Braunschweig Leben in Vielfalt in Zeiten des Klimawandels (LiViK)
Zuwendungsempfangende
Stadt Braunschweig
Maßnahmen
- Entsiegelung und ökologische Aufwertung von versiegelten Flächen
- Nachhaltiger Umgang mit Regenwasser sowie Speicherung und Rückführung in den Regenwasserkreislauf
- Partizipative Umgestaltung eines Landschaftsparks zum Klima- und Biodiversitätsschutz mit Umweltbildungskonzept
- Sicherung und Anlage von Streuobstwiesen
- Pflanzung von Hecken, Obstbäumen und Sträuchern zur Aufwertung von Feldrainen in der Agrarlandschaft
Laufzeit
01.01.2025 bis 31.12.2029
Verortung
Braunschweig – Niedersachsen
Fördervolumen
5.109.624,89 €
ANK-Handlungsfelder
- Natürlicher Klimaschutz auf Siedlungs- und Verkehrsflächen
- Böden als Kohlenstoffspeicher
Größe der Maßnahmenflächen
179,35 ha
Copyright: Daniela Nielsen / Stadt Braunschweig
Was ist die Herausforderung in Braunschweig?
Das Stadtgebiet Braunschweigs ist durch einen Wechsel von urbanen und ruralen Strukturen sowie einen hohen Nutzungsdruck geprägt. Die Flächen im Emsviertel in der sozio-ökonomisch schwachen Weststadt sind weitgehend versiegelt und bieten wenig Aufenthaltsqualität. Der angrenzende Westpark – aktuell ein Potpourri aus Agrarflächen, artenarmem Grünland sowie Sport- und Spielangeboten – ist hingegen ein wichtiges und beliebtes Naherholungsziel. Die Feldmark Harxbüttel liegt in einer monotonen Agrarlandschaft. In allen genannten Fokusgebieten besteht in Hinblick auf die Förderung der Artenvielfalt noch Verbesserungspotenzial. Vorhandene Streuobstwiesen bieten bereits hochwertige Biotope als Rückzugsorte und Trittsteine für Flora und Fauna, sind jedoch durch einen schlechten Pflegezustand gefährdet.
Welchen Lösungsansatz verfolgt das Projekt?
Im Emsviertel entsiegelt die Stadt Braunschweig Flächen und realisiert naturnahes Begleitgrün an Plätzen und Wegen, um so die Artenvielfalt zu steigern. Dies kühlt innerstädtische Wärmeinseln, erhöht den Wasserrückhalt und schafft nachhaltige Aufenthaltsräume. Gleichzeitig entwickelt die Stadt den Westpark zu einem übergeordneten Biodiversitäts- und Klimapark und wertet ihn ökologisch auf. Der Park soll als Ort des Naturerlebens und der Begegnung die Aspekte Klimaschutz, Biodiversität und Lebensqualität miteinander verbinden und zur Auseinandersetzung mit Themen des Natur- und Umweltschutzes anregen. Die Stadt entwickelt diese Fokusgebiete bewusst unter Einbeziehung der jeweiligen Stakeholder*innen. Zur Sicherung des alten Obstbaumbestandes und der Streuobstwiesen wollen die Projektverantwortlichen ein dauerhaftes Pflegekonzept entwickeln und die erste Instandsetzung einleiten. Die im Projekt gewonnen Informationen werden in ein separates Kataster eingepflegt.
Welchen Beitrag leistet das Projekt für den Natürlichen Klimaschutz?
Die Stadt Braunschweig verbessert das Grünvolumen in den Randbezirken, indem sie neue Grünflächen schafft und bestehende aufwertet. Um die Kohlenstoffspeicherung zu verbessern, pflanzt sie nicht nur neue Bäume und Hecken, sondern sichert auch bestehende Bestände. Obstbäume liefern dabei nicht nur lokal erzeugte Lebensmittel, sondern dienen auch als wichtige Nährgehölze für die urbane (Avi-) Fauna. Braunschweig entsiegelt zudem Flächen, um die natürlichen Bodenfunktionen und den Wasserrückhalt zu fördern. Extensives Grünflächenmanagement erhöht die Artenvielfalt auf den Grünflächen. Strukturreiche Hotspotflächen wie zum Beispiel Feucht- oder Trockenhabitate dienen dem Artenschutz. Die partizipative Ausrichtung des Projekts stärkt die Akzeptanz in der Bevölkerung. Umweltbildungs- und Naturerlebnisangebote fördern das Bewusstsein der Menschen vor Ort und steigern klimabewusstes Verhalten.