Weil der Stadt Feuchtgebietserhaltung und Umweltschutzmaßnahmen Merklinger Ried
Zuwendungsempfangende
Stadt Weil der Stadt
Maßnahmen
- Anhebung des Grundwasserspiegels durch Herstellung von Regenwasserkanälen und Diffusorgräben
- Landschaftsbauliche Maßnahmen sowie Pflege und Renaturierung von Feuchtwiesen und Schilfflächen
- Einbindung lokaler Akteur*innen u. a. durch Begehungen und Informationsangebote
Laufzeit
01.03.2026 bis 28.02.2030
Verortung
Weil der Stadt – Landkreis Böblingen – Baden-Württemberg
Fördervolumen
1.357.020,00 €
ANK-Handlungsfeld
- Schutz intakter Moore und Wiedervernässungen
Größe der Maßnahmenfläche
166.000 m²
Copyright: Lukas Häcker / Stadt Weil der Stadt
Was ist die Herausforderung in Weil der Stadt?
Das Merklinger Ried zwischen Weil der Stadt und Merklingen ist ein einzigartiges Feuchtgebiet und Lebensraum für zahlreiche seltene und gefährdete Tierarten, insbesondere Vögel und Amphibien. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich der Zustand des Gebiets jedoch deutlich verschlechtert. Durch menschliche Einflüsse gelangen zunehmend Nährstoffe in das ursprünglich nährstoffarme Gewässer. Dadurch wachsen Algen und Wasserpflanzen übermäßig stark. Dieses Ungleichgewicht verdrängt andere Pflanzenarten und entzieht vielen Tieren und Kleinstlebewesen ihre Lebensgrundlage. Zugleich nimmt die Wasserverfügbarkeit im Feuchtgebiet ab. Die Absenkung des Grundwasserspiegels ist vor allem auf die starke Eintiefung der Würm seit der Begradigung in den 1960er- und 1970er-Jahren sowie zunehmend trockene Sommer infolge der Klimakrise zurückzuführen. Das Torfmoor trocknet aus, verliert an Substanz und damit an ökologischer Stabilität. Die Stadt Weil der Stadt möchte dieser Entwicklung entgegenwirken, die natürliche Wasserführung wiederherstellen und das Merklinger Ried als wertvollen Naturraum langfristig für kommende Generationen sichern.
Welchen Lösungsansatz verfolgt das Projekt?
Ziel des Projekts ist es, das Merklinger Ried hydrologisch zu stabilisieren und seine natürlichen Funktionen wiederherzustellen. Dafür wird die Wasserführung gezielt verbessert, indem Regenwasser wieder verstärkt in das Moor geleitet wird. So soll der Wasserstand dauerhaft angehoben und das stark beeinträchtigte Torfmoor wiedervernässt werden. Ergänzend werden Feuchtwiesen und Schilfflächen gepflegt und renaturiert, um Lebensräume von Vögeln, Amphibien und weiteren typische Arten aufzuwerten.
Das Projekt verbindet Klimaschutz, Artenvielfalt und Landschaftspflege und setzt bewusst auf Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden, lokalen Naturschutzvereinen wie der NABU-Gruppe und den Vogel- und Naturfreunden Merklingen. Auch Landwirt*innen und – sofern betroffen – die Jägerschaft werden aktiv eingebunden. Öffentliche Begehungen und Beteiligungsformate sorgen für Transparenz, Austausch und eine breite Unterstützung vor Ort.
Welchen Beitrag leistet das Projekt künftig für den Natürlichen Klimaschutz?
Mit der Wiedervernässung des Merklinger Rieds leistet die Stadt Weil der Stadt einen wichtigen Beitrag zum Natürlichen Klimaschutz. Moore sind besonders wirksame CO₂-Speicher, solange sie nass sind. Durch die Stabilisierung des Wasserhaushalts kann verhindert werden, dass weitere Treibhausgase aus dem austrocknenden Torfboden freigesetzt werden. Gleichzeitig stärkt das Projekt die Anpassung an die Folgen der Klimakrise, etwa durch einen besseren Wasserrückhalt in der Landschaft und kühlende Effekte in Trockenperioden.
Der Ansatz zeigt, wie kommunaler Klimaschutz und Naturschutz Hand in Hand gehen können. Durch die enge Einbindung lokaler Akteur*innen, transparente Kommunikation und eine aktive Öffentlichkeitsarbeit hat das Vorhaben Vorbildcharakter und kann andere Kommunen dazu inspirieren, Moore und Feuchtgebiete als natürliche Verbündete im Klimaschutz zu erhalten und weiterzuentwickeln.