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Natürlicher Klimaschutz in ländlichen Kommunen

Kommune mit Bäumen und Wegbegrünung

Nortorf

Zuwendungsempfangende

Stadt Nortorf

Maßnahmen

  • Wiedervernässung von Moorflächen und Anhebung der Wasserstände
  • Naturnaher Ausbau und Anhebung des Gewässerbettes der Bellerbek
  • Austausch von Nadelgehölzen im Stadtpark mit standortgerechten Laubgehölzen
  • Entwicklung von Gehölzstrukturen, Feuchtgrünland und Moorwiesen
  • Entwicklung der Wegeleitung im Erholungsgebiet mit Informationspunkten und Aussichtsplattformen

Laufzeit

laufend

01.02.2026 bis 31.01.2031

Verortung

Nortorf – Kreis Rendsburg-Eckernförde – Schleswig-Holstein

Fördervolumen

566.440,00 €

Größe der Maßnahmenflächen

220.000 m²

ANK-Handlungsfelder

  • Naturnaher Wasserhaushalt mit lebendigen Flüssen, Seen und Auen
  • Natürlicher Klimaschutz auf Siedlungs- und Verkehrsflächen
Durch Wiedervernässung, naturnahe Gewässergestaltung und klimaresiliente Bepflanzung wird das einst trockengelegte Bellerbek-Tal Schritt für Schritt stabilisiert und als Erholungsraum weiterentwickelt.

Was ist die Herausforderung in der Stadt Nortorf?

Das Bellerbek-Tal in Nortorf war ursprünglich ein wasserreicher Niedermoorraum. Über Jahrzehnte wurde das Gebiet jedoch entwässert und stark verändert, sodass sich der Torf zunehmend zersetzt und klimaschädliche Treibhausgase freigesetzt werden.

Zudem wird die Wasserqualität der Bellerbek beeinträchtigt, da vermehrt Nährstoffe in das Gewässer gelangen. Der degradierte Moorboden und abgesenkte Wasserstände bringen den natürlichen Wasserhaushalt aus dem Gleichgewicht. Lebensraum für spezialisierte Pflanzen und Tiere geht zunehmend verloren.

Der angrenzende Stadtpark ist ein wichtiges Einzugsgebiet - soohl für das Stadtklima, das Abfluss- und Wasserspeicherungsvermögen sowie die Ökologie des Talraumes. Im Stadtpark dominieren große Fichtenbestände, die nicht standortgerecht sind und das lokale Klima kaum verbessern. An heißen Tagen fehlt dadurch eine kühlende Wirkung für die Umgebung. Zudem sind die Bäume anfällig für Trockenheit, Stürme und Schädlinge. 

Viele Menschen aus der Region nutzen das Bellerbek-Tal zur Erholung. Die Stadt Nortorf steht daher vor der Herausforderung, den Talraum ökologisch zu stabilisieren, das Klima zu schützen und ihn zugleich als attraktiven und informativen Natur- und Erholungsraum zu erhalten und zu entwickeln.

Welchen Lösungsansatz verfolgt das Projekt?

Ziel des Projekts ist es, wieder mehr Wasser in der Landschaft zu halten und das Bellerbek-Tal naturnah weiterzuentwickeln. Dazu hebt die Stadt die Gewässersohle an, legt kleine Mäander an und reduziert die Entwässerung im Gebiet, indem ehemalige Entwässerungsgräben geschlossen werden. So wird der Wasserhaushalt des Niedermoores stabilisiert. Im Oberlauf werden zudem Ufergehölze zur Beschattung eingebracht. 

Auch der angrenzende Stadtpark wird einbezogen. Gebietsfremde Nadelbäume werden schrittweise durch standortgerechte Laubbäume ersetzt. Neue Sträucher und extensiv gepflegte Flächen werten das Gebiet ökologisch auf und erhöhen seine Fähigkeit, Wasser zu speichern und das Stadtklima zu verbessern. Insgesamt entstehen bessere Lebensräume für Pflanzen und Tiere im gesamten Tal.

Außerdem passt die Stadt Nortorf die Wegeführung so an, dass Besucher*innen die Natur gezielt erleben und sich über den Natürlichen Klimaschutz vor Ort informieren können. Informationspunkte und Aussichtsplattformen machen die Veränderungen sichtbar, während gleichzeitig sensible Bereiche geschützt werden.

Welchen Beitrag leistet das Projekt für den Natürlichen Klimaschutz?

Durch die Wiedervernässung der Moorböden wird die Zersetzung von Torf gestoppt und ein weiteres Absinken des Geländes verhindert. Dadurch sinken die Treibhausgasemissionen dauerhaft, und gleichzeitig bleibt mehr Kohlenstoff im Boden gespeichert. Neue Gehölze und Pflanzen verbessern zudem das lokale Klima und binden zusätzlich CO₂.

Gleichzeitig kann der Moorboden mehr Regenwasser aufnehmen, das länger in der Fläche verbleibt und langsamer abgegeben wird. Der verbesserte Wasserrückhalt hilft, Trocken- und Hitzeperioden besser zu überstehen und z. B. Starkregenereignisse abzupuffern. Durch die Maßnahmen passt sich die Stadt an die Folgen des Klimawandels an. 

Das Projekt zeigt anschaulich, wie sich Klimaschutz, Biodiversitätsschutz und Erholung miteinander verbinden lassen – und dient als Beispiel für andere Kommunen mit Moor- und Gewässerlandschaften.