03.09.2021 | Umweltstaatssekretär Flasbarth übergibt Förderbescheid für Moorschutz-Projekt

03.09.2021 | Das Bundesumweltministerium fördert ein Pilotprojekt zur klimafreundlichen Bewirtschaftung von Mooren. Staatssekretär Jochen Flasbarth übergab heute in Neukalen (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) einen Förderbescheid an die Landgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern und die Universität Greifwald. Die Projektpartner wollen in diesem Verbundvorhaben zwei bisher entwässerte Moorflächen wiedervernässen und Paludikulturen als eine klimaverträgliche landwirtschaftliche Nutzung etablieren und erproben. Das Vorhaben soll unter anderem Lösungswege zur Senkung der Treibhausgasemissionen aus bewirtschafteten wiedervernässten Moorböden aufzeigen und damit wesentliche Erkenntnisse für den Klimaschutz liefern. Das Bundesumweltministerium fördert das Pilotprojekt mit Mitteln aus dem Energie- und Klimafonds bis 2031 mit rund 12,6 Millionen Euro.

Im Rahmen des Pilotvorhabens ist geplant, den Wasserstand zweier bisher entwässerter Moorflächen in Mecklenburg-Vorpommern anzuheben und damit die Treibhausgasemissionen aus diesen Flächen möglichst weitgehend zu reduzieren. In den Poldern Bargischow Süd bei Anklam und Sandhagen bei Friedland soll der Anbau von Paludikulturen auf mehreren hundert Hektar umfassend erprobt und untersucht werden. Als Paludikultur wird die land- und forstwirtschaftliche Nutzung nasser Hoch- und Niedermoore mit geeigneten Pflanzen bezeichnet, zum Beispiel der Anbau von Rohrkolben oder Schilf. Ziel des Pilotvorhabens ist es, weiterführende Erkenntnisse aus der großflächigen Umsetzung zu gewinnen und für die landwirtschaftliche Praxis nutzbar zu machen. Im Fokus steht insbesondere die Entwicklung tragfähiger Konzepte, wie sich Klimaschutz mit einer ökonomisch sinnvollen und nachhaltigen Bewirtschaftung von Moorböden verbinden lässt.

Die lange Laufzeit des Pilotvorhabens bis 2031 ermöglicht eine umfassende, praxisnahe Erprobung der nassen Bewirtschaftung, von der Einrichtung der Flächen über die Ernte bis zur innovativen Verwertung der Biomasse, etwa als Bau- und Dämmstoff oder Verpackungsmaterial. Die beiden Projektflächen liegen in einem großen Flusstal-Niedermoorkomplex und sind repräsentativ für einen Großteil der entwässerten und intensiv genutzten Moorböden in Nordostdeutschland.

Derzeit werden Moorböden für die land- und forstwirtschaftliche Nutzung meist entwässert. Mehr als ein Drittel aller Treibhausgasemssionen der Landwirtschaft in Deutschland stammen aus der landwirtschaftlichen Nutzung entwässerter Moorböden. Das Bundesumweltministerium hat am 1. September eine Nationale Moorschutzstrategie mit den erforderlichen Maßnahmen auf Bundesebene veröffentlicht, um diese Treibhausgasemissionen zu reduzieren und zur Erreichung der Klimaschutzziele der Bundesregierung beizutragen. Die Pilotvorhaben zum Moorbodenschutz sind erste Maßnahmen aus der Nationalen Moorschutzstrategie, die umgesetzt werden. Projektträgerin der Pilotvorhaben ist die Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH.