Flächensparen – für eine Trendwende im Umgang mit Grund und Boden in peri-urbanen Gebieten

Schnelle Fakten

Projekttitel: Flächensparen – für eine Trendwende im Umgang mit Grund und Boden in peri-urbanen Gebieten

Zuwendungsempfangende Organisation: CIPRA International

Durchführungsländer: Europaweit mit Fokus auf dem Alpenraum

Projektdauer: Juli 2021 bis Mai 2022

BMUV Fördervolumen: bis zu 89.889 Euro

Hintergrund des Projekts

Unser Leben auf der Erde hängt von gesunden Böden ab. Böden sind lebende Systeme, deren Wechselwirkungen unser Wohlergehen und das der Erde sichern. Sie versorgen uns mit Nahrung, sauberem Wasser und Lebensräumen. Gesunde Böden sind der Schlüssel zur Abschwächung von und Anpassung an den Klimawandel, zum Erhalt der Artenvielfalt und zur Sicherung von Erholungsräumen. Wir verlieren jeden Tag beträchtliche Mengen gesunder Böden. Ein großer Teil dieses Verlustes wird aufgrund von Bodennutzung und unsachgemäßer Bewirtschaftung durch den Menschen verursacht.

Derzeit werden von der EU- bis zur regionalen Ebene verschiedene Lösungen und Strategien zum Schutz und zur Aufwertung von Böden entwickelt. Die Dringlichkeit des Problems wurde inzwischen auch von politischen Entscheidungstragenden auf verschiedenen Ebenen erkannt. So soll in Deutschland der Bodenverbrauch bis 2030 auf weniger als 30 Hektar pro Tag reduziert werden und der Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft (Netto-Null-Ziel) bis 2050 erreicht werden. In Österreich soll der Bodenverbrauch bis 2030 von derzeit 13 ha/Tag auf 2,5 ha/Tag reduziert werden.

Da der Raum begrenzt ist, gilt es, die (teilweise neuen oder veränderten) Nutzungen und Flächenansprüche, die auch in Konkurrenz zueinanderstehen, fair und schonend auszugleichen und mögliche negative Auswirkungen auf Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft zu vermeiden. Was dafür jedoch noch fehlt, ist die Umsetzung von wissenschaftlichen Erkenntnissen in die Praxis und die Bekanntmachung von erfolgreichen Praxisbeispielen. Insbesondere im peri-urbanen Raum sind diese gefragt, denn in vielen europäischen Ländern spitzen sich dort die Flächenansprüche und Nutzungskonkurrenzen aktuell zu. Die Hauptkonflikte sind Siedlungs- und Verkehrsentwicklung (Wohnen, Gewerbegebiete und Verkehrsflächen), erneuerbare Energien (insbesondere Wind- und Solarenergie, Wasserkraft) versus Land- und Forstwirtschaft, Freiraum und Ökologie. Vor diesem Hintergrund will das Projekt auch ganz bewusst das Thema "Entsiegelung" ansprechen.

Projektziele und -maßnahmen

Genau hier setzt dieses Projekt mit Maßnahmen zum Wissenstransfer und der Bewusstseinsbildung an. Adressiert werden Verwaltungen von lokaler bis zur EU-Ebene, Fachexpertinnen und Experten sowie Nichtregierungsorganisationen (NROs), damit diese Akteurinnen und Akteure nachhaltiges Bodenmanagement in ihre Agenden aufnehmen und konkrete Vorhaben planen können. Hierzu werden wissenschaftliche Erkenntnisse und Best-Practice Bei-spiele ausgewertet und zusammengeführt und den o.g. Akteurinnen und Akteuren passende Werkzeuge zur Umsetzung und Anwendung der Erkenntnisse vermittelt. 

Der EU-Bericht "Caring for Soils is Caring for Life" gibt das Ziel vor, dass bis 2030 mindestens 75 Prozent der Böden in jedem EU-Land gesund sein oder eine signifikante Verbesserung aufweisen müssen, um die Schwellenwerte der Indikatoren zu erreichen, die die Ökosystemleistungen schützen. Die Projektmaßnahmen sollen zu diesem Ziel beitragen und Voraussetzungen schaffen, damit der Bodenverbrauch minimiert, Flächen-Entsiegelung erhöht und Landnutzungskonflikte gelöst werden.