GCA

Die Ausgangssituation: Was ist die ökologische Herausforderung?

Unser Konsumverhalten ist ein wesentlicher Treiber von Klimawandel und Umweltzerstörung: Nicht nur die Produktion von Konsumgütern, auch deren Gebrauch, Transport und Entsorgung sorgen für hohe CO2-Emissionen, Energie- und Rohstoffverbräuche. Immer wieder zeigen Studien, dass selbst Menschen mit hohem Umweltbewusstsein wenig nachhaltig konsumieren. Der häufigste Grund für diesen Widerspruch liegt darin, dass Konsumentinnen und Konsumenten viele Kaufentscheidungen sehr spontan treffen. In diesen Situationen fehlt es ihnen häufig an konkreten Informationen zur Nachhaltigkeit des Produktes oder zu nachhaltigen Alternativen.

Die Idee: Welchen Beitrag kann KI konkret leisten?

Ziel des Green Consumption Assistant (GCA) ist es, Konsumentinnen und Konsumenten dabei zu unterstützen, nachhaltiger zu konsumieren. Der GCA wird dazu bei der Produktsuche in der Suchmaschine Ecosia die konkreten Auswirkungen von Konsumentscheidungen anzeigen. Hierzu gehören etwa CO2-Emissionen, Herstellungsbedingungen oder der ökologische Fußabdruck. Zudem informiert der GCA über nachhaltigere Alternativen und bietet hierzu direkte Links an, auf denen diese zugänglich sind. Dies können nicht nur ökologischer und sozial gerechter hergestellte Produkte sein, sondern auch Hinweise auf Repair-, Verleih- oder Sharing-Optionen, die den Kauf von Produkten gar nicht erst nötig machen. Ferner werden im Kartendienst von Ecosia Orte hervorgehoben, in denen nachhaltiger Konsum möglich ist, wie beispielsweise vegetarische Restaurants, offene Werkstätten, Verleihstationen und Second-Hand-Läden.

Als Basis für die Empfehlungen des GCA wird mithilfe von maschinellen Lernverfahren eine umfassende Datenbank mit weltweit auffindbaren Nachhaltigkeitsinformationen über Produkte und Dienstleistungen aufgebaut.

Der Ausblick: Welchen Leuchtturmcharakter hat das Projekt?

Bei erfolgreicher Umsetzung des Projekts werden täglich Millionen Konsumentinnen und Konsumenten über die Suchmaschine Ecosia mit dem hier entwickelten GCA interagieren – und das in über 30 Ländern. Da zudem alle Ergebnisse des Vorhabens offen publiziert werden (als open data und open source), können diese auch von anderen Suchmaschinen und Content-Anbietern genutzt werden. Insbesondere die offene Bereitstellung der umfangreichen Datenbank kann andere dazu inspirieren, neue digitale Geschäftsmodelle zu entwickeln und Startups zu gründen. Als erster Schritt für ein großes Ökosystem an qualitativ hochwertigen Nachhaltigkeitsdaten kann der GCA somit den Grundstein für zahlreiche neue Forschungs- und Entwicklungsprojekte legen.