Laubacher Wald – Westlicher Vogelsberg

Schnelle Fakten

  • Projekt: Wildnisgebiet „Westlicher Vogelsberg” – Teilfläche „Laubacher Wald”
  • Zuwendungsempfänger: NABU-Stiftung Nationales Naturerbe
  • Verortung: Hessen - Landkreis Gießen
  • Start: 01.12.2020
  • Maßnahmen: Nutzungsrechteankauf für 224,5 Hektar Wald
  • Fördervolumen: 6.044.527,44 Euro

Welchen Beitrag für mehr Wildnis in Deutschland leistet das Projekt?


Mit dem Projekt „Wildnis Laubacher Wald” wurden mit Mitteln des Wildnisfonds die Nutzungsrechte für 224,5 Hektar Wald im hessischen Landkreis Gießen erworben. Auf dieser Fläche möchte die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe künftig Wildnis entstehen lassen. Die geförderte Fläche grenzt direkt an insgesamt rund 800 Hektar große Prozessschutzflächen, sogenannte „Kernflächen“, des hessischen Staatswaldes. Zusammen mit der Vorhabenfläche wird somit ein neues Wald-Wildnisgebiet im Sinne der Nationalen Biodiversitätsstrategie mit einer Größe von mehr als 1.000 Hektar entstehen, in dem keine forstliche Nutzung mehr stattfindet und die Wildnisdynamik zugelassen wird. Das Gebiet liegt zentral in einem größeren Waldgebiet im Westhessischen Bergland und ist frei von technischen Infrastrukturen und öffentlichen Verkehrswegen. Es ist vorgesehen, das Wildnisgebiet in seiner Gesamtheit als Naturschutzgebiet auszuweisen.

Was zeichnet die Fläche aus?


Der Waldbestand im Vorhabengebiet ist mit einem Anteil von etwa 70 Prozent Buchenwäldern, kleineren Anteilen von Eiche und anderem Laubholz und nur knapp 15 Prozent Fichtenwäldern überwiegend naturnah. Insbesondere der hohe Anteil älterer Waldbestände bietet gute Voraussetzungen für eine schnell einsetzende natürliche Walddynamik. So sind knapp 45 Prozent der Waldfläche älter als 120 Jahre, gut 25 Prozent zwischen 121 und 160 Jahre alt und 18 Prozent älter als 160 Jahre. Insgesamt zeichnet sich das Projektgebiet durch eine hohe Nährstoffverfügbarkeit aus, die die älteren Buchen entsprechend mächtig und hoch wachsen lässt.

Die Fläche ist Teil des Europäischen Vogelschutzgebietes „Vogelsberg“ sowie des Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Gebietes „Laubacher Wald“. Ein wesentlicher Schutzgrund der Fläche besteht in den nährstoffreichen Buchenwäldern auf Basaltverwitterungsböden. Die Artenvielfalt im Vorhabengebiet und den umgebenden Schutzgebietsflächen ist überdurchschnittlich hoch mit zahlreichen europäisch geschützten Tier- und Pflanzenarten sowie Arten in besonderer Verantwortung Deutschlands. Dazu zählen zum Beispiel Bechsteinfledermaus, Schwarz-, Grau- und Mittelspecht sowie Grünes Besenmoos.

Neben den Flächen des Vorhabengebietes bestehen weitere potenzielle Entwicklungsmöglichkeiten für das Wildnisgebiet in den angrenzenden Waldflächen.