanzielle Unterstützung. Im März 2025 veröffentlichte die EU‑Kommission eine Liste dieser Strategischen Projekte. Viele zivilgesellschaftliche Akteur*innen äußern jedoch Bedenken, dass diese Projekte die Umwelt- und Menschenrechtsstandards schwächen könnten Sie befürchten Folgen für lokale Gemeinschaften und Ökosysteme.

In Portugal beispielsweise betrifft dies die Region Barroso. Die Vereinten Nationen haben sie als erhaltenswertes landwirtschaftliches Produktionssystem globaler Bedeutung (Globally Important Agricultural Heritage Systems) anerkannt. Bergbau könnte hier die Artenvielfalt beeinträchtigen, die traditionelle Landwirtschaft stören und wertvolle Boden- und Wasserressourcen erschöpfen. Diese Ressourcen sichern die wirtschaftliche Grundlage vieler Menschen in der Region. 

In Schweden könnte sich der Tagebau auf die Rentierzucht der Sámi auswirken, indem er Migrationsrouten unterbricht und Wasser sowie Boden mit Schwermetallen belastet.

Lokale Gemeinschaften haben oft nur begrenzten Zugang zu Informationen. Zudem haben sie selten die Mittel, um an Planungsprozessen teilzunehmen oder ökologische Risiken zu verfolgen. Ein Beispiel sind Wasserproben. Sie zeigen, ob das Grundwasser oder Flüsse verschmutzt sind. Häufig werden diese Proben jedoch erst nach Beginn des Bergbaubetriebs genommen. Ohne Daten aus der Zeit davor lässt sich das Ausmaß möglicher Schäden für die Umwelt kaum erkennen. 

Hinzu kommt, dass die Finanzierung der Strategischen Projekte oft unklar bleibt. Das erschwert es der Zivilgesellschaft, für stärkere soziale und ökologische Schutzmaßnahmen einzutreten.

Projektziele und -maßnahmen

Das Projekt stärkt die Handlungsfähigkeit der Zivilgesellschaft. Es stellt lokalen Gemeinschaften wichtige Informationen zur Finanzierung von Bergbauprojekten zur Verfügung. Zudem zeigt es Möglichkeiten der Kreislaufwirtschaft, die den Abbau von Primärrohstoffen verringern können. Das Projekt unterstützt außerdem die Entnahme von Wasserproben vor Beginn des Bergbaus.

Um dies zu erreichen, entwickelt das Projekt Informationsmaterialien. Sie erklären, wie Strategische Projekte funktionieren, wie sie finanziert werden und welche Rechte Gemeinschaften im Planungsprozess nutzen können. In zwei betroffenen Regionen, voraussichtlich in Portugal und Schweden, finden Workshops statt. Sie sollen das Bewusstsein für ökologische und soziale Folgen des Bergbaus stärken und die Beteiligung an lokalen Entscheidungen erleichtern.

Gemeinschaften erhalten Probenkits für Wasserentnahmen. Damit können sie vor Beginn des Bergbaus Messungen durchführen. Diese Daten zeigen den ursprünglichen Zustand von Flüssen und Grundwasser. Später dienen sie als Vergleich, um mögliche Umweltverschmutzungen früh zu erkennen.

Darüber hinaus organisiert das Projekts zwei Webinare, die Interessengruppen auf EU-Ebene mit Vertreter*innen aus den betroffenen Regionen zusammenbringen. Die Veranstaltungen werden sich auf die Risiken Strategischer Projekte konzentrieren und betonen, wie wichtig klare Umwelt- und Sozialstandards sind. Um diesen Dialog zu unterstützen, wird das Projekt kurze, leicht zugängliche Publikationen zu Finanzierungsmechanismen und Alternativen der Kreislaufwirtschaft erstellen. So können sich zivilgesellschaftliche Akteur*innen besser an Debatten beteiligen.

PowerShift koordiniert das Projekt und ist für Forschung und Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich. Lokale Gemeinschaften und zivilgesellschaftliche Organisationen werden sich bei der Durchführung von Wassertests, dem Wissensaustausch und der Interessenvertretung beteiligen. Partner aus der European Raw Materials Coalition und dem Climate Action Network Europe werden die Öffentlichkeitsarbeit und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit unterstützen. So tragen sie dazu bei, Transparenz bei der Finanzierung von Bergbauprojekten zu gewährleisten.