Vorhaben zum Moorbodenschutz
in Mecklenburg-Vorpommern

Schnelle Fakten

  • Titel des Projekts: Paludi-Vorhaben in Mecklenburg-Vorpommern
  • Zuwendungsempfänger: Landgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern mbH, Universität Greifswald (Verbundvorhaben)
  • Stichworte: Paludikultur, Moorbodenschutz, Klimaschutz, nasse Bewirtschaftung
  • Fördervolumen: 12.608.900,29 Euro
  • Projektflächen: Polder Bargischow Süd (bei Anklam) und Polder Sandhagen (bei Friedland) in Mecklenburg-Vorpommern
  • Größe der Projektflächen: Polder Bargischow Süd ca. 520 Hektar; Polder Sandhagen ca. 275 Hektar
  • Projektlaufzeit: 1.9.2021 bis 31.8.2031
  • Gesamtfördervolumen: Mit den Vorhaben zum Moorbodenschutz fördert das BMU Projekte zum Schutz landwirtschaftlich genutzter Moorböden mit insgesamt 48 Millionen Euro über einen Zeitraum von zehn Jahren.

Was sind die Inhalte des Projekts?

Die Landgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern und die Universität Greifswald setzen das Paludi-Vorhaben als Verbundvorhaben um. Die nasse Bewirtschaftung zweier bisher entwässerter Moorflächen mit Paludikulturen soll auf mehreren hundert Hektar erprobt werden. Als Paludikultur wird der Anbau geeigneter Pflanzen in nassen Hoch- und Niedermooren sowie deren land- und forstwirtschaftliche Nutzung einschließlich der natürlichen Aufwüchse bezeichnet. Beispiele sind der Anbau von Rohrkolben oder Schilf. Die lange Laufzeit des Vorhabens bis 2031 ermöglicht eine umfassende, praxisnahe Erprobung der nassen Bewirtschaftung: von der Einrichtung der Flächen über die Ernte bis zur innovativen Verwertung der Biomasse, etwa als Bau- und Dämmstoff oder Verpackungsmaterial. Die wissenschaftliche Begleitung des Vorhabens soll dazu beitragen, bisher offene Fragen des Pflanzenbaus, des Flächenmanagements sowie der Verwertung zu beantworten. Dadurch sollen bestehende Hemmnisse bei der großflächigen Etablierung von Paludikulturen erkannt und Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt werden. Denn selbst für bekannte Arten wie Schilf und Rohrkolben besteht noch erheblicher Forschungs- und Entwicklungsbedarf entlang der gesamten Produktionskette. Für eine fundierte ökonomische und ökologische Bewertung mangelte es bisher an Umsetzungsflächen mit einer praxisrelevanten Größenordnung.

Welche Flächen umfasst das Vorhaben?

Der etwa 520 Hektar große Polder Bargischow Süd liegt im Landkreis Vorpommern-Greifswald und ist Teil des Peene-Haff-Moores. Die Projektfläche im Polder Sandhagen (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) umfasst rund 275 Hektar und ist Bestandteil des Durchströmungsmoores des Großen Landgrabentals. Die beiden Projektflächen liegen in einem großen Flusstal-Niedermoorkomplex und sind repräsentativ für einen Großteil der entwässerten und intensiv genutzten Moorböden in Nordostdeutschland. Voraussetzung für die Einrichtung und die Bewirtschaftung der Paludikultur ist die Anhebung der Wasserstände in beiden Poldern (Wiedervernässung), um die Bedingungen für eine klimaverträgliche Nutzung zu schaffen. Zudem muss die Infrastruktur angepasst werden, um die Ernte und den Abtransport des Erntegutes auf den nassen Flächen zu ermöglichen. Die Projektflächen im Polder Sandhagen werden für das Vorhaben von der Landgesellschaft erworben.

Was sind die Ziele?

Das Paludi-Vorhaben Mecklenburg-Vorpommern soll beispielhaft Lösungswege zur Minderung der Treibhausgas-Emissionen aus bewirtschafteten Moorböden aufzeigen, Modelle für eine langfristige, nasse Bewirtschaftung mit Paludikulturen erproben und diese für eine breite Anwendung weiterentwickeln. In einem moorreichen Bundesland wie Mecklenburg-Vorpommern (ca. 13 Prozent Anteil an der Landesfläche) stellen Moorböden ein bedeutendes Potential zur Senkung der Treibhausgas-Emissionen dar. Mehr als ein Drittel der Treibhausgas-Emissionen aus der Landwirtschaft Deutschlands stammen aus entwässerten Mooren in landwirtschaftlicher Nutzung. Die wissenschaftliche Begleitung des Vorhabens soll zudem weiterführende Erkenntnisse zum großflächigen Anbau von Paludikulturen ermöglichen und diese für die landwirtschaftliche Praxis nutzbar machen. Im Fokus steht insbesondere die Entwicklung tragfähiger Konzepte, wie sich Klimaschutz mit einer ökonomisch sinnvollen und nachhaltigen Bewirtschaftung von Moorböden verbinden lässt. Moore sollen so gemäß den internationalen Vereinbarungen und dem Klimaschutzgesetz langfristig einen wachsenden Beitrag zur Senkung der Treibhausgas-Emissionen leisten.