Antragserfolg

Die EU-Kommission beschreibt ausführlich die Kriterien und das Vorgehen bei der Auswahl der geförderten LIFE-Projekte im Mehrjährigen Arbeitsprogramm 2018-2020 in Kapitel 5. Es lohnt sich, diese Hinweise der EU-Kommission zu den Auswahlkriterien (Award Criteria/AW) genau zu beachten. Kurze Übersichten zu den Zuschlags-/Auswahlkriterien haben wir für Sie zur ersten Orientierung im Dokument ‚Auswahlkriterien für LIFE-Anträge‘ zusammengestellt.

Anhand des mehrjährigen LIFE-Arbeitsprogramms können Sie auch überprüfen, ob Ihre Projektidee einen Beitrag zu den politischen Prioritäten der EU und den thematischen Prioritäten des LIFE-Arbeitsprogramms leisten kann.

Zielstellung

Wichtig für die Antragstellung ist ein klarer Fokus auf eine Problemstellung. Bitte skizzieren Sie bei der Antragstellung, inwiefern Ihr Projekt zu der Lösung eines konkreten Umweltproblems beitragen kann. Hierzu ist es notwendig, das Problem sowie den entsprechenden Kontext klar zu benennen und zu quantifizieren. Ebenso sollte das Ziel Ihres Projektes klar definiert sein und sich entsprechende Maßnahmen daraus ableiten lassen.

Es muss weiterhin klar benennbar und quantifizierbar sein, welche Effekte und Verbesserungen mit diesen Maßnahmen mit Blick auf das Ausgangsproblem erzielt werden können. Hierzu braucht es eine nachvollziehbare, logische Verknüpfung zwischen den Umweltgefahren, dem zentralen Problem, den darauf bezogenen Zielen, den entsprechenden Projektmaßnahmen und den erwarteten Ergebnissen mit einem quantifizierbaren Mehrwert für die Umwelt.

Versuchen Sie, Ihr Projekt ausgehend von einem konkreten zu lösenden Umweltproblem anzudenken und nicht von den Ideen zu Maßnahmen (was gemacht werden kann).

Kontext

Für die Einordnung in den Kontext empfehlen wir zu erläutern, wie die Projektmaßnahmen in den relevanten Politikbereich integriert sein werden oder damit im Zusammenhang stehen. Darüber hinaus sollten Sie weitere Synergien mit sonstigen EU-Politikbereichen auch über den Umweltsektor hinaus darstellen können.

Mit dem aktuellen Forschungsstand zum Thema sollten Sie vertraut sein und dies auch dokumentieren können. Ebenso müssen Sie sowohl den sozioökonomischen Kontext als auch die Interessenvertreter und relevanten Akteure sowie Entscheidungsträger zu Ihrer Ausgangsproblematik, den Maßnahmen und dem Projektumfeld kennen und soweit sinnvoll möglichst einbinden oder berücksichtigen.

Bedenken Sie, dass Sie einen Antrag auf EU-Ebene stellen. Das Projekt muss daher nicht nur ein effizientes Kosten-Nutzen-Verhältnis aufweisen, Sie sollten auch den Wert und die Relevanz der Ergebnisse auf EU-Ebene herausarbeiten.

Projektträger

Neben einer guten und genau zu den Themen und Schwerpunkten der LIFE-Ausschreibung passenden Projektidee und einem entsprechenden EU-Mehrwert, ist es auch essentiell, dass Ihre Organisation hinter dem Projekt und seinen Zielen steht, um die Projektziele zu verwirklichen.

Partnerwahl

Sie können einen LIFE-Antrag als alleiniger Projektträger (coordinating beneficiary) beantragen, sofern dies für Ihr Projekt sinnvoll ist. Ebenso können Sie Ihren Antrag mit passenden Projektpartnern stellen (associated beneficiaries). Diese müssen nicht aus dem Ausland kommen. Beachten Sie aber, dass grenzüberschreitende Projekte, sofern die Transnationalität sinnvoll ist, in der Bewertung Zusatzpunkte erhalten.

Ihr Projektteam (hausintern oder aus verschiedenen Organisationen) sollte:

  • die notwendigen fachlichen Kompetenzen und Erfahrungen mitbringen und alle Maßnahmen und Aspekte des Projektes abdecken (einmalig, nicht redundant, jeder Partner hat einen Mehrwert für das Projekt),
  • ‘funktionsfähig’ sein (nicht zu groß),
  • eine klare Struktur haben,
  • von einem erfahrenen Projektmanager geleitet werden und
  • die relevanten Behörden und Interessenvertreter berücksichtigen, falls möglich und sinnvoll.

Jeder Projektpartner sollte seinem Aufgabenbereich entsprechend qualifiziert und erfahren sein, kooperieren können und sowohl die eigenen, als auch die Verantwortlichkeiten der anderen Partner kennen.

Bitte machen Sie bereits im Antrag deutlich, dass Ihr Projektteam in seiner Gesamtheit (Personen oder Projektpartner-Organisationen) das Projekt professionell umsetzen kann. Dazu gehören die notwendigen inhaltlichen, finanziellen und organisatorischen Ressourcen ebenso wie ein passendes, durchdachtes und erfahrenes Projekt- und Finanzmanagement.

Perspektive

Bereits vor Projektbeginn sollten Sie den Projektabschluss mitbedenken: Haben Sie ein ausreichendes Konzept zur Erfassung und Dokumentation der Zielerreichung – also zur Messung der Projektergebnisse? Nehmen Sie sich Zeit für Überlegungen und Strategie zur anschließenden Weiterführung, ‘Replication’ (Lösung andernorts wiederholen), zum Transfer (Lösung auf andere Themenfelder übertragen) und für die breitere Verwendbarkeit.

Die EU-Kommission ist daran interessiert, dass nicht nur Ihr Projekt sein Ziel erreicht, sondern dass es vor allem positive Effekte über den begrenzten Projektrahmen und gegebenenfalls auch seinen Kontext hinaus gibt. Diese Perspektive sollten Sie im Antrag aufzeigen. Des Weiteren sollten Sie eine Strategie für die langfristige Nutzung der Projektergebnisse haben. Relevant in diesem Zusammenhang ist auch eine gute Kommunikations- und Verbreitungsstrategie.

Antragsgestaltung

Neben den Fakten zählt auch der strukturelle und gestalterische Eindruck. Eine gute Idee sollten Sie auch gut darstellen. Neben einem exzellenten Inhalt, zählt daher auch die exzellente Darstellung und Aufbereitung Ihres Antrages.

Für die Evaluierenden sollte aus Ihren Antragsunterlagen möglichst schnell und eindeutig hervorgehen, worum es bei Ihrem Projekt geht. Die Antragsunterlagen sollten daher klar strukturiert sein und klare Bezüge herstellen, sich auf essentielle Informationen konzentrieren und auch für Außenstehende leicht verständlich sein.

Faktor Zeit

Es gibt keine Vorgabe für die Dauer eines LIFE-Projektes. Machen Sie eine möglichst realistische (keine optimistische) Zeitplanung, die zu Ihren Aktivitäten passt.

Auch ein guter Antrag braucht Zeit, beispielsweise für interne Diskussionen, die gründliche und mehrfache Lektüre der Antragsunterlagen für den jeweiligen Schwerpunktbereich sowie der weiteren relevanten Dokumente der EU (s. Downloads), die Suche nach geeigneten Partnern und entsprechende Abstimmungen sowie abschließende redaktionelle Arbeiten.

Bei den ‚traditionellen Projekten‘, die über das eProposal beantragt werden, sollten Sie bedenken, dass dieses Online-Instrument in den letzten Tagen vor Abgabefrist oft stark belastet ist und gegebenenfalls überlastet sein kann. Bitte beachten Sie, dass am letzten Tag der Frist die Eingabemöglichkeit normalerweise um 16h Uhr endet.

Konkurrenz

Anhand der Auswahlkriterien werden bei der Evaluierung für alle Projektanträge in Brüssel Punkte vergeben. Anschließend werden die Projekte nach ihrer Gesamtpunktzahl in eine Reihenfolge gebracht. Bei Anträgen mit gleicher Gesamtpunktzahl können die erzielten Punkte zu den Kriterien zum EU-Mehrwert den Ausschlag geben. Eine gute Punktzahl zu den Kriterien 3/‚Umfang und Qualität des Beitrags zu den Zielen‘ und 4/‚Nachhaltigkeit (Fortsetzung, Wiederholbarkeit, Übertragung)‘ kann damit einen entscheidenden Vorteil bieten.

Letztendlich ist der Erfolg Ihres Antrags auch abhängig von der Qualität der sonstigen Anträge im jeweiligen Antragsjahr. Somit kann es auch sinnvoll sein, einen abgelehnten Antrag (überarbeitet) erneut einzureichen.