Häufig gestellte Fragen zu KoMoNa

Auf dieser Seite haben wir häufig gestellte Fragen zum Förderprogramm „Kommunale Modellvorhaben zur Umsetzung der ökologischen Nachhaltigkeitsziele in Strukturwandelregionen" (KoMoNa) für Sie zusammengestellt.

Wie hoch ist die Förderquote?

Die Förderquoten unterscheiden sich nach folgenden Fragestellungen:

  1. Wer stellt den Antrag?
  2. Was soll gefördert werden?

Die konkrete Förderquote wird immer projektspezifisch bestimmt. Der erforderliche Eigenanteil kann nur über monetäre Eigenmittel erbracht werden. Eigenleistungen, z. B. in Form von bereits vorhandenen Personal- oder Sachmitteln sind nicht als Eigenanteil anrechenbar.

Daraus ergeben sich unterschiedliche maximale Förderquoten je nach Antragstellenden und Fördergegenstände. Eine Übersicht zu den jeweiligen Förderquoten finden Sie hier.

Können mehrere Antragsberechtigte gemeinsam einen Antrag stellen?

Ja. Mehrere Antragsberechtigte, wie z.B. Körperschaften, Personengesellschafen oder Stiftungen etc., können auch gemeinsam einen Antrag stellen und das Projekt im Verbund durchführen. In diesen Fällen regeln die Partner eines solchen Verbundvorhabens ihre Zusammenarbeit in einer Kooperationsvereinbarung und benennen eine zentrale Ansprechperson für das BMU und die ZUG gGmbH. Die Ansprechperson stellt sicher, dass die einzelnen Teilprojekte effektiv zusammenarbeiten und die Ergebnisse zusammengeführt werden. Die Aufgabenverteilung im Verbund ist bereits im Antrag darzustellen. 

(siehe KoMoNa-Förderrichtlinie Nummer 3.1)

Welche Ausgaben bzw. Kosten sind grundsätzlich zuwendungsfähig?

Zuwendungsfähig sind Ausgaben bzw. im Ausnahmefall Kosten, die für die Umsetzung des Vorhabens notwendig sind. Sie müssen angemessen und sparsam kalkuliert werden. Wichtig ist, dass sie erst während der Vorhabenlaufzeit entstehen und mit Rechnungen belegt werden können. Unter Berücksichtigung dieser Vorgaben können grundsätzlich folgende Positionen unter den jeweiligen Bedingungen gefördert werden:

  1. Personal: Personal ist zuwendungsfähig, wenn es für die Vorhabendurchführung erforderlich und geeignet ist. Voraussetzung ist, dass eine zusätzliche Stelle beim Antragstellenden geschaffen wird. Die jeweiligen Vorgaben zur Einstufung sind bei der Kalkulation zu beachten. Die dafür notwendigen Richtlinien und Hinweise für Zuwendungsanträge auf Ausgaben- bzw. Kostenbasis finden Sie im Förderportal des Bundes in den BMU-Dokumenten AZA und AZK.
  2. Aufträge an Dritte: Im Rahmen der Zuwendung können einzelne Arbeitspakete bzw. Aufgaben in Form von Aufträgen an Dritte vergeben werden. Die Antragstellenden sind verpflichtet, die für Sie geltenden Vergabevorschriften einzuhalten.
  3. Sachausgaben und Reisekosten: Sachmittel, die für das Vorhaben notwendig sind, sind grundsätzlich zuwendungsfähig und in Art und Umfang abhängig von den jeweiligen Fördergegenständen. Das Gleiche gilt für Dienstreisekosten, die ggf. auch Teilnahmekosten für Qualifizierungs- und Fortbildungsangebote beinhalten können.
  4. Investive Ausgaben: Investitionen sind grundsätzlich zuwendungsfähig, wenn diese für die Umsetzung der unter 2.3 der Förderrichtlinie KoMoNa genannten Fördergegenstände notwendig sind. Ausgaben und Kosten für Grunderwerb sind grundsätzlich nicht zuwendungsfähig.
  5. Begleitende Öffentlichkeitsarbeit: Für die Öffentlichkeitsarbeit anfallende Ausgaben bzw. Kosten sind grundsätzlich zuwendungsfähig. Voraussetzung ist, dass die Öffentlichkeitsarbeit die Umsetzung des Vorhabens kommunikativ begleitet und einen Beitrag dazu leistet, das gesellschaftliche Bewusstsein für Nachhaltigkeit zu stärken.

(siehe KoMoNa-Förderrichtlinie Nummer 5.3)

Gibt es eine Mindestzuwendungshöhe?

Ja. Die Höhe der beantragten Zuwendung muss mind. 50.000,00 EUR betragen. Die Mindestzuwendungshöhe von 50.000,00 EUR kann auch über eine Kombination von Fördermodulen erreicht werden.

Eine Ausnahme bildet der Förderschwerpunkt „Nachhaltigkeitsbezogene kommunale und regionale Wettbewerbe und Kampagnen“. Hier beträgt die Mindestzuwendung 15.000,00 EUR.

Beispiele:

  • Die Gesamtsumme eines Vorhabens mit einer Mindestzuwendung von 50.000,00 EUR und einer Förderquote von 75 Prozent muss mindestens 66.666,67 EUR betragen.
  • Die Gesamtsumme eines Vorhabens mit einer Mindestzuwendung von 15.000,00 EUR und einer Förderquote von 75 Prozent muss mindestens 20.000 EUR betragen.

(siehe KoMoNa-Förderrichtlinie Nummer 5.4)

Kann ich die KoMoNa-Förderung mit anderen Förderungen kombinieren?

Eine Kombination mit anderen Förderprogrammen des Bundes ist nicht möglich.  Eine Kombination mit Drittmitteln oder Förderungen Dritter wie z. B. Zuschussförderungen aus EU- oder Länderförderprogrammen bis zu 100 Prozent ist hingegen möglich, wenn keine beihilferechtlichen Regelungen dagegensprechen. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Kumulierung nur ausnahmsweise zu einer Vollfinanzierung führen darf. Sie sind verpflichtet, dem BMU oder der ZUG gGmbH unverzüglich mitzuteilen, wenn Sie andere Fördermittel beantragt haben oder bereits in Anspruch nehmen.

(siehe KoMoNa-Förderrichtlinie Nummer 6.4)

Ist der Beitrag zu einem umweltbezogenen Nachhaltigkeitsziel zwingend?

Ja. Das BMU unterstützt mit KoMoNa Kommunen und andere Akteure in Strukturwandelregionen bei der Verwirklichung ökologischer Nachhaltigkeitsziele und dem Einstieg in einen langfristig umweltverträglichen Entwicklungspfad im Sinne der DNS. Grundsätzlich können alle Nachhaltigkeitsziele adressiert werden. Verpflichtend ist jedoch, dass Ihr geplantes Vorhaben zu mindestens einem der acht ökologischen / umweltbezogenen Nachhaltigkeitsziele einen Beitrag leistet. Bitte beachten Sie zudem, dass die Förderung investiver Modellvorhaben der Umsetzung der umweltbezogenen Nachhaltigkeitsziele dient.

Kann ich mehrere Fördermodule gleichzeitig beantragen?

Ja. Sie können mehrere Fördermodule gleichzeitig beantragen.

Bin ich berechtigt einen Antrag auf Kostenbasis zu stellen?

Im Ausnahmefall kommen gewerbliche Unternehmen auch für Zuwendungen auf Kostenbasis unter den in den VV Nummer 13a zu § 44 BHO  vorgesehenen Voraussetzungen in Betracht, wenn diese über ein geordnetes Rechnungswesen (im Sinne der Nr. 2 der Leitsätze für die Preisermittlung auf Grund von Selbstkosten – LSP) verfügen. 

(siehe KoMoNa-Förderrichtlinie Nummer: 5.3)

Was kann ein Nachhaltigkeitskonzept beispielhaft enthalten?

Hilfestellung für die Erstellung eines Nachhaltigkeitskonzepts


1. Beschreibung der Ausgangslage

  • Einordnung der Kommune (z.B. Raumtyp , Lage, Demografie)
  • Soziale, naturräumliche, wirtschaftliche und kulturelle Gegebenheiten vor Ort
  • Lokale/regionale Besonderheiten
  • Werte und Einstellungen der Bevölkerung zum Themenkomplex Nachhaltigkeit
  • Beschreibung der Auswirkungen des Strukturwandels auf die Region ggf. auch spezifiziert für einzelne Teilgebiete, Gruppen oder Branchen
  • Beschreibung der Ausgangssituation mithilfe geeigneter Nachhaltigkeitsindikatoren  (bisherige Aktivitäten / Zielsetzungen / Beschlüsse / Leitbilder im Bereich des jeweiligen Nachhaltigkeitsindikators)
  • Stärken-Schwächen-Analyse (z.B. Daten und Fakten zu Handel, Industrie, Landwirtschaft, Tourismus, Umwelt, Bildungsstandort, Erneuerbare Energien)

2. Gemeinsam entwickelte Vision

  • Vision und Strategie in puncto Nachhaltigkeit


3. Identifizierte Ziele und Handlungsschwerpunkte

  • Festlegung von kurz-, mittel- und langfristigen Zielen mithilfe geeigneter Nachhaltigkeitsindikatoren
  • Festlegung von Zielindikatoren für die Erfolgsmessung

4. Arbeitsplan

  • Umsetzungsplan, der beschreibt, mit welchen Maßnahmen die gesetzten Ziele erreicht werden sollen
  • Der Umsetzungsplan zeichnet sich durch eine ausgewogene Berücksichtigung der sozialen, ökologischen wirtschaftlichen und kulturellen Nachhaltigkeitsdimensionen aus
  • Folgende beispielhafte Handlungsfelder können. im Nachhaltigkeitskonzept bzw. Arbeitsplan Berücksichtigung finden: Umwelt- und Naturschutz, Verbesserung von (Verwaltungs-) Strukturen und Prozessen (Governance), Bildung für nachhaltige Entwicklung, Nutzung digitalbasierter Instrumente, Vernetzung mit bestehenden Nachhaltigkeitsinitiativen auf lokaler, regionaler Ebene und darüber hinaus


5. Organisation- und Zeitplan

  • Beschreibung des organisatorischen und zeitlichen Rahmens der geplanten Maßnahmen


6. Kommunikationsstrategie für das Nachhaltigkeitskonzept

  • Maßnahmen im Bereich Öffentlichkeitsarbeit
  • Strategie, um die Wahrnehmung der Bedeutung der nachhaltigen Entwicklung vor Ort zu erhöhen


7. Monitoring-Maßnahmen

  • Strategie zur kontinuierlichen Überprüfung des Entwicklungsprozesses zur Zielerreichung

Was sind typische Aufhaben eines Nachhaltigkeitsmanagements?

Typische Aufgaben des Nachhaltigkeitsmanagements im Rahmen des Initialvorhabens können sein:

  • Prozesskoordination zur Erarbeitung des Nachhaltigkeitskonzepts (Projekt- und Zeitmanagement, Sichtung und Prüfung vorhandener Daten und relevanter, bestehender Planwerke, Leitbilder, Konzepte etc., Koordination der Zuarbeiten zum Konzept)<Einbindung und Sensibilisierung relevanter Akteure (z.B. regelmäßige Statusberichte in Gremien/Verwaltungseinheiten, Einrichtung einer ämterübergreifenden Steuerungsgruppe und/oder eines Kernteams für die Konzepterstellung, Durchführung von Schulungen)
  • Beauftragung von und Zusammenarbeit mit Auftragnehmern, die im Rahmen der Konzepterstellung, Akteurs- oder Öffentlichkeitsbeteiligung unterstützen
  • Vernetzung mit und Beratung von lokalen, regionalen und ggf. überregionalen Initiativen und Einrichtungen, die aktiv in einem oder mehreren Handlungsfeldern der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie arbeiten
  • Ansprache und Aktivierung von Akteuren, die künftig einen relevanten Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung leisten können
  • Aufbau eines Begleitgremiums, welches den Prozess der Konzepterstellung begleitet (Nachhaltigkeitsrat) in dem neben kommunalen Akteuren z.B. auch zivilgesellschaftliche Akteure, Einrichtungen und Unternehmen vertreten sind
  • Initiierung und Koordination von Projekten, die zur Erreichung der gesetzten Nachhaltigkeitsziele beitragen (Projekte innerhalb der eigenen Organisation und/oder Projekte von Dritten)
  • Erarbeitung eines kommunalen/regionalen Nachhaltigkeitsleitbilds, welches die wichtigsten Ziele und Botschaften des Nachhaltigkeitskonzepts in die Öffentlichkeit transportiert
  • Information und Beteiligung von Bürgerinnen und Bürger, lokalen/regionalen Initiativen und Einrichtungen sowie Unternehmen rund um die Ziele, Inhalte des Konzepts sowie zu den Maßnahmen, die daraus folgen
  • Aufbau eines zyklischen Prozesses zur Überprüfung der Zielerreichung (Monitoring/Controlling der Indikatoren, Fortschreibung des Konzepts)
  • (Unterstützung bei der) Einwerbung von Drittmitteln für Projekte und Vorhaben, die geeignet sind, die nachhaltige Entwicklung vor Ort zu fördern
  • Initiierung von Zertifizierungen (bspw. EMAS), Mitgliedschaften bei Plattformen, Netzwerken


Typische Aufgaben des Nachhaltigkeitsmanagements im Rahmen des Anschlussvorhabens können sein:

  • Initiierung, Koordinierung und Verwirklichung von Projekten, welche die nachhaltige Entwicklung vor Ort vorantreiben
  • Etablierung von Strukturen und Verfahren für kommunale Nachhaltigkeit in Politik und Verwaltung
  • Identifikation von Projekten und Instrumenten, die geeignet sind, die Verwaltung im Nachhaltigkeitsprozess zu unterstützen (z.B. Teilnahme an Wettbewerben und Netzwerken wie Fairtrade Town, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Unser Dorf hat Zukunft, EMAS-Zertifizierung)
  • Ansprechpartner für Politik, Verwaltung, Bürgerschaft und andere Akteure zur nachhaltigen Entwicklung vor Ort
  • Koordinierung der Beiträge relevanter Akteure und Unterstützung beim Planen und Umsetzen von Maßnahmen (z.B. Akquise weiterer Fördermittel)
  • Entwicklung von kommunikativen Instrumenten z.B. Nachhaltigkeitsleitbild, lokale/regionale/überregionale Wettbewerbe, Kampagnen, mit dem Ziel, den Nachhaltigkeitsgedanken in der Bürgerschaft (z.B. im Rahmen der Europäischen Woche für Nachhaltigkeit), bei Unternehmen und in Verwaltungen zu verankern
  • Durchführung von (verwaltungs-) internen Informationsveranstaltungen oder Schulungen sowie Informationsveranstaltungen für Bürgerinnen und Bürger oder relevante Zielgruppen
  • Initiierung/Aufbau/Koordinierung bzw. Unterstützung der Arbeit eines Begleitgremiums (z.B. Nachhaltigkeitsrat)
  • Teilnahme an regionalen/überregionalen Vernetzungstreffen von Nachhaltigkeitsmanager*innen