Engelskirchen Begrünt, beschattet, entsiegelt und lebenswert - Engelskirchen nachhaltig und klimaangepasst
Zuwendungsempfangende
Gemeinde Engelskirchen
Maßnahmen
- Einbau von Zisternen zur Speicherung von Niederschlagswasser
- Flächenentsiegelungen und Pflanzungen
- Aufwertung von Grünland durch Umstellung der Pflege
- ökologische Aufwertung eines Teichs
- Aufwertung eines Spielplatzes zu einem Naturerfahrungsraum und Schaffung eines Wald-Klima-Lehrpfades
Laufzeit
01.01.2025 bis 31.12.2029
Verortung
Engelskirchen – Oberbergischer Kreis – Nordrhein-Westfalen (NRW)
Fördervolumen
602.536,57 €
ANK-Handlungsfelder
- Natürlicher Klimaschutz auf Siedlungs- und Verkehrsflächen
- Naturnaher Wasserhaushalt mit lebendigen Flüssen, Seen und Auen
Größe der Maßnahmenflächen
30.200 m²
Copyright: Gemeinde Engelskirchen
Was ist die Herausforderung in Engelskirchen?
Engelskirchen im Oberbergischen Kreis ist ländlich geprägt und vom Aggertal mit steilen Hängen und dichter Besiedlung in den Tallagen bestimmt. Die Folgen des Klimawandels sind deutlich spürbar: Zwischen 2018 und 2020 führten in der waldreichsten Kommune des Oberbergischen Kreises Hitze und Dürre zu Bodentrockenheit, Ernteausfällen und massivem Borkenkäferbefall, wodurch große Fichtenbestände abstarben. Die gerodeten Flächen verlieren ihre Rückhaltefunktion für Niederschläge – Erosion und Oberflächenabfluss nehmen zu. Beim Starkregen im Juli 2021 kam es zu Überschwemmungen und Schäden an Gebäuden. Problematisch sind auch versiegelte Flächen sowie fehlender Schatten auf Schulhöfen und Spielplätzen. Der steigende Wasserbedarf für die Grünflächenbewässerung und die Verlandung eines Teiches verdeutlichen den Handlungsbedarf in der Kommune.
Welchen Lösungsansatz verfolgt das Projekt?
Mit dem Projekt möchte Engelskirchen die Lebensqualität der Anwohner*innen sichern, den Natürlichen Klimaschutz stärken und gleichzeitig gezielt auf Klimafolgen reagieren. Ein zentraler Baustein der Maßnahmen ist der Einbau von Zisternen zur Speicherung von Regenwasser, das für die Bewässerung genutzt werden kann. Verkehrsflächen werden entsiegelt und mit artenreichem Regiosaatgut begrünt – das verbessert Biodiversität und Mikroklima. Zusätzlich pflanzt die Kommune 110 klimaresiliente Bäume, um Schattenplätze zu schaffen und öffentliche Flächen aufzuwerten. Der verlandete Teich wird vertieft, ökologisch aufgewertet und über den Walbach künftig ganzjährig mit Wasser versorgt. Artenreiche Saumflächen werden zukünftig mit insektenfreundlicher Technik gepflegt. Ein neuer Wald-Klima-Lehrpfad sensibilisiert Bürger*innen für die Zusammenhänge zwischen Klima, Biodiversität und Waldnutzung.
Die Maßnahmen werden gemeinsam mit Bürger*innen, Schulen, Vereinen und dem NABU umgesetzt. Grundlage ist die langjährig etablierte Klimaschutzarbeit der Gemeinde – die auf einem integrierten Klimaanpassungskonzept sowie auf einem Klimabeirat, einer Steuerungsgruppe Klimaanpassung sowie integrierten Klimaschutz- und Anpassungskonzepten aufbaut. Die enge Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, engagierten Bürger*innen und Akteur*innen liefert wertvolle Impulse für die Weiterentwicklung der lokalen Klimaanpassung.
Welchen Beitrag leistet das Projekt für den Natürlichen Klimaschutz?
Das Projekt leistet einen wesentlichen Beitrag zum natürlichen Klimaschutz, indem es Ökosysteme wiederherstellt und stabilisiert. Die ökologischen Aufwertungsmaßnahmen sowie die Umstellung der Grünflächenpflege fördern die Biodiversität und stärken die natürlichen Kohlenstoffspeicher. Zudem tragen die Zisternen zur Speicherung von Niederschlagswasser und die Entsiegelungsmaßnahmen aktiv zur Regulierung des Wasserhaushalts und zur Wiederherstellung der natürlichen Bodenfunktionen bei. Mit der Schaffung des neuen Wald-Klima-Lehrpfades und der aktiven Einbindung der Bevölkerung bei der Umgestaltung eines Spielplatzes in einen Naturerlebnisraum stärkt die Gemeinde sowohl die Resilienz gegenüber den Folgen des Klimawandels als auch das Bewusstsein für nachhaltige und naturbasierte Lösungen.