Wernigerode Blau-grüne Infrastruktur Wernigerode – Weiterentwicklung und Stärkung der blau-grünen Infrastruktur an strategisch wichtigen Punkten in Wernigerode
Zuwendungsempfangende
Stadt Wernigerode
Maßnahmen
- Renaturierung bzw. ökologische Aufwertung von ca. 280 m Fließgewässer (Schmuckgraben)
- teilweise Öffnung eines verrohrten Abschnitts des Schmuckgrabens zur Schaffung von Retentionsraum
- Nachpflanzung von 50 heimischen klimaangepassten Bäumen in einem denkmalgeschützten Park (Lustgarten)
- Schutz und Erhalt von ca. 250 Altbäumen innerhalb der Ortslagen zur Förderung der Biodiversität
- Informationstafeln zu Gewässern innerhalb bebauter Gebiete
- Mediale Begleitung der Maßnahmen über Presse und Social Media der Stadt Wernigerode
Laufzeit
01.12.2024 bis 31.10.2025
Verortung
Stadt Wernigerode – Harz – Sachsen-Anhalt
Fördervolumen
529.403,92 €
ANK-Handlungsfelder
- Natürlicher Klimaschutz auf Siedlungs- und Verkehrsflächen
- Naturnaher Wasserhaushalt mit lebendigen Flüssen, Seen und Auen
Größe der Maßnahmenflächen
89.600 m
Copyright: David Bley / Stadt Wernigerode
Was ist die Herausforderung in Wernigerode?
Wernigerode steht vor wachsenden Herausforderungen durch den Klimawandel. Teils hohe Versiegelungsanteile verstärken die Hochwassergefahr und führen in Hitzeperioden zu hohen Belastungen durch Wärmeinseleffekte. Gleichzeitig sind innerstädtische Gewässer und Biotope ökologisch oft stark degradiert. Ein Beispiel ist der Schmuckgraben: Im oberen Abschnitt ist er zwar offen, weist aber kaum natürliche Strukturen wie Uferböschungen oder Pflanzenbewuchs auf. Im unteren Bereich ist er verrohrt. Dadurch hat er nur eine geringe Bedeutung für den Lebensraum von Tieren und Pflanzen, für die ökologische Verbindung zwischen Grünflächen und für den Schutz vor Hochwasser.
Auch im denkmalgeschützten Lustgarten zeigt sich der Klimawandel: Viele Altbäume sind durch Pilzbefall geschwächt und langfristig nicht mehr standsicher. Gleichzeitig fehlen funktionale Verbindungen zwischen Grünflächen und Gewässern – ein Defizit, das sich negativ auf die städtische Biodiversität auswirkt.
Die Stadt will diesen Herausforderungen begegnen – im Einklang mit ihren Zielen in Klimaschutz, Hochwasservorsorge und nachhaltiger Stadtentwicklung. Im Fokus steht der Aufbau einer resilienten, blau-grünen Infrastruktur.
Welchen Lösungsansatz verfolgt das Projekt?
Zentrales Element ist die Renaturierung des Schmuckgrabens. Der verrohrte Abschnitt wird geöffnet und in ein naturnah gestaltetes Gerinne überführt. Ein weiterer Abschnitt wird durch strukturverbessernde Maßnahmen ökologisch aufgewertet. So entstehen neue Gewässerlebensräume mit Synergieeffekten für den Hochwasserschutz.
Parallel dazu erfolgt im denkmalgeschützten Lustgarten die Nachpflanzung von 50 standortheimischen, klimaangepassten Bäumen. Diese ersetzen Altbäume, die laut einer vorangegangenen Vitalitätserfassung teils gravierende Schäden aufweisen. Ergänzend werden im Straßenraum Maßnahmen zur Sicherung und Förderung wertvoller Altbäume umgesetzt – etwa durch Pflegeschnitte, Belüftung der Wurzelbereiche oder die Entsiegelung verdichteter Baumscheiben.
Flankiert werden die Maßnahmen durch eine mediale Begleitung über Presse und die Social-Media-Kanäle der Stadt Wernigerode – mit dem Ziel, die Sichtbarkeit der Maßnahmen zu erhöhen und das öffentliche Bewusstsein für den Natürlichen Klimaschutz zu stärken.
Welchen Beitrag leistet das Projekt künftig für den Natürlichen Klimaschutz?
Die naturnahe Umgestaltung des Schmuckgrabens verbessert den Wasserrückhalt und reduziert damit das Risiko von Starkregenfolgen. Neue Gewässer- und Grünstrukturen fördern die innerstädtische Biodiversität – ein wichtiger Beitrag zur Anpassung an den Klimawandel.
Die Nachpflanzung klimaresilienter Bäume verbessert das Mikroklima, spendet Schatten und erhöht die Aufenthaltsqualität im Stadtgebiet. Das Projekt trägt damit direkt zur Klimaanpassung und zum Erhalt ökologischer Funktionen bei – und stärkt die Lebensqualität in Wernigerode langfristig.