Die KI-Ideenwerkstatt für Umweltschutz des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit arbeitete im Impact Hub in Berlin-Neukölln. Sie diente vor Ort und virtuell als Anlaufstelle für alle, die Künstliche Intelligenz gemeinwohlorientiert für den Umweltschutz einsetzen möchten. Sie war ein offener Ort für NGOs, Initiativen, Wissenschaftler*innen, Start-ups, Privatpersonen und weitere Akteur*innen und deren Austausch untereinander. In mehr als 90 Workshops, bei Themenabenden Gastvorträgen und Umweltdatenwerkstätten, auf Messen, Kongressen und Festivals hat sich die KI-Ideenwerkstatt mit dem gesellschaftlichen Einsatz von Künstlicher Intelligenz im Umweltschutz beschäftigt.
Das Projekt wurde nach vier Jahren im Dezember 2025 erfolgreich abgeschlossen.
Eine KI-Initiative des BMUKN
Die KI-Ideenwerkstatt für Umweltschutz war eine von vier KI-Initiativen für Umwelt und Klima des Bundesumweltministeriums (BMUKN) und damit Teil der KI-Strategie der Bundesregierung. Sie wurde gemeinsam mit dem Förderprogramm KI-Leuchttürme für Umwelt, Klima, Natur und Ressourcen und dem Green-AI Hub Mittelstand durch die ZUG umgesetzt und koordiniert. Die vierte dieser Initiativen ist das KI-Lab am Umweltbundesamt. Mit den KI-Initiativen möchte das BMUKN die nachhaltige Gestaltung von KI und die Nutzung ihrer Chancen zugunsten von Klima und Umwelt fördern.
Das Förderprogramm KI-Leuchttürme und der GAIH Mittelstand werden auch über 2025 hinaus von der ZUG betreut.
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Video: Festival der KI-Ideenwerkstatt am 12.11.2024
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Video: Eröffnungsveranstaltung der KI-Ideenwerkstatt am 9.11.2022
Ergebnisse mit Zukunftsaussicht
Aufbau und Begleitung von Projekten
Das Team der KI-Ideenwerkstatt initiierte und begleitete ausgewählte Pilotprojekte, die digitale Werkzeuge und KI für den Umweltschutz einsetzen. Das Team unterstützte die Projekte bei der Planung, der Erhebung oder Bereitstellung von Umweltdaten bis hin zur Entwicklung von digitalen Lösungen oder Machine-Learning-Modellen.
Im Rahmen des Ideenwettbewerbs „KI-Ideenwerkstatt X Prototype Fund Hardware: Offene Technologien für den Umweltschutz“ wurden zusätzlich sechs innovative Projekte ausgewählt und gefördert.
Die Dokumentation der entwickelten Hard- und Software ist frei und quelloffen im Projekt-Repository (Codeverzeichnis) verfügbar.
Pilotprojekte
Biodiversitätsdaten aus Sammlungsetiketten
Ein KI-gestütztes System extrahiert automatisch Informationen aus historischen Sammlungsetiketten – etwa Artname, Fundort oder Datum – und wandelt sie in strukturierte Biodiversitätsdaten um. Das erleichtert die Digitalisierung naturkundlicher Sammlungen.
Dieses Projekt entwickelte ein OCR-Modul, das Produktetiketten erkennt und relevante Inhaltsstoffinformationen automatisch extrahiert. Ziel ist es, Verbraucher*innen schnellere Auskünfte über Schadstoffe zu ermöglichen.
Dieses Projekt setzt KI ein, um Robben Luftbildern automatisch zu erkennen und zu zählen. Es unterstützt sowohl Forschungsprojekte als auch Schutzprogramme.
Um nächtliche Vogelbewegungen zu erfassen, nutzt dieses Projekt KI zur Analyse von Vogelrufen. Ziel ist es, mit den gewonnenen Erkenntnissen den lokalen Vogelzug möglichst präzise abzubilden, um Schutzmaßnahmen genauer anpassen zu können.
Dieses System ermöglicht die automatisierte Klassifikation und Erfassung von Insekten mithilfe von Kameratechnik und künstlicher Intelligenz. Es eignet sich für Monitoringprogramme, Forschung und Naturschutzarbeit.
Das Open-Source-System ermöglicht die Reservierung, Ausgabe und Rückgabe von Geräten mittels KI-gestützter Objekterkennung. Es kann unter anderem in Leihstationen, Bibliotheken oder Werkzeugverleihen eingesetzt werden.
Das Modellierungs- und Analysewerkzeug stellt urbane Klimadaten verständlich dar und unterstützt Kommunen und Initiativen dabei, lokale Hitze- und Klimaeffekte besser nachzuvollziehen.
Das Projekt entwickelt kostengünstige Open-Hardware-Sensoren, die Wasserparameter in kleineren Fließgewässern erfassen, Daten per KI auswerten und online verfügbar machen. Damit unterstützt das Projekt den Gewässerschutz.
Dieses System verbindet Sensorik mit KI-Analysen, um Wurmkompostieranlagen hinsichtlich Feuchtigkeit, Temperatur und Aktivität zu überwachen. Es unterstützt eine nachhaltige Abfallverwertung im kleinen wie im großen Maßstab.
Die kleinen Sensoreinheiten erfassen Umweltparameter wie Bodenfeuchte oder Temperatur und werten sie mithilfe von KI aus. Sie eignen sich besonders für Citizen-Science-Projekte und die urbane Ökologie.
Ein besonderes Highlight war das Festival im November 2024. Unter dem Motto „künstlich. grün. natürlich intelligent“ wurde gemeinsam mit 150 Teilnehmenden im KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst in Berlin das zweijährige Bestehen der KI-Ideenwerkstatt für Umweltschutz gefeiert.
Copyright: ZUG/Toni Kretschmer
Thorsten Kluß von der KI-Ideenwerkstatt eröffnete das Festival feierlich mit einem Rückblick.
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Melanie Stolzenberg-Lindner, Referatsleiterin des Bundesumweltministeriums, besuchte die Veranstaltung und tauschte sich mit den Anwesenden aus.
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Drei Community Sessions boten die Gelegenheit, tiefer in verschiedene Themen rund um KI und Umweltschutz einzutauchen.
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Drei Pilotprojekte stellten sich auf der Bühne vor.
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Die Gewinner*innen des Ideenwettbewerbs nahmen stolz ihre Preise entgegen. Nun können sie damit ihre Ideen voranbringen.
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Im Raum für Ideen konnten sich die Teilnehmenden mit Expert*innen vernetzen und mehr über KI im Umweltschutz erfahren.
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Samson Völk von den Kiezpoeten sorgte mit einem Poetry Slam für einen stimmungsvollen Abschluss.
Civic Coding und Ergebnissicherung
Das Projekt „KI-Ideenwerkstatt für Umweltschutz“ ist Teil von Civic Coding – Innovationsnetz KI für das Gemeinwohl, einer gemeinsamen Initiative des Bundesumweltministeriums, des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) sowie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Die Inhalte der Webseite der KI-Ideenwerkstatt werden künftig auf der Webseite von Civic Coding zu finden sein.